Wer Kreta nur von der Nordküste kennt, kennt nur eine Seite der Insel. Südlich der hohen Gebirge beginnt eine völlig andere Welt. Kleine Dörfer statt großer Städte, wilde Schluchten statt breiter Küstenstraßen, einsame Buchten statt kilometerlanger Hotelanlagen – genau das macht den besonderen Reiz Südkretas aus.
Südkreta auf einen Blick
- wildeste und ursprünglichste Region Kretas
- hohe Berge, tiefe Schluchten und einsame Traumstrände
- deutlich weniger Pauschaltourismus als an der Nordküste
- kleine Dörfer mit viel kretischer Tradition und Gastfreundschaft
- ideal für Mietwagen, Wanderungen und Individualurlaub
- kein Flughafen, keine Autobahn und nur eine größere Stadt (Ierapetra)
- oft 2 bis 4 °C wärmer als die Nordküste, besonders im Südosten
- lange Urlaubssaison von April bis November
Die meisten Urlauber verbringen ihren Kreta-Urlaub an der Nordküste zwischen Chania, Rethymno, Heraklion und Agios Nikolaos. Dort befinden sich die beiden internationalen Flughäfen, die Autobahn sowie die meisten großen Hotels. An der Südküste geht es deutlich ruhiger zu. Hier bestimmen kleine Küstenorte, traditionelle Tavernen und eine beeindruckende Natur das Bild.

Seit vielen Jahren verbringen wir regelmäßig Zeit an der Südküste Kretas. Obwohl wir die Region inzwischen sehr gut kennen, entdecken wir bei jedem Besuch neue Strände, Tavernen, Wanderwege oder kleine Dörfer. Genau das macht den besonderen Reiz dieser Region aus.
In diesem Reiseführer stellen wir die schönsten Urlaubsorte, Strände und Sehenswürdigkeiten Südkretas vor und erklären, warum sich immer mehr Individualurlauber für den Süden der Insel entscheiden.
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Was macht Südkreta so besonders?
Für viele Kreta-Kenner ist die Südküste der schönste Teil der Insel. Während sich die meisten großen Ferienorte, Flughäfen und Pauschalhotels an der Nordküste befinden, ist der Süden bis heute deutlich ursprünglicher geblieben. Kleine Orte, beeindruckende Naturlandschaften und eine entspannte Lebensweise prägen die Region.

Ein großer Unterschied liegt bei den Urlaubern. An der Südküste trifft man wesentlich mehr Individualreisende als klassische Pauschaltouristen. Viele Gäste kommen seit Jahren oder sogar Jahrzehnten immer wieder an denselben Ort. Nicht wenige verbringen mehrere Wochen oder sogar den gesamten Sommer hier.
Die Landschaft gehört zu den eindrucksvollsten im Mittelmeerraum. Hohe Berge reichen vielerorts bis unmittelbar an das Libysche Meer heran. Dazwischen liegen tiefe Schluchten, fruchtbare Täler, kleine Hochebenen und einsame Küstenabschnitte. Die Natur wirkt vielerorts noch unberührt.
Auch die Strände unterscheiden sich deutlich von denen an der Nordküste. Neben bekannten Zielen wie Preveli oder Matala gibt es zahlreiche kleine Buchten, an denen selbst in der Hauptsaison oft erstaunlich viel Ruhe herrscht.
Ein weiterer Vorteil ist die Ausrichtung der Küste. An den meisten Stränden scheint die Sonne tagsüber direkt vom Meer her. Wer mittags am Strand liegt, blickt auf das tiefblaue Libysche Meer und nicht – wie an der Nordküste – zum Inselinneren.
Auch kulturell besitzt Südkreta eine außergewöhnliche Vielfalt. Mit Phaistos befindet sich hier eine der bedeutendsten minoischen Ausgrabungsstätten Griechenlands. Dazu kommen zahlreiche kleine Bergdörfer, alte Kirchen und traditionelle Tavernen, in denen die kretische Kultur bis heute lebendig geblieben ist.
