Aradena-Schlucht auf Kreta: Brücke, Geisterdorf und Wanderung zum Marmara Beach

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Die Aradena-Schlucht gehört zu den beeindruckendsten Wanderungen auf Kreta. Viele Urlauber kennen die berühmte Samaria-Schlucht, deutlich weniger bekannt ist jedoch die Aradena Gorge im Südwesten der Insel.

Aradena-Schlucht mit Brücke

Dabei bietet Aradena gleich mehrere Sehenswürdigkeiten auf einmal. Besucher erleben eine der höchsten Brücken Griechenlands, ein verlassenes Dorf mit einer dramatischen Geschichte, spektakuläre Berglandschaften und eine wunderschöne Wanderung bis zum Marmara Beach am Libyschen Meer.

Für viele Kreta-Kenner gehört die Aradena-Schlucht zu den schönsten Tagesausflügen auf der gesamten Insel.

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Wo liegt die Aradena-Schlucht?

Die Aradena-Schlucht liegt in der Region Sfakia im Südwesten Kretas. Die Schlucht durchschneidet die Weißen Berge (Lefka Ori) und endet am Marmara Beach direkt am Libyschen Meer.

Die Gegend gehört zu den wildesten und ursprünglichsten Landschaften der Insel.

Ganz in der Nähe liegen bekannte Orte wie Hora Sfakion, Loutro, die Imbros-Schlucht und die Samaria-Schlucht.

Anfahrt zur Aradena-Schlucht

Die meisten Besucher fahren zunächst nach Hora Sfakion an der Südküste Kretas.

Von dort führt eine gut ausgebaute Straße in zahlreichen Serpentinen hinauf in die Berge Richtung Amopolis.

Schon die Fahrt ist ein Erlebnis. Mit jedem Höhenmeter werden die Ausblicke auf das Libysche Meer beeindruckender.

Nach einigen Kilometern erreicht man das langgezogene Bergdorf Anopolis. Die Straße führt direkt durch den Ort. Man kann in Anopolis gut essen. Die Linsensuppe in der Platanos Tavern gegenüber dem Denkmal im Zentrum schmeckte uns ausgezeichnet.

Hinter Anopolis wird die Landschaft deutlich einsamer. Wenige Minuten später erreicht man die berühmte Aradena-Brücke.

Direkt neben der Brücke befindet sich ein großer kostenloser Parkplatz.

Außerdem gibt es einen kleinen Kiosk. Hier kann man Getränke, Wasser, Eis und einige Snacks kaufen.

Trotzdem sollte man genügend Trinkwasser bereits von Anfang an dabeihaben. In der Schlucht selbst gibt es keine Einkaufsmöglichkeiten.

Busse nach Aradena gibt es heute nicht mehr. Für den Besuch benötigt man normalerweise einen Mietwagen oder ein Taxi.

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Die Aradena-Schlucht erreicht man am einfachsten mit einem Mietwagen.

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Die berühmte Aradena-Brücke

Das Wahrzeichen der Region ist die spektakuläre Aradena-Brücke.

Die schmale Stahlbrücke überspannt die Aradena-Schlucht in etwa 138 Metern Höhe.

Schon der Blick nach unten sorgt bei vielen Besuchern für weiche Knie.

Brücke über die Schlucht nach Aradena
Von Olaf TauschEigenes Werk, CC BY 3.0, Link

Die Brücke ist erstaunlich schmal. Kommt Gegenverkehr, muss normalerweise ein Fahrzeug warten. Zwei Autos können nicht aneinander vorbeifahren.

Berühmt ist die Brücke vor allem wegen des extrem lauten Geräuschs, das beim Überfahren entsteht.

Sobald ein Fahrzeug die Stahlkonstruktion überquert, hallt ein gewaltiges Dröhnen durch die gesamte Schlucht.

Das Geräusch ist selbst weit unten in der Aradena-Schlucht noch deutlich zu hören.

Viele Urlauber steigen deshalb aus ihrem Auto aus und überqueren die Brücke zunächst zu Fuß.

Schwindelfrei sollte man dabei allerdings sein.

138 Meter unter den Füßen liegt der Grund der Schlucht.

Bungee Jumping in 138 Metern Höhe

International bekannt wurde die Brücke durch das Bungee Jumping.

