Müll auf Kreta: Mülltrennung, Container und Recycling

Veröffentlicht von

Wer länger auf Kreta Urlaub macht oder in einer Ferienwohnung wohnt, bemerkt schnell, dass die Müllentsorgung teilweise anders funktioniert als in Deutschland. Eigene Mülltonnen direkt vor jedem Haus sind vor allem in kleineren Orten nicht überall üblich. Stattdessen wird der Hausmüll häufig zu öffentlichen Containern und Sammelstellen gebracht.

Für Hotelurlauber spielt das kaum eine Rolle. Sie entsorgen ihren Abfall einfach im Hotelzimmer oder in den vorgesehenen Mülleimern der Anlage. Wer dagegen mehrere Wochen in einem Apartment oder Ferienhaus lebt, muss sich häufig selbst darum kümmern, den Müll zu einer Sammelstelle zu bringen.

Offiziell gibt es auf Kreta inzwischen zahlreiche Systeme für Mülltrennung und Recycling. Wie umfangreich sie sind, unterscheidet sich allerdings von Gemeinde zu Gemeinde. Chania beispielsweise nutzt verschiedene Container für Verpackungen, Papier, Glas und teilweise Bioabfälle. Die örtliche Abfallgesellschaft DEDISA sammelt außerdem Sperrmüll, Elektrogeräte und weitere Abfallarten getrennt ein.

Müll auf Kreta auf einen Blick

  • Hausmüll wird häufig zu öffentlichen Sammelstellen gebracht.
  • Nicht jedes Haus besitzt eine eigene Mülltonne wie in Deutschland.
  • Blaue Container sind vielerorts für recyclingfähige Verpackungen vorgesehen.
  • Glas wird teilweise separat gesammelt.
  • Bioabfall wird noch nicht überall getrennt gesammelt.
  • Plastikflaschen machen besonders im Sommer einen großen Teil des Mülls aus.
  • Altbatterien können häufig in Supermärkten und anderen Geschäften abgegeben werden.
  • Die Situation hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert.

Wie wird Hausmüll auf Kreta entsorgt?

In vielen Orten gibt es größere öffentliche Müllcontainer, die von mehreren Haushalten gemeinsam genutzt werden. Diese stehen beispielsweise an Hauptstraßen, am Ortsrand oder an größeren Sammelstellen.

Nach unserer Erfahrung fährt man den Hausmüll häufig mit dem Auto zu einer solchen Sammelstelle und wirft die Müllsäcke dort in die entsprechenden Container. Wer ohnehin regelmäßig mit dem Auto unterwegs ist, kann das problemlos mit einem Einkauf oder einer anderen Fahrt verbinden.

Schwieriger kann diese Form der Müllentsorgung für Menschen ohne eigenes Fahrzeug sein. Liegt die nächste Sammelstelle einige hundert Meter oder noch weiter entfernt, ist ein größerer Müllbeutel zu Fuß natürlich weniger angenehm zu transportieren.

Neben den großen Sammelstellen gibt es in den Orten zahlreiche kleinere öffentliche Mülleimer. Diese sind für kleinere Mengen unterwegs praktisch, ersetzen für Bewohner einer Ferienwohnung aber normalerweise nicht die großen Müllcontainer.

Für Hotelgäste ist die Müllentsorgung einfach

Wer in einem Hotel wohnt, muss sich mit dem örtlichen Müllsystem normalerweise überhaupt nicht beschäftigen. Abfall kommt in den Mülleimer im Hotelzimmer oder in die Müllbehälter der Hotelanlage. Das Personal kümmert sich anschließend um die weitere Entsorgung.

Interessanter wird das Thema für Urlauber in Ferienwohnungen, Ferienhäusern und Apartments. Gerade bei einem längeren Aufenthalt kann der Vermieter erklären, wo sich die nächste Müllsammelstelle befindet und welche Container für welche Abfälle vorgesehen sind.

Unser Tipp für Ferienwohnungen

Fragen Sie bei der Ankunft kurz, wo der Hausmüll entsorgt wird. Besonders in kleinen Orten ist die nächste Sammelstelle nicht immer sofort zu erkennen. Außerdem unterscheiden sich die Möglichkeiten zur Mülltrennung regional.

