Weiße Berge auf Kreta (Lefka Ori): Das wilde Herz der Insel

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Die Weißen Berge, auf Griechisch Lefka Ori genannt, gehören zu den beeindruckendsten Landschaften Kretas. Während Millionen Urlauber jedes Jahr die Strände der Nordküste besuchen, entdecken nur vergleichsweise wenige Reisende das größte Gebirge der Insel.

Wer die Weißen Berge besucht, erlebt ein völlig anderes Kreta. Statt Hotelanlagen, Strandbars und Souvenirläden erwarten Besucher tiefe Schluchten, einsame Bergstraßen, traditionelle Dörfer und eine Landschaft, die vielerorts noch genauso wirkt wie vor Jahrzehnten.

Für mich gehören die Weißen Berge zu den faszinierendsten Regionen Kretas. Viele meiner schönsten Erlebnisse auf der Insel habe ich nicht am Meer, sondern in den Bergen zwischen Omalos, Anopolis, Aradena und Agios Ioannis erlebt.

Unterkünfte in den Weißen Bergen

Die meisten Besucher übernachten in Omalos, Anopolis oder Hora Sfakion. Hier finden Sie aktuelle Unterkünfte in der Region.

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Wo liegen die Weißen Berge?

Die Lefka Ori erstrecken sich über große Teile Westkretas südlich von Chania. Das Gebirge reicht von der Region Omalos im Norden bis hinunter zur Südküste bei Hora Sfakion, Loutro und Paleochora.

Mit Gipfeln von über 2.400 Metern Höhe bilden die Weißen Berge das höchste Gebirge Westkretas. Die Landschaft besteht aus Felsplateaus, tiefen Schluchten, Hochweiden und abgelegenen Bergdörfern.

Viele Besucher kennen die Region lediglich durch die Samaria-Schlucht. Tatsächlich bietet das Gebirge jedoch weit mehr als nur die berühmte Wanderung.

Warum heißen die Berge „Weiße Berge“?

Über die Herkunft des Namens gibt es verschiedene Erklärungen.

Zum einen bestehen viele Gipfel aus hellem Kalkstein, der in der Sonne weiß schimmert. Zum anderen liegen auf den höchsten Bergen oft bis weit in das Frühjahr hinein Schneefelder.

Wer im April oder Mai nach Kreta reist, kann häufig beobachten, wie an den Stränden bereits Badewetter herrscht, während auf den höchsten Gipfeln der Lefka Ori noch Schnee liegt.

Schnee auf Kreta? Ja, in den Weißen Bergen regelmäßig

Viele Urlauber sind überrascht, wenn sie erfahren, dass es auf Kreta im Winter kräftig schneien kann.

In den Weißen Bergen fällt jedes Jahr Schnee. Besonders Orte wie Omalos liegen häufig unter einer geschlossenen Schneedecke. In schneereichen Wintern reicht der Schnee teilweise bis unter 1.000 Meter Höhe.

Im Frühjahr zieht sich der Schnee langsam zurück. Während der Monate April und Mai sind die Gipfel meist noch weiß. Erst im Laufe des Juni verschwindet der Schnee normalerweise vollständig.

Diese Gegensätze machen den besonderen Reiz Kretas aus. Während Urlauber an den Stränden baden, kann man in den Bergen noch Schneefelder entdecken.

Ein Paradies für Wanderer

Die Weißen Berge zählen zu den besten Wandergebieten Griechenlands.

Hier befinden sich einige der berühmtesten Wanderwege des Landes. Die Samaria-Schlucht ist zwar die bekannteste Route, doch viele erfahrene Wanderer bevorzugen inzwischen die ruhigeren Regionen des Gebirges.

Besonders beeindruckend ist die Ursprünglichkeit vieler Gebiete. Außerhalb der Hauptsaison begegnet man oft stundenlang kaum anderen Menschen.

Gleichzeitig bieten die Berge eine erstaunliche Vielfalt. Tiefe Schluchten wechseln sich mit Hochebenen, kleinen Dörfern und spektakulären Aussichtspunkten ab.

Anreise in die Weißen Berge

Die bekannteste Zufahrt führt von Chania über Lakki nach Omalos.

Während der Saison verkehren auch Busse von Chania nach Omalos und zum Eingang der Samaria-Schlucht.