Besonders reizvoll sind die vielen Orte mit ihrem ganz eigenen Charakter. Plakias begeistert mit seinen Stränden, Paleochora mit seiner entspannten Atmosphäre, Sougia ist ein Paradies für Wanderer, Loutro fasziniert als autofreies Dorf direkt am Meer, Matala erinnert an die Hippie-Zeit und Myrtos gehört zu den ursprünglichsten Urlaubsorten der gesamten Insel.
Nordküste oder Südküste?
Viele Urlauber stellen sich vor der Reise die Frage, ob sie ihren Urlaub an der Nord- oder an der Südküste verbringen sollen. Eine allgemeingültige Antwort gibt es darauf nicht, denn beide Regionen besitzen ihren eigenen Reiz. Wer jedoch Ruhe, Natur und ursprüngliche Dörfer sucht, wird sich an der Südküste meist wohler fühlen.
| Südküste | Nordküste |
|---|---|
| kleine Dörfer und überschaubare Urlaubsorte | große Städte und Ferienzentren |
| mehr Individualurlaub | mehr Pauschalurlaub |
| kein Flughafen | zwei internationale Flughäfen |
| keine Autobahn | Autobahn entlang fast der gesamten Küste |
| wilde Natur und tiefe Schluchten | stärker touristisch erschlossen |
| viele kleine Tavernen | größeres gastronomisches Angebot |
| mehr Ruhe und Erholung | mehr Unterhaltung und Nachtleben |
Die Unterschiede sind allerdings fließend. Auch an der Nordküste gibt es ruhige Orte und an der Südküste lebendige Ferienorte wie Plakias oder Matala. Insgesamt wirkt der Süden jedoch deutlich ursprünglicher.
Klima an der Südküste
Die Südküste besitzt eines der wärmsten und sonnigsten Klimas Europas. Die hohen Gebirge im Inselinneren halten viele Regenwolken von der Südküste fern. Dadurch ist das Wetter häufig stabiler als im Norden der Insel.
Vor allem der Südosten rund um Ierapetra zählt zu den trockensten Regionen Griechenlands. Hier wachsen sogar Bananen – etwas, das innerhalb Europas nur an wenigen Orten möglich ist.

Im Vergleich zur Nordküste liegen die Temperaturen häufig zwei bis vier Grad höher. Besonders an windigen Tagen macht sich dieser Unterschied deutlich bemerkbar.
Auch die Badesaison dauert meist länger. Bereits im April herrschen ideale Bedingungen zum Wandern. Im Oktober und häufig sogar noch im November kann man an vielen Tagen problemlos im Libyschen Meer baden.
Für wen eignet sich Südkreta?
Südkreta richtet sich vor allem an Urlauber, die die Insel wirklich kennenlernen möchten. Wer sich für Landschaft, Kultur, kleine Dörfer und die traditionelle Lebensweise interessiert, wird hier deutlich mehr entdecken als in vielen klassischen Ferienzentren.
Besonders wohl fühlen sich Individualurlauber. Viele Gäste verbringen den Urlaub nicht ausschließlich am Strand, sondern erkunden mit dem Mietwagen kleine Bergdörfer, einsame Buchten, Schluchten und archäologische Ausgrabungen.
Auch Ruhesuchende kommen an der Südküste auf ihre Kosten. Große Diskotheken oder Partymeilen gibt es kaum. Stattdessen bestimmen gemütliche Tavernen, kleine Cafés und Promenaden das Bild.
Für Wanderer gehört Südkreta zu den schönsten Regionen Europas. Die Samaria-Schlucht, die Imbros-Schlucht, die Aradena-Schlucht und zahlreiche Küstenwanderungen bieten eine außergewöhnliche Vielfalt.
Auch FKK-Fans zieht es seit Jahrzehnten an die Südküste. An mehreren abgelegenen Stränden wird das Nacktbaden bis heute toleriert. Bekannte Beispiele sind Ammoudaki bei Plakias oder der One Rock Beach (Klisidi Beach).
Nach unserer Erfahrung eignet sich Südkreta besonders für Menschen, die gerne mit dem Mietwagen unterwegs sind, kleine Tavernen entdecken, mit Einheimischen ins Gespräch kommen und die Insel abseits der klassischen Touristenorte erleben möchten.