Warum riechen Müllsammelstellen auf Kreta manchmal so stark?

Ein unangenehmer Punkt lässt sich kaum übersehen: Manche größere Müllsammelstellen riechen im Sommer ausgesprochen stark.

Bei Temperaturen von deutlich über 30 Grad beginnen Lebensmittelreste und andere organische Abfälle sehr schnell zu riechen. Wenn die Container gleichzeitig voll oder überfüllt sind, kann der Geruch besonders intensiv werden.

Nach unserer Erfahrung kann man größere Sammelstellen je nach Windrichtung manchmal bereits aus mehreren hundert Metern Entfernung riechen. In ungünstiger Lage kann der Geruch zeitweise sogar bis zu Hotels und Ferienanlagen ziehen.

Das bedeutet nicht, dass es in jedem Urlaubsort ständig nach Müll riecht. Es handelt sich vielmehr um ein lokales Problem einzelner Sammelstellen, das besonders bei großer Hitze, ungünstigem Wind und vollen Containern auffällt.

Im Sommer sind manche Container überfüllt

In der Hauptsaison steigt die Zahl der Menschen in den Ferienorten erheblich. Gleichzeitig entstehen große Mengen zusätzlicher Verpackungen, Getränkeflaschen, Lebensmittelreste und Restaurantabfälle.

Nach unserer Beobachtung sind die öffentlichen Container deshalb im Sommer teilweise überfüllt. Die Müllabfuhr wirkt in manchen Orten mit den saisonalen Abfallmengen zeitweise überfordert. Wie häufig einzelne Container tatsächlich geleert werden, unterscheidet sich jedoch regional.

Toilettenpapier gehört häufig in den Müll

Eine Besonderheit ist für viele deutsche Urlauber zunächst gewöhnungsbedürftig. In vielen Hotels, Ferienwohnungen, Restaurants und öffentlichen Toiletten auf Kreta soll benutztes Toilettenpapier nicht in die Toilette geworfen werden.

Stattdessen steht direkt neben dem WC ein kleiner Abfalleimer. Das benutzte Papier kommt in diesen Eimer und wird später mit dem normalen Restmüll entsorgt.

Der Grund liegt in der örtlichen Abwasserinfrastruktur. Viele Leitungen sind nicht dafür ausgelegt, größere Mengen Toilettenpapier problemlos zu transportieren. Deshalb sollte man entsprechende Hinweisschilder unbedingt beachten.

Wichtig für Urlauber

Steht neben der Toilette ein Abfalleimer und weist ein Schild darauf hin, das Toilettenpapier nicht herunterzuspülen, sollte man sich daran halten. Verstopfte Abwasserleitungen sind für Unterkunft und Gäste wesentlich unangenehmer als die ungewohnte Entsorgung über den Mülleimer.

Dass benutztes Toilettenpapier zusammen mit Lebensmittelresten und anderem Restmüll entsorgt wird, trägt bei sommerlicher Hitze zusätzlich zur Geruchsentwicklung an den Müllsammelstellen bei.

Mülltrennung auf Kreta

Mülltrennung gibt es auf Kreta schon seit vielen Jahren. Das System ist allerdings nicht überall identisch. Die verfügbaren Container und Sammelsysteme hängen von der jeweiligen Gemeinde und dem örtlichen Entsorgungsunternehmen ab.

In Chania beispielsweise informiert die Gemeinde aktuell über mehrere getrennte Sammelsysteme. In den normalen blauen Recyclingcontainer gehören dort Verpackungen aus Kunststoff, Papier beziehungsweise Karton, Aluminium und Weißblech. Glas, Bioabfälle, Flüssigkeiten und normaler Restmüll gehören ausdrücklich nicht hinein.

Was gehört in den blauen Container?

Nach den aktuellen Vorgaben der Stadt Chania gehören unter anderem folgende Verpackungen in den blauen Recyclingcontainer:

  • Plastikflaschen von Wasser und Softdrinks
  • Kunststoffverpackungen
  • Verpackungen von Joghurt und anderen Lebensmitteln
  • Papier- und Kartonverpackungen
  • zusammengefaltete Kartons
  • Aluminiumdosen
  • Konservendosen und andere Metallverpackungen

Die Stadt Chania weist außerdem darauf hin, dass recyclingfähige Verpackungen nicht in einem zugebundenen Müllbeutel in den Container geworfen werden sollen.