Eine zweite spektakuläre Route beginnt in Hora Sfakion. Von dort führt die Straße hinauf nach Anopolis, Aradena und Agios Ioannis. Unterwegs eröffnen sich immer wieder grandiose Ausblicke auf die Berge und das Libysche Meer.

Wer genügend Zeit hat, sollte beide Regionen erkunden. Sie zeigen zwei völlig unterschiedliche Seiten der Weißen Berge.

Lakki – mein Lieblingsdorf in den Weißen Bergen

Wenn ich in den Weißen Bergen nur einen einzigen Ort empfehlen dürfte, wäre das wahrscheinlich Lakki.

Das kleine Bergdorf liegt an der Straße zwischen Chania und Omalos. Die meisten Urlauber fahren auf dem Weg zur Samaria-Schlucht einfach hindurch. Dabei lohnt sich bereits ein kurzer Stopp.

Lakki wirkt auf mich wie ein Dorf aus einer anderen Zeit. Große Hotels oder touristische Attraktionen gibt es kaum. Stattdessen prägen traditionelle Häuser, kleine Tavernen und eine beeindruckende Berglandschaft das Ortsbild.

Besonders gefallen mir die Ausblicke. Von vielen Stellen im Dorf blickt man über Täler, Berge und Schluchten der Lefka Ori.

Auch einige einfache Unterkünfte sind vorhanden. Wer das ursprüngliche Kreta sucht, wird Lakki lieben.

Für mich gehört Lakki zu den schönsten Dörfern der gesamten Insel.

Omalos – das Tor zu den Weißen Bergen

Wer die Weißen Berge besucht, kommt fast immer durch Omalos. Das kleine Bergdorf liegt auf einer Hochebene in rund 1.000 Metern Höhe und ist der wichtigste Ausgangspunkt für Wanderungen in den Lefka Ori.

Obwohl Omalos auf Landkarten oft recht bedeutend erscheint, ist der Ort überraschend klein. Im Grunde besteht er nur aus wenigen Häusern, einigen Unterkünften und Tavernen. Dauerhaft leben hier nur wenige Menschen.

Bekannt ist Omalos vor allem als Ausgangspunkt für die Samaria-Schlucht. Fast alle Besucher der berühmten Wanderung fahren durch das Dorf. Der eigentliche Eingang zur Schlucht liegt etwa drei Kilometer entfernt.

Trotz seiner geringen Größe lohnt sich ein Stopp. Besonders die traditionellen Tavernen sind bekannt für ihre einfache, authentische kretische Küche. Wer typische Bergküche probieren möchte, ist hier genau richtig.

Neos Omalos Hotel

Die bekannteste Unterkunft im Ort ist das traditionsreiche Neos Omalos Hotel. Viele Wanderer übernachten hier vor ihrer Tour durch die Samaria-Schlucht oder in die höheren Regionen der Weißen Berge.

Der Eingang zur Samaria-Schlucht

Etwa drei Kilometer hinter Omalos befindet sich der berühmte Eingang der Samaria-Schlucht.

Hier starten jeden Morgen während der Saison hunderte Wanderer zur bekanntesten Schlucht Griechenlands.

Am Eingang stehen größere Parkflächen zur Verfügung. Direkt daneben befinden sich das Kassenhäuschen für den Nationalpark und ein größerer Kiosk.

Der Kiosk verkauft Getränke, Snacks und meist auch frische Backwaren. Viele Wanderer decken sich hier vor dem Start noch einmal mit Proviant ein.

Wer die gesamte Samaria-Schlucht durchwandern möchte, sollte die Anreise allerdings vorher planen. Die Wanderung endet im Küstenort Agia Roumeli am Libyschen Meer. Das Auto steht dann noch immer am Eingang der Schlucht.

Die meisten Besucher nutzen deshalb Bus- und Fährverbindungen oder organisierte Transfers.

Die legendäre Kallergi-Hütte

Für viele Bergwanderer ist die Kallergi-Hütte das eigentliche Herz der Weißen Berge.

Die Hütte wurde vor Jahrzehnten mit Unterstützung des Alpenvereins errichtet und vermittelte lange Zeit ein echtes Alpenhütten-Gefühl mitten auf Kreta.