Die schönsten Urlaubsorte an der Südküste
Obwohl viele Orte an der Südküste nur wenige Kilometer voneinander entfernt liegen, unterscheiden sie sich erstaunlich stark. Jeder Ort besitzt seinen eigenen Charakter und spricht eine andere Art von Urlaubern an. Genau diese Vielfalt macht für uns den besonderen Reiz der Südküste aus. Viele Kreta-Fans verbringen ihren Urlaub deshalb immer wieder am selben Ort, weil sie genau dessen Atmosphäre schätzen.
Plakias – der vielseitigste Urlaubsort
Plakias ist heute der bekannteste und zugleich vielseitigste Urlaubsort an der Südküste. Der Ort verbindet einen langen Strand mit einer sehr guten touristischen Infrastruktur. Gleichzeitig liegen einige der schönsten Strände Kretas wie Damnoni, Ammoudaki, One Rock Beach, Schinaria oder Preveli nur wenige Minuten entfernt. Für viele Individualurlauber ist Plakias der ideale Ausgangspunkt, um die gesamte Südküste zu erkunden.
Agia Galini – Hafenort mit besonderem Charme
Agia Galini schmiegt sich malerisch an einen steilen Berghang. Kleine Gassen, zahlreiche Treppen, viele Tavernen und der hübsche Fischerhafen verleihen dem Ort eine ganz besondere Atmosphäre. Trotz des Tourismus wirkt Agia Galini deutlich individueller als viele Ferienorte an der Nordküste.

Matala – das Dorf der Hippies
Matala gehört zu den bekanntesten Urlaubsorten Kretas. Berühmt wurde der kleine Ort in den 1960er-Jahren durch die Hippies, die in den Höhlen oberhalb des Strandes lebten. Heute ist Matala touristisch gut erschlossen, hat sich aber seinen ganz eigenen Charakter bewahrt. Siehe auch: Busse nach Matala
Paleochora – die kleine Stadt im Südwesten
Paleochora liegt auf einer schmalen Halbinsel im äußersten Südwesten Kretas. Mehrere Strände, eine schöne Promenade, zahlreiche Tavernen und eine entspannte Atmosphäre machen den Ort zu eine er beliebtesten Urlaubsziele an der Südküste. Von hier starten außerdem Fähren nach Sougia, Agia Roumeli, Loutro und Gavdos.
Von Holger Adams – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0
Sougia – Ruhe, Natur und Wandern
Sougia gehört zu den ruhigsten Urlaubsorten der Insel. Große Hotels sucht man hier vergeblich. Stattdessen bestimmen kleine Pensionen, Tavernen und der lange Kiesstrand das Ortsbild. Viele Wanderer nutzen Sougia als Ausgangspunkt für Touren in die Weißen Berge oder entlang der Küste.
Chora Sfakion – Tor zu den Weißen Bergen
Chora Sfakion ist der wichtigste Hafen der Region Sfakia. Von hier fahren Fähren nach Loutro, Agia Roumeli und Paleochora. Gleichzeitig ist der kleine Ort Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen und gilt als Zentrum einer der ursprünglichsten Regionen Kretas.
Loutro – autofrei und einzigartig
Loutro zählt zu den außergewöhnlichsten Urlaubsorten Griechenlands. Das kleine Dorf ist bis heute nicht mit dem Auto erreichbar. Besucher gelangen ausschließlich mit der Fähre oder zu Fuß über Wanderwege hierher. Weiße Häuser, türkisfarbenes Wasser und völlige Ruhe machen Loutro zu einem der schönsten Orte Kretas.
Agia Roumeli – am Ende der Samaria-Schlucht
Agia Roumeli liegt direkt am Ausgang der berühmten Samaria-Schlucht. Tagsüber herrscht reges Treiben durch die Wanderer, am Abend kehrt jedoch Ruhe ein. Wer eine Nacht bleibt, erlebt einen völlig anderen Ort als die meisten Tagesgäste.