Mülltrennung funktioniert in der Praxis nur teilweise

Das offizielle System ist die eine Seite, die tägliche Praxis die andere. Nach unserer Erfahrung trennen viele Menschen ihren Abfall, andere dagegen weniger konsequent.

In Recyclingcontainern findet man deshalb gelegentlich Dinge, die dort eigentlich nicht hineingehören. Umgekehrt landen zahlreiche grundsätzlich recyclingfähige Verpackungen weiterhin im normalen Hausmüll.

Im Grunde ist das nicht völlig anders als in anderen europäischen Ländern. An großen öffentlichen Sammelstellen fällt die falsche Entsorgung allerdings besonders deutlich auf.

Unser Tipp

Orientieren Sie sich nicht daran, was andere bereits in einen Container geworfen haben. Beachten Sie stattdessen die Aufkleber und Symbole auf den Müllbehältern. Die Farben und Sammelsysteme können sich je nach Gemeinde unterscheiden.

Glas wird separat gesammelt

Für Glas gibt es auf Kreta vielerorts eigene Sammelbehälter. Sie stehen allerdings nicht unbedingt an jeder kleinen Müllsammelstelle.

In Chania werden Glasflaschen und Gläser beispielsweise separat gesammelt. Die Stadt verwendet dafür unter anderem gelbe glockenförmige Glascontainer. Glas gehört dort ausdrücklich nicht in den normalen blauen Verpackungscontainer.

In der Praxis landet trotzdem weiterhin ein Teil des Glases im normalen Hausmüll. Auch hier funktioniert die Mülltrennung nicht immer konsequent.

Wer in einer Ferienwohnung größere Mengen Glasflaschen sammelt, kann beim Vermieter nach dem nächsten Glascontainer fragen.

Plastikflaschen sind ein großes Müllproblem

Besonders auffällig sind auf Kreta die enormen Mengen an Plastikflaschen. Das gilt vor allem während der heißen Sommermonate.

Wasser wird von Urlaubern und Einheimischen häufig in großen Kunststoffflaschen gekauft. Viele Feriengäste nehmen im Supermarkt gleich komplette Pakete mit mehreren 1,5-Liter-Flaschen mit.

Auch Restaurants und Cafés servieren Wasser und Softdrinks häufig in Flaschen. Dadurch entstehen während der Saison jeden Tag große Mengen leerer Verpackungen.

Offiziell können Plastikflaschen beispielsweise in Chania über den blauen Recyclingcontainer gesammelt werden. Nach unserer persönlichen Beobachtung landen trotzdem sehr viele dieser Flaschen zusammen mit dem normalen Hausmüll in den Restmüllcontainern.

Dadurch wächst nicht nur die Menge des Abfalls, sondern auch dessen Volumen. Eine leere 1,5-Liter-Flasche nimmt im Container relativ viel Platz ein.

Leichte Plastikabfälle werden vom Wind verteilt

An offenen oder überfüllten Sammelstellen entsteht noch ein weiteres Problem. Leichte Plastiktüten und andere Kunststoffabfälle können bei starkem Wind aus den Müllbehältern oder von den daneben abgestellten Säcken weggeweht werden.

Rund um manche Sammelplätze sieht man deshalb Plastiktüten, Folien und Verpackungen an Straßenrändern, Zäunen oder in der umliegenden Landschaft.

Nicht jeder Müll, den man in der Landschaft sieht, wurde also unbedingt absichtlich dort hingeworfen. Ein Teil gelangt auch durch Wind aus offenen oder überfüllten Sammelstellen in die Umgebung.

Katzen suchen an Müllcontainern nach Futter

Rund um Müllcontainer sieht man auf Kreta häufig freilebende Katzen. Lebensmittelreste machen die Sammelstellen für die Tiere zu einer regelmäßigen Futterquelle.