Früher war die Kallergi-Hütte fast schon legendär. Große Schlafsäle mit vielen Betten, einfache Ausstattung und eine spektakuläre Lage machten ihren besonderen Reiz aus.

Die Hütte liegt oberhalb von Omalos und bietet fantastische Ausblicke auf die umliegenden Berge und die Hochebene.

Zu Fuß erreicht man die Hütte in etwa anderthalb Stunden von Omalos oder vom Bereich des Samaria-Eingangs.

Theoretisch führt auch eine Straße zur Hütte. Zumindest vor einigen Jahren war diese jedoch in einem schlechten Zustand. Ein Fahrzeug mit Allradantrieb war deutlich im Vorteil.

Die meisten Besucher bevorzugen deshalb den deutlich schöneren Aufstieg zu Fuß.

Kri-Kri – die berühmten Wildziegen Kretas

Die Kri-Kri-Ziege gehört zu den bekanntesten Tieren Kretas.

Viele Urlauber hoffen während ihres Aufenthalts auf eine Begegnung mit diesen Tieren. Die besten Chancen bestehen in den abgelegeneren Bereichen der Weißen Berge und in weniger besuchten Nebentälern der Samaria-Schlucht.

Für Laien ist die Unterscheidung allerdings nicht immer einfach. Auf den ersten Blick ähneln Kri-Kri-Ziegen den Hausziegen, die auf Kreta nahezu überall anzutreffen sind.

Mit etwas Glück lassen sich die Tiere an steilen Felswänden oder in abgelegenen Schluchten beobachten.

Geier über den Schluchten

Neben den Kri-Kri-Ziegen gehören auch die großen Greifvögel zu den Besonderheiten der Weißen Berge.

Vor allem Gänsegeier lassen sich gelegentlich beobachten. Manchmal kreisen einzelne Tiere über den Schluchten, manchmal sogar ganze Gruppen.

Besonders gute Chancen bestehen in abgelegenen Regionen fernab der touristischen Hauptrouten.

Allerdings braucht man etwas Glück. Viele Urlauber verbringen Jahre auf Kreta, ohne jemals einen Geier zu sehen.

Wer aufmerksam in den Himmel blickt, wird jedoch gelegentlich mit beeindruckenden Beobachtungen belohnt. Wenn ein Gänsegeier lautlos über einer Schlucht kreist, gehört das zu den eindrucksvollsten Naturerlebnissen der Insel.

Die Tierwelt der Lefka Ori

Neben Geiern und Kri-Kri-Ziegen leben zahlreiche weitere Tierarten in den Weißen Bergen.

Die abgelegenen Schluchten und Felsregionen bieten ideale Lebensbedingungen für Greifvögel, Reptilien und viele andere Tiere.

Gerade diese Kombination aus spektakulärer Berglandschaft, Wildtieren und ursprünglicher Natur macht die Lefka Ori zu einer der faszinierendsten Regionen Griechenlands.

Anopolis – Bergdorf über Hora Sfakion

Wer von Hora Sfakion die kurvenreiche Bergstraße hinauffährt, erreicht nach etwa zwölf Kilometern Anopolis. Das Dorf liegt auf einer Hochebene rund 600 Meter über dem Meer und gehört zu den bekanntesten Orten in den Weißen Bergen.

Anopolis ist kein klassisches Dorf mit einem kompakten Zentrum. Die Häuser verteilen sich über mehrere Kilometer auf der Hochfläche. Dazwischen liegen kleine Felder, Schafweiden und Tavernen.

Viele Wanderer nutzen den Ort als Ausgangspunkt für Touren in die Berge. Gleichzeitig eignet sich Anopolis hervorragend für Reisende, die einige Tage in den Weißen Bergen verbringen möchten.

Besonders gut gefallen haben mir die traditionellen Tavernen. Direkt gegenüber dem Hauptplatz habe ich vor einigen Jahren mehrfach eine ausgezeichnete Linsensuppe gegessen. Solche einfachen Gerichte gehören für mich zu den schönsten kulinarischen Erlebnissen auf Kreta.

Übernachten in Anopolis

Eine beliebte Unterkunft im Ortszentrum ist das Anopoli Rooms.