Myrtos – klein, grün und ursprünglich
Myrtos gehört zu den charmantesten Dörfern der Südküste. Viele Blumen, gemütliche Tavernen und eine entspannte Atmosphäre prägen das Ortsbild. Der Ort eignet sich besonders für Urlauber, die Ruhe suchen und das ursprüngliche Kreta kennenlernen möchten.
Die schönsten Strände Südkretas
Die Südküste besitzt einige der schönsten Strände Griechenlands. Neben langen Sandstränden gibt es kleine Buchten, spektakuläre Felsküsten und abgelegene Badeplätze, die oft nur zu Fuß oder mit dem Boot erreichbar sind.
Kommos Beach
Der Kommos Beach gehört zu den längsten Naturstränden Kretas. Der breite Sandstrand südlich von Phaistos bietet selbst im Sommer viel Platz. Besonders beliebt ist er bei Ruhesuchenden und Naturliebhabern.
Preveli
Der Palmenstrand von Preveli zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Kretas. Hier mündet ein Fluss in das Libysche Meer und bildet zusammen mit einem großen Palmenhain eine einzigartige Landschaft. Viele Besucher erreichen den Strand über einen Wanderweg oder mit dem Boot ab Plakias oder Damnoni.
Damnoni
Damnoni ist einer der beliebtesten Sandstrände Südkretas. Gute Infrastruktur, Tavernen, Wassersportangebote und ausreichend Parkplätze machen den Strand besonders attraktiv. Von hier erreicht man außerdem Ammoudaki, One Rock Beach und Schinaria.
Triopetra
Triopetra verdankt seinen Namen den drei markanten Felsen am Strand. Trotz seiner Bekanntheit wirkt der lange Strand meist erstaunlich ruhig und gehört zu den schönsten Naturstränden Kretas.
Matala
Der Strand von Matala verbindet Badeurlaub mit Geschichte. Die berühmten Höhlen im Felsen und die Hippie-Vergangenheit machen den Ort einzigartig. Siehe: Busse nach Matal,a
Sweetwater Beach
Der Sweetwater Beach (Glyka Nera) ist nur mit dem Boot oder zu Fuß erreichbar. Kristallklares Wasser und steile Felswände sorgen für eine spektakuläre Kulisse.
Agios Pavlos
Agios Pavlos begeistert mit feinem Sand, beeindruckenden Dünen und glasklarem Wasser. Trotz seiner Schönheit bleibt der Strand meist deutlich ruhiger als viele bekannte Badeorte der Nordküste.
Myrtos
Direkt vor dem Dorf Myrtos liegt ein langer Strand mit kristallklarem Wasser und gemütlichen Tavernen. Die entspannte Atmosphäre macht ihn zu einem unserer Lieblingsstrände an der Südküste.
Wandern in Südkreta
Für viele Wanderfreunde ist Südkreta die schönste Region Griechenlands. Hohe Berge, tiefe Schluchten und das Libysche Meer liegen hier oft nur wenige Kilometer voneinander entfernt.
Samaria-Schlucht
Die Samaria-Schlucht ist die bekannteste Wanderung Kretas und gehört zu den berühmtesten Schluchten Europas. Die rund 16 Kilometer lange Tour endet in Agia Roumeli direkt am Meer.
Imbros-Schlucht
Die Imbros-Schlucht ist kürzer und einfacher zu begehen als die Samaria-Schlucht und eignet sich deshalb hervorragend für Familien und weniger geübte Wanderer.
Aradena-Schlucht
Die Aradena-Schlucht führt von der bekannten Brücke bei Aradena bis hinunter zum Marmara Beach. Sie gehört zu den spektakulärsten Wanderungen der Insel und richtet sich eher an erfahrene Wanderer.

Die Weißen Berge
Die Weißen Berge (Lefka Ori) prägen weite Teile Westkretas. Zahlreiche Wanderwege führen durch einsame Berglandschaften, traditionelle Dörfer und spektakuläre Schluchten. Viele der schönsten Touren Griechenlands befinden sich in dieser Region.