Einige dieser Katzen wirken gut versorgt, andere sind sehr dünn oder sichtbar krank. Besonders an großen Müllplätzen außerhalb der Orte sieht man immer wieder Tiere, die Müllsäcke und offene Container nach Essbarem durchsuchen.

Das Thema Straßenkatzen ist auf Kreta komplex und gehört eigentlich in einen eigenen Artikel. Im Zusammenhang mit Müll fällt jedoch auf, dass offene Lebensmittelabfälle die Tiere zusätzlich zu solchen Sammelstellen locken.

Altbatterien nicht in den Hausmüll werfen

Bei Batterien funktioniert die getrennte Sammlung vergleichsweise gut. In Griechenland betreibt das System AFIS ein großes Netz von Sammelbehältern für gebrauchte Batterien.

Nach Angaben von AFIS gibt es landesweit mehr als 75.000 Sammelpunkte, unter anderem in Supermärkten, Geschäften, Schulen, Gemeinden und öffentlichen Einrichtungen.

Auch auf Kreta findet man solche Behälter besonders häufig in größeren Supermärkten und Geschäften, die Batterien verkaufen. Wer während des Urlaubs leere Batterien hat, sollte sie dort abgeben und nicht in den normalen Müll werfen.

Praktischer Entsorgungstipp

Leere Batterien einfach beim nächsten größeren Supermarkt mitnehmen. Häufig steht im Eingangs- oder Kassenbereich ein spezieller Sammelbehälter.

Bioabfall: Noch kein einheitliches System auf ganz Kreta

Bei Bioabfällen ist das Bild uneinheitlich. In vielen kleineren Orten werden Küchen- und Lebensmittelreste nach unserer Erfahrung weiterhin zusammen mit dem normalen Restmüll entsorgt.

Gleichzeitig bauen einzelne Gemeinden inzwischen Systeme zur getrennten Sammlung von Bioabfällen auf. Die Abfallgesellschaft DEDISA im Raum Chania nennt Bioabfälle ausdrücklich als eigene Sammelkategorie.

Urlauber sollten deshalb nicht davon ausgehen, dass es auf ganz Kreta ein einheitliches System gibt. Wo keine separate Biotonne vorhanden ist, landen Essensreste normalerweise im Restmüll.

Sperrmüll auf Kreta: Wohin mit Möbeln und großen Gegenständen?

Neben normalen Müllsäcken sieht man an größeren Sammelstellen auf Kreta gelegentlich auch alte Möbel, Matratzen und andere sperrige Gegenstände. Die Entsorgung unterscheidet sich dabei deutlich von dem System, das viele Urlauber aus Deutschland kennen.

Nach unserer Erfahrung gibt es besonders außerhalb der größeren Städte Sammelstellen, an denen keine Mitarbeiter dauerhaft anwesend sind. Die Einwohner bringen ihren Abfall selbst dorthin. Neben den normalen Containern werden dort teilweise auch größere Gegenstände abgestellt.

Das sollte allerdings nicht mit einem deutschen Wertstoffhof gleichgesetzt werden. Die Organisation unterscheidet sich je nach Gemeinde. Für bestimmte Abfälle gibt es zudem kommunale Abhol- und Sammelsysteme.

Im Gemeindegebiet Chania werden beispielsweise sperrige Gegenstände wie alte Möbel sowie größere Elektrogeräte getrennt erfasst. Die Stadt weist darauf hin, dass die zuständige Stelle kontaktiert werden soll, bevor solche Gegenstände herausgestellt werden. Die Entsorgung großer Gegenstände einfach neben einem beliebigen Müllcontainer ist also nicht automatisch erlaubt.

Wichtig für Urlauber

Wer in einer Ferienwohnung einen größeren Gegenstand entsorgen muss, sollte nicht einfach irgendeine öffentliche Sammelstelle benutzen. Am besten fragt man den Vermieter. Für normalen Urlaubsmüll ist das kaum relevant, bei einem längeren Aufenthalt kann es aber wichtig sein.

Illegale Müllkippen waren früher ein großes Problem

Wer Kreta erst seit wenigen Jahren kennt, kann sich kaum vorstellen, wie deutlich sich die Müllsituation auf der Insel verändert hat.