Mit rund 138 Metern Höhe gehört die Aradena-Brücke zu den höchsten Bungee-Jumping-Standorten Europas.

Jedes Jahr reisen Abenteuerlustige aus vielen Ländern nach Kreta, um hier den Sprung in die Tiefe zu wagen.

Besonders spektakulär ist es, die Springer vom Grund der Schlucht aus zu beobachten.

Wenn plötzlich ein Mensch von der Brücke in die Tiefe fällt, bleiben selbst erfahrene Wanderer stehen und schauen zu.

Allerdings findet das Bungee Jumping nicht jeden Tag statt.

Wer die Sprünge sehen möchte, sollte sich vorab über die aktuellen Termine informieren.

Das verlassene Dorf Aradena

Direkt hinter der Brücke beginnt eine weitere Sehenswürdigkeit, die viele Besucher zunächst gar nicht erwarten.

Aradena ist eines der bekanntesten verlassenen Dörfer auf Kreta.

Das Dorf Aradena

Ein Spaziergang durch den Ort fühlt sich wie eine Reise in die Vergangenheit an.

Zwischen den schmalen Gassen stehen zahlreiche verfallene Steinhäuser. Viele Dächer sind längst eingestürzt.

Besonders sehenswert ist die alte Kirche, die im Gegensatz zu den meisten anderen Gebäuden restauriert wurde.

Heute herrscht im Dorf eine eigenartige Mischung aus Ruhe, Geschichte und Verfall.

Die Geschichte des verlassenen Dorfes

Aradena war einst ein normales Bergdorf in der Region Sfakia. Die Bewohner lebten von Landwirtschaft und Viehzucht.

Bekannt wurde der Ort jedoch durch eine blutige Fehde zwischen zwei einflussreichen Familien.

In der Region Sfakia spielten Ehre und Familienzusammenhalt über Jahrhunderte eine große Rolle. Streitigkeiten wurden oft nicht vor Gerichten ausgetragen, sondern zwischen den Familien selbst geregelt.

Auch in Aradena eskalierte ein solcher Konflikt.

Auf einen Mord folgte ein Gegenmord, danach weitere Gewalttaten. Schließlich wurde das Leben im Dorf für viele Bewohner zu gefährlich.

Immer mehr Familien verließen ihre Heimat und zogen in andere Orte Kretas.

Zurück blieben die Häuser, die langsam verfielen.

Heute erinnert das Dorf an einen Lost Place. Dennoch ist Aradena keineswegs völlig verlassen.

In den letzten Jahren wurden einzelne Gebäude renoviert. Ob inzwischen wieder dauerhaft Menschen hier leben, ist allerdings nicht ganz klar.

Gerade dieser Gegensatz zwischen Ruinen und renovierten Häusern macht den besonderen Reiz des Dorfes aus.

Weiter nach Agios Ioannis

Hinter Aradena endet die Straße noch nicht.

Sie führt einige Kilometer weiter durch die Berge bis zum winzigen Dorf Agios Ioannis.

Für die meisten Urlauber gibt es dort allerdings wenig zu sehen.

Neben einigen Häusern findet man vor allem eine einfache Gaststätte.

Interessant ist Agios Ioannis vor allem für Wanderer. Von hier beginnen mehrere Touren in die abgelegenen Regionen der Weißen Berge.

Wer die Gegend erkunden möchte, bekommt einen guten Eindruck davon, wie einsam Teile Kretas noch heute sein können.

Beginn der Wanderung durch die Aradena-Schlucht

Der eigentliche Wanderweg beginnt direkt neben der Brücke.

Schon nach wenigen Minuten steigt man auf einem markierten Pfad steil in die Schlucht hinab.

Der erste Abschnitt gehört zu den anstrengendsten Teilen der Tour.

Nach dem Abstieg erreicht man schließlich den Grund der Schlucht.

Hier wartet einer der beeindruckendsten Momente der gesamten Wanderung.

Der Weg führt direkt unter der Aradena-Brücke hindurch.

Erst von unten erkennt man die gewaltigen Dimensionen der Konstruktion.

Die Brücke wirkt vom Talboden aus noch deutlich höher als von oben.

Wenn in diesem Moment ein Auto die Brücke überquert, hallt das berühmte Dröhnen durch die gesamte Schlucht.