Phaistos – die bedeutendste Ausgrabung Südkretas
Phaistos gehört neben Knossos zu den wichtigsten minoischen Ausgrabungsstätten Kretas. Der ehemalige Palast liegt oberhalb der Messara-Ebene und bietet neben seiner historischen Bedeutung einen herrlichen Blick bis zum Libyschen Meer. Im Vergleich zu Knossos geht es hier deutlich ruhiger zu, sodass man die Anlage in entspannter Atmosphäre besichtigen kann.
Gavdos – Europas südlichste bewohnte Insel
Wer seinen Urlaub an der Südküste verbringt, sollte einen Ausflug nach Gavdos in Betracht ziehen. Die kleine Insel liegt rund 35 Kilometer südlich von Kreta und gilt als die südlichste dauerhaft bewohnte Insel Europas. Von Paleochora und Chora Sfakion verkehren während der Saison regelmäßig Fähren.
Gavdos ist ein Paradies für Naturliebhaber. Asphaltstraßen gibt es nur wenige, große Hotels sucht man vergeblich. Stattdessen erwarten Besucher kleine Dörfer, einsame Sandstrände und eine außergewöhnlich entspannte Atmosphäre.
Besonders bekannt ist der riesige Stuhl am Kap Tripiti. Er markiert symbolisch den südlichsten Punkt Europas und gehört zu den beliebtesten Fotomotiven der Insel.
Viele Besucher kommen nur für einen Tagesausflug. Wer jedoch etwas mehr Zeit mitbringt, sollte mindestens eine Nacht auf Gavdos verbringen. Erst dann erlebt man die besondere Ruhe der Insel, wenn die Tagesgäste wieder nach Kreta zurückgekehrt sind.
Mietwagen oder Bus?
Wer Südkreta wirklich kennenlernen möchte, sollte möglichst einen Mietwagen buchen. Zwar gibt es auch Busverbindungen, diese sind jedoch deutlich schlechter ausgebaut als an der Nordküste. Viele Orte werden nur wenige Male täglich angefahren und direkte Busverbindungen entlang der Südküste existieren praktisch nicht.
Die meisten Buslinien verbinden die Urlaubsorte mit der Nordküste oder den nächstgelegenen größeren Städten. Wer beispielsweise von Plakias nach Paleochora oder von Agia Galini nach Lentas reisen möchte, muss häufig große Umwege in Kauf nehmen.
Eine Besonderheit der Südküste sind die Fähren. Zwischen Paleochora, Sougia, Agia Roumeli, Loutro und Chora Sfakion verkehren während der Saison regelmäßig Schiffe. Sie ersetzen in diesem Abschnitt die fehlende Küstenstraße und gehören gleichzeitig zu den schönsten Schiffsfahrten auf Kreta.
Für Individualurlauber ist deshalb ein Mietwagen die beste Wahl. Viele der schönsten Strände, Bergdörfer, Schluchten und Aussichtspunkte lassen sich nur mit dem eigenen Fahrzeug bequem erreichen.
Wer keinen Mietwagen mieten möchte, findet in vielen Urlaubsorten auch Roller oder Motorroller. Für kürzere Ausflüge sind sie eine gute Alternative. In mehreren Orten werden inzwischen außerdem E-Bikes vermietet. Allerdings sollte man die teilweise steilen Straßen an der Südküste nicht unterschätzen.
Kulinarisches Südkreta
Auch kulinarisch unterscheidet sich die Südküste von vielen Urlaubsorten an der Nordküste. Große internationale Restaurantketten findet man hier kaum. Stattdessen prägen kleine Familienbetriebe das Bild. Nicht selten steht der Besitzer selbst am Grill oder in der Küche, während sich andere Familienmitglieder um den Service kümmern.
Serviert werden vor allem traditionelle kretische Gerichte. Frischer Fisch, gegrillter Oktopus, Lamm aus den Bergen, Ziegenfleisch sowie zahlreiche vegetarische Speisen gehören fast überall zur Speisekarte. Dakos, Kalitsounia, Gemista oder langsam geschmorte Ofengerichte sind typisch für die Region.