Vor einigen Jahrzehnten waren illegale Müllablagerungen in Griechenland wesentlich verbreiteter. Auch auf Kreta konnte man außerhalb der Orte immer wieder größere Mengen Abfall in der Landschaft sehen.

Dabei ging es nicht nur um einzelne Plastikflaschen oder weggeworfene Verpackungen. Nach unserer Erinnerung lagen früher teilweise alte Sofas, Kühlschränke, Möbel und andere große Gegenstände einfach in der Landschaft.

Solche Bilder sind heute wesentlich seltener geworden.

Griechenland hatte lange Probleme mit illegalen Deponien

Das Problem beschränkte sich nicht auf Kreta. Griechenland wurde wegen illegaler beziehungsweise nicht den europäischen Anforderungen entsprechender Deponien mehrfach vom Europäischen Gerichtshof verurteilt.

2014 verhängte der Gerichtshof wegen der weiterhin bestehenden illegalen Deponien finanzielle Sanktionen gegen Griechenland. Das Land musste einen Pauschalbetrag von 10 Millionen Euro zahlen. Hinzu kamen halbjährliche Strafzahlungen, deren Höhe von der Zahl der noch betriebenen beziehungsweise noch nicht sanierten illegalen Deponien abhing.

Die Europäische Kommission stellte später erhebliche Fortschritte fest. Zahlreiche illegale Deponien wurden geschlossen und saniert. Die noch bestehenden Fälle wurden schrittweise reduziert.

Damit lässt sich auch die Veränderung erklären, die langjährige Kreta-Besucher beobachten können: Große wilde Müllablagerungen in der Landschaft sind heute wesentlich seltener als früher.

Die Landschaft ist heute deutlich sauberer

Natürlich findet man auf Kreta weiterhin weggeworfene Flaschen, Plastiktüten, Dosen und anderen Abfall. Besonders an Straßenrändern und rund um überfüllte Müllcontainer kann Müll sichtbar sein.

Die Situation sollte aber nicht mit den Verhältnissen vor einigen Jahrzehnten gleichgesetzt werden.

Viele alte Ablagerungen wurden beseitigt. Gleichzeitig haben sich die Möglichkeiten zur regulären Entsorgung verbessert. Nach unserer Beobachtung bringen heute wesentlich mehr Einwohner auch größere Abfälle zu den vorgesehenen Sammelstellen.

Dass die Entsorgung für Haushalte unkompliziert möglich ist, trägt sicherlich dazu bei.

Unser Eindruck nach vielen Jahren Kreta

Das Müllproblem ist nicht verschwunden. Besonders überfüllte Container, Plastikflaschen und schlecht gepflegte Sammelstellen fallen weiterhin auf. Insgesamt hat sich die Situation nach unserer Erfahrung aber deutlich verbessert. Alte Kühlschränke, Sofas und große Müllberge irgendwo in der Landschaft sieht man heute wesentlich seltener als früher.

Was passiert mit dem Müll nach der Abholung?

Auch hier hat sich in den vergangenen Jahrzehnten viel verändert. Früher spielte die einfache Ablagerung von Abfällen auf Deponien eine wesentlich größere Rolle.

Heute gibt es auf Kreta moderne Anlagen zur Sortierung und Behandlung von Abfällen. Ziel ist es, wiederverwertbare Materialien zurückzugewinnen, organische Bestandteile zu behandeln und die Menge des Mülls zu reduzieren, die anschließend noch deponiert werden muss.

Ein Beispiel ist die Abfallbehandlung im Raum Chania. Die kommunale Gesellschaft DEDISA betreibt dort Einrichtungen zur Behandlung und Verwertung kommunaler Abfälle und organisiert verschiedene getrennte Sammelsysteme.

Auch in anderen Regionen Kretas wurden beziehungsweise werden entsprechende Anlagen aufgebaut und modernisiert. Die Abfallwirtschaft der Insel entwickelt sich damit zunehmend von der einfachen Deponierung hin zu Sortierung, Recycling und moderner Abfallbehandlung.

EU-Vorgaben haben den Wandel beschleunigt

Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung sind die europäischen Vorgaben zur Abfallwirtschaft. Griechenland musste alte illegale Deponien schließen, bestehende Anlagen modernisieren und Systeme zur getrennten Sammlung und Verwertung ausbauen.