Viele Wanderer bleiben hier stehen und machen Fotos.

Wie schwierig ist die Aradena-Schlucht?

Die Wanderung durch die Aradena-Schlucht gilt als mittelschwer.

Meiner Meinung nach ist sie etwas einfacher als die berühmte Samaria-Schlucht.

Der wichtigste Grund ist die deutlich kürzere Strecke.

Im Vergleich zur Imbros-Schlucht ist Aradena dagegen etwas anspruchsvoller.

Wer die Imbros-Schlucht problemlos geschafft hat, wird normalerweise auch mit Aradena zurechtkommen.

Trittsicherheit und gutes Schuhwerk sind allerdings wichtig.

Die Schlucht ist kein Spazierweg.

Immer wieder geht es über Felsen und Geröllfelder.

Insgesamt sollte man für die Wanderung bis zum Marmara Beach etwa drei Stunden einplanen.

Weniger Wanderer als in Samaria

Ein großer Vorteil der Aradena-Schlucht sind die vergleichsweise geringen Besucherzahlen.

Während man in der Samaria-Schlucht im Sommer oft hunderten Wanderern begegnet, bleibt es in Aradena deutlich ruhiger.

Auch in der Imbros-Schlucht trifft man meist mehr Menschen.

Wer gerne in der Natur unterwegs ist und Menschenmassen vermeiden möchte, ist hier genau richtig.

Selbst in der Hauptsaison findet man immer wieder längere Abschnitte, auf denen man fast alleine unterwegs ist.

Hitze und Wassermangel sind die größte Gefahr

Die größte Herausforderung der Wanderung sind nicht schwierige Passagen oder große Höhenunterschiede.

Das eigentliche Problem ist die Hitze.

Vor allem in den unteren Bereichen der Schlucht kann es im Sommer extrem heiß werden.

Schatten gibt es oft nur wenig.

Deshalb sollte jeder Wanderer ausreichend Trinkwasser mitnehmen.

Meiner Erfahrung nach ist Wasser deutlich wichtiger als jede andere Ausrüstung.

In der Schlucht gibt es keine Quellen und keine Einkaufsmöglichkeiten.

Wer zu wenig Wasser dabei hat, kann schnell Probleme bekommen.

Die beste Zeit für die Wanderung sind deshalb Frühling und Herbst.

Dann sind die Temperaturen angenehmer und die Landschaft zeigt sich oft von ihrer schönsten Seite.

Ich selbst war etwa fünfmal in Aradena und würde die Tour eher im Frühling oder Herbst empfehlen als im Hochsommer.

Marmara Beach – das Ziel der Wanderung

Nach etwa drei Stunden erreicht man schließlich das Meer.

Für viele Wanderer ist dies der schönste Moment der gesamten Tour.

Plötzlich öffnet sich die enge Schlucht und vor einem liegt das tiefblaue Libysche Meer.

Der Marmara Beach gehört zu den bekanntesten Stränden der Region Sfakia.

Seinen Namen verdankt er den hellen Felsen, die an Marmor erinnern.

Das Wasser ist außergewöhnlich klar und schimmert je nach Sonneneinstrahlung in verschiedenen Blau- und Türkistönen.

Nach mehreren Stunden Wanderung nutzen die meisten Besucher die Gelegenheit für ein Bad im Meer.

Gerade an heißen Tagen gibt es kaum etwas Schöneres.

Taverna Dialeskari am Marmara Beach

Direkt am Ausgang der Schlucht befindet sich die Taverna Dialeskari.

Für mich gehört sie zu den besten Tavernen der gesamten Region Sfakia.

Viele Zutaten stammen aus der Umgebung. Die Küche ist klassisch kretisch und deutlich authentischer als in manchen Touristenorten an der Nordküste.

Auf der Speisekarte stehen zahlreiche Vorspeisen, vegetarische Gerichte, Salate und traditionelle Fleischgerichte.

Besonders bekannt ist die Taverne für ihren ausgezeichneten Ziegenbraten.

Nach einer Wanderung durch die Aradena-Schlucht schmeckt das Essen hier gleich doppelt so gut.

Viele Wanderer bleiben deutlich länger als geplant am Marmara Beach und genießen die entspannte Atmosphäre.