Viele Tavernen verwenden Produkte aus der unmittelbaren Umgebung. Olivenöl stammt oft aus eigener Produktion, Gemüse wird von Bauern aus dem Nachbardorf geliefert und auch Käse oder Fleisch kommen häufig direkt von Erzeugern aus der Region.
Zum Abschluss eines Essens gehört fast überall ein Glas Raki. Häufig werden dazu noch frisches Obst oder ein kleines Dessert serviert – selbstverständlich kostenlos. Diese Gastfreundschaft gehört für viele Urlauber zu den schönsten Erinnerungen an Kreta.
Unser Tipp: Verlassen Sie ruhig einmal die Promenade und gehen Sie einige Straßen ins Dorf hinein. Gerade dort findet man oft die Tavernen, in denen auch viele Einheimische essen. Nach unserer Erfahrung gibt es dort häufig die authentischste Küche zu sehr fairen Preisen.
Warum es an der Südküste kaum große Hotelanlagen gibt
Viele Urlauber fragen sich, warum es an der Südküste so wenige große Hotelkomplexe gibt. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen fällt das Gelände an vielen Stellen steil zum Meer ab. Große Hotelanlagen lassen sich dort deutlich schwieriger errichten als an den flachen Küstenabschnitten der Nordküste.
Hinzu kommen vergleichsweise niedrige Gebäude. In vielen Urlaubsorten bestehen Hotels und Apartmentanlagen nur aus wenigen Stockwerken. Dadurch wirken die Orte deutlich offener und persönlicher als viele Ferienzentren in anderen Mittelmeerregionen.
Außerdem fehlen an der Südküste wichtige Voraussetzungen für einen klassischen Massentourismus. Es gibt keinen Flughafen, keine Autobahn und nur wenige größere Straßen. Genau diese vergleichsweise geringe Erschließung hat dazu beigetragen, dass viele Orte ihren ursprünglichen Charakter bis heute bewahren konnten.
Wer große All-inclusive-Anlagen sucht, wird deshalb an der Nordküste eher fündig. Wer kleine Hotels, familiengeführte Pensionen und persönliche Gastfreundschaft schätzt, fühlt sich an der Südküste meist deutlich wohler.
Unsere persönlichen Lieblingsorte an der Südküste
Nach vielen Reisen an die Südküste werden wir häufig gefragt, welcher Ort uns am besten gefällt. Eine eindeutige Antwort gibt es darauf nicht. Jeder Ort besitzt seinen eigenen Charakter und gerade diese Vielfalt macht den besonderen Reiz der Südküste aus.
Plakias – unsere zweite Heimat auf Kreta
Plakias ist für uns weit mehr als nur ein Urlaubsort. Über viele Jahre ist der kleine Küstenort zu unserer zweiten Heimat auf Kreta geworden. Von hier aus haben wir einen großen Teil der Südküste erkundet.
Uns gefällt vor allem die Kombination aus guter Infrastruktur und beeindruckender Natur. Rund um Plakias liegen einige der schönsten Strände der Insel wie Damnoni, Ammoudaki, One Rock Beach, Schinaria und Preveli. Gleichzeitig beginnen direkt hinter dem Ort hohe Berge, Schluchten und kleine traditionelle Dörfer. Für uns ist Plakias der beste Ausgangspunkt, um Südkreta zu entdecken.
Sougia – Ruhe wie kaum anderswo
Sougia gehört zu den ruhigsten Urlaubsorten Kretas. Große Hotels oder lautes Nachtleben sucht man hier vergeblich. Stattdessen bestimmen kleine Pensionen, gemütliche Tavernen und ein langer Strand das Ortsbild.
Besonders gefallen uns die entspannte Atmosphäre und die spektakuläre Landschaft. Wer einige Tage wirklich abschalten möchte, findet in Sougia ideale Bedingungen.
Pitsidia – das ursprüngliche Dorf bei Matala
Nur wenige Kilometer von Matala entfernt liegt das Dorf Pitsidia. Obwohl jedes Jahr viele Urlauber nach Matala kommen, hat sich Pitsidia seinen ursprünglichen Charakter bewahrt. Kleine Plätze, traditionelle Tavernen und die herzliche Gastfreundschaft der Einwohner machen den Ort zu einem unserer persönlichen Favoriten.