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Aradena – eines der spektakulärsten Dörfer Kretas

Zu den beeindruckendsten Orten der Weißen Berge gehört zweifellos Aradena.

Das weitgehend verlassene Dorf liegt am Rand einer tiefen Schlucht und wirkt heute fast wie ein Freilichtmuseum. Viele Gebäude stehen leer, andere wurden restauriert. Beim Spaziergang durch die Gassen spürt man sofort die besondere Atmosphäre dieses Ortes.

Allein wegen Aradena lohnt sich ein Ausflug in die Sfakia-Region.

Die berühmte Aradena-Brücke

Unmittelbar neben dem Dorf befindet sich die bekannte Aradena-Brücke.

Die Stahlbrücke überspannt die Schlucht in großer Höhe und bietet spektakuläre Ausblicke in die Tiefe.

Direkt an der Brücke gibt es Parkmöglichkeiten. Viele Besucher beschränken sich auf einen kurzen Fotostopp. Wer genügend Zeit hat, sollte jedoch unbedingt auch die Schlucht erkunden.

Die Aradena-Schlucht – meine Lieblingswanderung auf Kreta

Wenn ich nur eine einzige Wanderung auf Kreta empfehlen dürfte, würde ich wahrscheinlich die Aradena-Schlucht wählen.

Die Samaria-Schlucht ist größer und weltberühmt. Die Aradena-Schlucht wirkt dagegen ursprünglicher und deutlich weniger überlaufen.

Der Wanderweg beginnt an der Brücke und führt durch eine beeindruckende Schlucht bis hinunter zum Libyschen Meer.

Viele Wanderer unterschätzen allerdings die Logistik. Wer sein Auto an der Brücke abstellt, muss später wieder zum Ausgangspunkt zurückkehren.

Eine besonders schöne Variante besteht darin, nach dem Ende der Schlucht weiter entlang der Küste nach Loutro zu wandern.

Die Kombination aus verlassenem Bergdorf, spektakulärer Schlucht und Küstenwanderung gehört für mich zu den schönsten Erlebnissen auf Kreta.

Agios Ioannis – am Ende der Straße

Noch abgeschiedener als Anopolis liegt Agios Ioannis.

Die Straße endet praktisch in diesem kleinen Dorf. Wer hier ankommt, befindet sich tief in den Weißen Bergen.

Der Ort besteht aus wenigen Häusern und ein oder zwei Tavernen. Große Hotels oder touristische Infrastruktur gibt es nicht.

Genau das macht den Reiz aus. Agios Ioannis gehört zu den Orten, an denen man das ursprüngliche Kreta noch besonders gut erleben kann.

Viele Wanderer nutzen das Dorf als Ausgangspunkt für Touren in die umliegenden Berge.

Warum die Weißen Berge zu meinen Lieblingsregionen auf Kreta gehören

Wenn viele Urlauber an Kreta denken, stellen sie sich Strände, Tavernen und Badeorte vor.

Für mich gehören die Weißen Berge genauso zur Insel wie das Meer. Hier erlebt man ein Kreta, das sich vielerorts kaum verändert hat.

Dörfer wie Lakki, Anopolis oder Agios Ioannis wirken oft so, als sei die Zeit stehen geblieben. Die Menschen leben einfacher, die Landschaft ist spektakulär und der Tourismus spielt vielerorts nur eine Nebenrolle.

Natürlich sollte man auch die berühmten Strände Kretas besuchen. Wer jedoch nur die Küste kennt, verpasst einen wichtigen Teil der Insel.

Die Weißen Berge zeigen Kreta von seiner ursprünglichsten Seite.

Ausflüge und Wanderungen auf Kreta

Viele Wanderungen und Ausflüge können bereits vor der Reise gebucht werden.

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Fazit

Die Weißen Berge gehören zu den faszinierendsten Landschaften Kretas. Wer nur die Strände besucht, lernt die Insel nur zur Hälfte kennen.

Von Lakki über Omalos und die Kallergi-Hütte bis nach Anopolis, Aradena und Agios Ioannis erwarten Besucher beeindruckende Natur, traditionelle Dörfer und einige der schönsten Wanderungen Griechenlands.

Für mich sind die Lefka Ori bis heute eine der Regionen Kretas, die ihren ursprünglichen Charakter am besten bewahrt haben.