Weiter nach Loutro

Für viele Besucher endet die Tour nicht am Marmara Beach.

Ein wunderschöner Küstenweg führt weiter nach Loutro.

Für diesen Abschnitt sollte man nochmals etwa 60 bis 90 Minuten Gehzeit einplanen.

Der Weg verläuft direkt oberhalb des Meeres und bietet immer wieder großartige Ausblicke auf die Küste.

Loutro gehört zu den bekanntesten Orten Südkretas.

Das autofreie Dorf mit seinen weißen Häusern liegt malerisch an einer kleinen Bucht und ist nur per Fähre oder zu Fuß erreichbar.

Viele Wanderer verbringen nach der Schluchtwanderung noch einige Stunden oder sogar eine Nacht in Loutro.

Das Problem mit dem Auto

Bei der Planung der Wanderung übersehen viele Urlauber ein wichtiges Problem.

Die Aradena-Schlucht ist keine Rundwanderung.

Wer sein Auto an der Brücke abstellt und anschließend nach Loutro oder Hora Sfakion fährt, steht vor einer Herausforderung.

Das Fahrzeug befindet sich noch immer oben an der Aradena-Brücke.

Zwischen Hora Sfakion und Aradena liegen mehr als zehn Kilometer Straße mit zahlreichen Serpentinen.

Viele Wanderer lösen das Problem mit einem Taxi.

Von Hora Sfakion fährt man zurück zur Brücke, holt das Auto und kehrt anschließend wieder zurück.

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Von Ziegler175Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Unsere Lösung mit zwei Autos

Wir haben die Tour meistens anders organisiert.

Zunächst stellen wir ein Fahrzeug in Hora Sfakion ab.

Anschließend fahren wir mit dem zweiten Auto hinauf zur Aradena-Brücke.

Nach der Wanderung geht es über Marmara Beach und Loutro mit der Fähre zurück nach Hora Sfakion.

Dort wartet bereits das erste Fahrzeug.

Mit diesem fährt man zurück zur Aradena-Brücke und holt das zweite Auto ab.

Gerade für zwei oder mehr Personen ist diese Lösung meist einfacher und günstiger als ein Taxi.

Mein Fazit zur Aradena-Schlucht

Die Aradena-Schlucht gehört für mich zu den schönsten Wanderungen auf Kreta.

Anders als bei vielen anderen Ausflugszielen bekommt man hier gleich mehrere Sehenswürdigkeiten auf einmal.

Die spektakuläre Brücke, das verlassene Dorf, die dramatische Geschichte der Vendetta, die Wanderung durch die Schlucht und schließlich der Marmara Beach bilden eine außergewöhnliche Kombination.

Hinzu kommt, dass deutlich weniger Wanderer unterwegs sind als in der Samaria-Schlucht.

Wer eine ursprüngliche und abwechslungsreiche Wanderung sucht, wird von Aradena begeistert sein.

Für mich gehört die Tour zu den absoluten Höhepunkten eines Kreta-Urlaubs.

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FAQ zur Aradena-Schlucht

Wie lange dauert die Wanderung durch die Aradena-Schlucht?

Bis zum Marmara Beach sollte man etwa drei Stunden einplanen. Wer weiter nach Loutro wandert, benötigt zusätzlich rund 60 bis 90 Minuten.

Ist die Aradena-Schlucht schwieriger als die Samaria-Schlucht?

Nein. Die Tour ist kürzer und für die meisten Wanderer etwas einfacher. Trittsicherheit ist dennoch erforderlich.

Wie hoch ist die Aradena-Brücke?

Die Brücke überspannt die Schlucht in etwa 138 Metern Höhe.

Gibt es Parkplätze?

Ja. Direkt neben der Brücke befindet sich ein großer kostenloser Parkplatz.

Kann man die Wanderung auch im Sommer machen?

Ja, allerdings wird es in der Schlucht sehr heiß. Frühling und Herbst sind die angenehmsten Jahreszeiten.

Ist die Aradena-Schlucht überlaufen?

Nein. Im Vergleich zur Samaria-Schlucht oder zur Imbros-Schlucht sind deutlich weniger Wanderer unterwegs.

Wie oft warst du dort?

Ich habe die Aradena-Schlucht bisher etwa fünfmal besucht und würde sie jederzeit wieder wandern.