Wer die Strände von Matala und Kommos genießen möchte, abends aber lieber in einem ruhigen Dorf übernachtet, findet in Pitsidia eine hervorragende Alternative.
Myrtos – klein, grün und voller Charme
Myrtos gehört zu den Orten, die viele Urlauber erst beim zweiten oder dritten Kreta-Urlaub entdecken. Gerade das macht seinen besonderen Reiz aus. Der kleine Ort wirkt ausgesprochen gepflegt, überall blühen Pflanzen und Blumen und direkt am Strand laden gemütliche Tavernen zum Verweilen ein.
Wer Ruhe sucht und das ursprüngliche Kreta erleben möchte, wird sich in Myrtos wahrscheinlich genauso wohl fühlen wie wir.
Was gefällt uns weniger?
So sehr wir Südkreta lieben – natürlich gibt es auch einige Nachteile. Genau diese Ehrlichkeit gehört für uns zu einem guten Reiseführer.
Die Anreise dauert meist etwas länger als zu den Urlaubsorten an der Nordküste. Von den Flughäfen in Heraklion oder Chania muss man zunächst die Berge überqueren, bevor man die Südküste erreicht.
Auch die Straßen sind oft kurvig. Dafür wird man allerdings immer wieder mit spektakulären Ausblicken belohnt.
Ohne Mietwagen ist man in vielen Regionen deutlich weniger flexibel. Zwar gibt es Busverbindungen, doch diese reichen bei weitem nicht an das Angebot der Nordküste heran.
Wer ausgedehntes Nachtleben, große Einkaufszentren oder luxuriöse Hotelanlagen sucht, wird an der Nordküste wahrscheinlich besser aufgehoben sein. Die Südküste bietet stattdessen Ruhe, Natur und kleine familiengeführte Betriebe.
Häufige Fragen zu Südkreta
Ist Südkreta wärmer als die Nordküste?
Ja. Die Temperaturen liegen häufig zwei bis vier Grad höher. Besonders der Südosten rund um Ierapetra zählt zu den wärmsten Regionen Europas.
Braucht man einen Mietwagen?
Nach unserer Meinung ja. Viele der schönsten Strände, Bergdörfer und Sehenswürdigkeiten lassen sich mit einem Mietwagen deutlich einfacher erreichen als mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Wann ist die beste Reisezeit?
Zum Wandern eignen sich April und Mai hervorragend. Badeurlaub ist von Mai bis weit in den Oktober möglich. Besonders schön empfinden wir den September, wenn das Meer angenehm warm ist und die große Sommerhitze langsam nachlässt.
Gibt es Sandstrände?
Ja. Zu den bekanntesten Sandstränden gehören Kommos, Preveli, Damnoni, Agios Pavlos und Matala. Daneben gibt es zahlreiche kleinere Buchten mit Sand oder feinem Kies.
Ist Südkreta für Familien geeignet?
Ja. Besonders Orte wie Plakias oder Agia Galini bieten gute Voraussetzungen für einen Familienurlaub. Wer allerdings viele Freizeitparks oder große Hotelanlagen sucht, ist an der Nordküste besser aufgehoben.
Unser Fazit
Für uns ist Südkreta der schönste Teil der Insel. Nirgendwo sonst verbinden sich beeindruckende Natur, kleine charaktervolle Orte, traditionelle Tavernen und das tiefblaue Libysche Meer auf so harmonische Weise.
Natürlich verändert auch der Tourismus die Südküste. Dennoch hat sich die Region viel von ihrem ursprünglichen Charakter bewahrt. Gerade das macht für uns ihren besonderen Reiz aus.
Unser Rat lautet deshalb: Planen Sie bei Ihrem ersten Kreta-Urlaub unbedingt einige Tage an der Südküste ein. Selbst wenn Sie Ihren Urlaub an der Nordküste verbringen, lohnt sich ein Abstecher in diese faszinierende Region. Die Chancen stehen gut, dass Sie beim nächsten Urlaub länger bleiben möchten.