Dieser Prozess ist noch nicht überall abgeschlossen. Die Unterschiede zwischen moderner Abfallbehandlung auf der einen Seite und teilweise überfüllten öffentlichen Containern auf der anderen Seite können für Urlauber deshalb zunächst widersprüchlich wirken.

Beides kann gleichzeitig zutreffen: Die technische Abfallbehandlung hat sich erheblich verbessert, während Sammlung und Mülltrennung vor Ort weiterhin nicht überall optimal funktionieren.

Elektrogeräte gehören nicht in den normalen Hausmüll

Alte Elektrogeräte enthalten verschiedene Materialien, die getrennt behandelt werden sollten. Kühlschränke, Fernseher, Computer und andere Elektrogeräte gehören deshalb nicht in den normalen Restmüll.

Für Elektro- und Elektronikgeräte gibt es in Griechenland organisierte Rücknahme- und Recyclingsysteme. Größere Geräte können je nach Gemeinde über spezielle Abholungen beziehungsweise Sammelstellen entsorgt werden.

Für einen normalen Urlauber spielt das kaum eine Rolle. Wer jedoch längere Zeit auf Kreta lebt oder eine eigene Ferienimmobilie besitzt, sollte alte Elektrogeräte nicht einfach neben den nächsten Müllcontainer stellen.

Warum sieht man manchmal Müll neben den Containern?

Ein Müllsack neben einem Container bedeutet nicht zwangsläufig, dass jemand seinen Abfall illegal entsorgen wollte.

Gerade im Sommer sind Container teilweise bereits vollständig gefüllt. Weitere Müllsäcke werden dann daneben gestellt. Hinzu kommen größere Gegenstände, die gar nicht in einen normalen Container passen.

Problematisch wird das bei starkem Wind. Ein geschlossener Müllsack bleibt normalerweise liegen, leichte Verpackungen und Plastiktüten können dagegen über größere Entfernungen verweht werden.

So entsteht rund um einzelne Sammelstellen schnell ein wesentlich schlechterer Eindruck als in der umliegenden Landschaft.

Sind die Strände auf Kreta vermüllt?

Nein, dieses Bild würde unserer Erfahrung nicht entsprechen. Die meisten touristisch genutzten Strände auf Kreta sind überwiegend sauber.

Vor Beginn der Sommersaison werden viele Strände aufwendig vorbereitet. Dazu gehört nicht nur das Aufstellen von Liegen und Sonnenschirmen. Auch Abfälle und Material, das während des Winters angespült oder zurückgelassen wurde, werden entfernt.

Während der Saison werden stark besuchte und bewirtschaftete Strände ebenfalls regelmäßig gereinigt.

Das Ergebnis ist sichtbar: An den meisten bekannten Badestränden liegt keineswegs überall Müll herum.

Plastik findet man trotzdem gelegentlich

Vollständig vermeiden lässt sich Müll am Meer natürlich nicht. Gelegentlich findet man Plastikverpackungen, Flaschendeckel oder andere kleinere Kunststoffteile.

Dabei muss der Abfall nicht zwangsläufig von den Besuchern des jeweiligen Strandes stammen. Kunststoff kann über das Meer angespült werden und aus anderen Regionen stammen.

Gerade nach Winterstürmen können an unbewirtschafteten Küstenabschnitten deutlich mehr angeschwemmte Gegenstände liegen als an den im Sommer regelmäßig gereinigten Touristenstränden.

Zigarettenkippen im Sand bleiben ein Problem

Ein wesentlich kleinerer, aber auffälliger Abfall sind Zigarettenkippen. Man findet sie leider immer wieder im Sand.

Eine Zigarettenkippe ist kein harmloser organischer Abfall. Filter bestehen zum großen Teil aus Kunststofffasern und bleiben lange in der Umwelt.

Wer an einem Strand raucht, sollte die Kippen deshalb sammeln und im nächsten Mülleimer entsorgen. Ein kleiner verschließbarer Taschenaschenbecher ist dafür praktisch.

Was können Urlauber auf Kreta beim Müll besser machen?

Urlauber können das Müllproblem der Insel natürlich nicht lösen. Einige einfache Verhaltensweisen helfen aber und verursachen keinerlei zusätzlichen Aufwand.

  1. Vorhandene Recyclingcontainer benutzen: Plastik-, Metall- und andere geeignete Verpackungen gehören in den dafür vorgesehenen Container.
  2. Glas getrennt entsorgen: Wenn ein Glascontainer vorhanden ist, sollten Flaschen und Gläser dort hinein.
  3. Plastikflaschen zusammendrücken: Dadurch benötigen sie erheblich weniger Platz im Container.
  4. Batterien zurückgeben: Sammelboxen findet man häufig in größeren Supermärkten und anderen Geschäften.
  5. Keinen Müll neben volle Container werfen, wenn eine Alternative erreichbar ist: Besonders leichte Verpackungen werden schnell vom Wind verteilt.
  6. Hinweise auf Toiletten beachten: Wenn Toilettenpapier in den Abfalleimer gehört, sollte man sich daran halten.
  7. Am Strand nichts zurücklassen: Das gilt selbstverständlich auch für Zigarettenkippen.

Weniger Plastikflaschen im Urlaub

Wer mehrere Wochen auf Kreta verbringt, merkt schnell, wie viele leere Wasserflaschen dabei zusammenkommen können. Schon zwei Personen können bei großer Hitze täglich mehrere Liter Wasser trinken.

Bei ausschließlich 1,5-Liter-Einwegflaschen entsteht dadurch innerhalb weniger Wochen eine erstaunliche Menge Kunststoff.

Wo das Leitungswasser vor Ort zum Trinken geeignet ist und geschmacklich akzeptiert wird, kann eine wiederverwendbare Trinkflasche die Abfallmenge reduzieren. Ob Leitungswasser zum Trinken empfohlen wird, sollte man allerdings lokal prüfen beziehungsweise den Vermieter fragen.

Eine weitere Möglichkeit sind größere Wassergebinde, wenn man viel Wasser benötigt. Dadurch fällt zumindest weniger Verpackungsmaterial pro Liter an.

Warum ist Müll auf Kreta gerade im Sommer ein schwieriges Thema?

Mehrere Faktoren kommen gleichzeitig zusammen. Die Temperaturen sind hoch, in den Urlaubsorten befinden sich wesentlich mehr Menschen als im Winter und der Verbrauch von Getränken steigt stark.

Restaurants, Hotels und Ferienwohnungen produzieren zusätzliche Lebensmittel- und Verpackungsabfälle. Gleichzeitig entstehen enorme Mengen leerer Wasser- und Softdrinkflaschen.

Organische Abfälle beginnen bei sommerlichen Temperaturen sehr schnell zu riechen. Werden Container nicht rechtzeitig geleert, kann eine Sammelstelle innerhalb kurzer Zeit unangenehm werden.

Das erklärt, warum ein Ort insgesamt sauber wirken kann und trotzdem an einer einzelnen Müllsammelstelle ein erhebliches Geruchsproblem besteht.

Häufige Fragen zu Müll und Recycling auf Kreta

Wo entsorgt man als Urlauber seinen Hausmüll?

In Hotels kümmert sich die Unterkunft darum. Bei Ferienwohnungen und Ferienhäusern bringt man den Müll häufig zu öffentlichen Containern beziehungsweise Sammelstellen. Der Vermieter kann erklären, wo sich die nächste befindet.

Gibt es Mülltrennung auf Kreta?

Ja. Es gibt verschiedene Systeme für Verpackungen, Glas, Batterien und weitere Abfallarten. Das konkrete System unterscheidet sich allerdings je nach Gemeinde.

Was bedeutet der blaue Müllcontainer?

Blaue Container werden in Griechenland typischerweise für recyclingfähige Verpackungen verwendet. Dazu gehören beispielsweise Kunststoff-, Metall-, Papier- und Kartonverpackungen. Die Beschriftung des jeweiligen Containers sollte trotzdem beachtet werden.

Gibt es Glascontainer auf Kreta?

Ja. Glas wird vielerorts separat gesammelt. Die entsprechenden Behälter stehen allerdings nicht an jeder kleinen Müllsammelstelle.

Gibt es eine Biotonne auf Kreta?

Nicht flächendeckend. Einzelne Gemeinden haben die getrennte Sammlung von Bioabfällen bereits eingeführt beziehungsweise bauen sie aus. In vielen kleineren Orten landen Lebensmittelreste nach unserer Erfahrung weiterhin im Restmüll.

Warum riechen die Müllcontainer so stark?

Lebensmittelreste, andere organische Abfälle und teilweise benutztes Toilettenpapier befinden sich im Restmüll. Bei Temperaturen von über 30 Grad entwickelt sich entsprechend schnell ein starker Geruch. Überfüllte Container verschärfen das Problem.

Darf Toilettenpapier auf Kreta in die Toilette?

In vielen Gebäuden nicht. Steht neben der Toilette ein kleiner Mülleimer und gibt es einen entsprechenden Hinweis, gehört benutztes Toilettenpapier in diesen Behälter. Die örtliche Abwasserinfrastruktur ist vielerorts nicht für größere Mengen Papier ausgelegt.

Wo entsorgt man alte Batterien?

Altbatterien können an zahlreichen Sammelstellen abgegeben werden. Besonders in größeren Supermärkten und Geschäften findet man entsprechende Sammelboxen.

Sind die Strände auf Kreta schmutzig?

Nach unserer Erfahrung sind die meisten touristischen Strände überwiegend sauber. Vor der Saison werden viele Strände gründlich gereinigt und vorbereitet. Gelegentlich findet man trotzdem Plastikabfälle und insbesondere Zigarettenkippen.

Gibt es noch wilde Müllkippen auf Kreta?

Illegale Müllablagerungen kommen weiterhin vor, das Problem ist nach unserer langjährigen Beobachtung aber wesentlich kleiner geworden. Große Ablagerungen mit alten Kühlschränken, Möbeln und anderen Gegenständen waren früher deutlich häufiger zu sehen.

Fazit: Kreta hat beim Müll große Fortschritte gemacht

Die Müllentsorgung auf Kreta funktioniert anders als in Deutschland. Besonders in kleineren Orten bringen Einwohner ihren Hausmüll häufig zu gemeinschaftlich genutzten öffentlichen Containern und Sammelstellen.

Für Urlauber ist das System normalerweise unkompliziert. Hotelgäste müssen sich überhaupt nicht darum kümmern. Wer in einer Ferienwohnung wohnt, sollte sich lediglich zeigen lassen, wo sich die nächste Sammelstelle und die Recyclingcontainer befinden.

Probleme gibt es weiterhin. Im Sommer sind einzelne Container überfüllt, Müllsammelstellen können stark riechen und die Mülltrennung wird nicht von allen Menschen konsequent umgesetzt. Besonders die enorme Zahl von Plastikflaschen fällt auf.

Gleichzeitig wäre es falsch, die heutige Situation mit der Vergangenheit gleichzusetzen. Wer Kreta schon seit Jahrzehnten kennt, kann die Verbesserung deutlich sehen. Alte Sofas, Kühlschränke und größere Müllberge mitten in der Landschaft waren früher wesentlich häufiger. Viele dieser Ablagerungen wurden beseitigt und die reguläre Abfallentsorgung wurde ausgebaut.

Auch technisch hat sich viel verändert. Moderne Abfallbehandlungs- und Recyclinganlagen haben die einfache Deponierung zunehmend ersetzt. Getrennte Sammelsysteme für Verpackungen, Glas, Batterien, Elektrogeräte und teilweise Bioabfälle werden weiter ausgebaut.

Die meisten touristischen Strände sind zudem überwiegend sauber und werden vor und während der Saison gepflegt. Das Müllproblem ist auf Kreta also keineswegs verschwunden, aber die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte ist insgesamt positiv.

Als Urlauber kann man seinen kleinen Beitrag leisten: vorhandene Recyclingcontainer benutzen, Glas und Batterien getrennt entsorgen, Plastikflaschen möglichst vermeiden oder zumindest korrekt recyceln und selbstverständlich keinen Müll am Strand oder in der Landschaft zurücklassen.