Nationalparks in Griechenland

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Nationalparks in Griechenland auf einen Blick

  • Griechenland besitzt Nationalparks, Waldnationalparks, Meeresnationalparks und zahlreiche weitere Natura-2000-Schutzgebiete.
  • Die Schutzgebiete umfassen Hochgebirge, Schluchten, Wälder, Seen, Lagunen, Inseln und Meeresflächen.
  • Zu den bekanntesten Zielen gehören Olymp, Nord-Pindos, Samaria, Prespa, Parnassos und der Meeresnationalpark Zakynthos.
  • Viele Nationalparks können kostenlos besucht werden; für einzelne Gebiete und Einrichtungen wird Eintritt verlangt.
  • Öffnungszeiten, Wege und Zugänge können wegen Schnee, Hitze, Waldbrandgefahr oder Unwettern kurzfristig gesperrt werden.
  • Für Hochgebirgstouren sind Erfahrung, geeignete Ausrüstung und eine realistische Einschätzung der eigenen Kondition erforderlich.
  • In Meeresnationalparks gelten besondere Regeln für Boote, Strände, Fischerei und den Schutz von Meerestieren.
  • Frühling und Herbst sind für viele Wanderungen besser geeignet als die heißen Sommermonate.

Griechenland ist nicht nur für Inseln, Strände und antike Bauwerke bekannt. Das Land besitzt hohe Gebirge, tiefe Schluchten, ausgedehnte Wälder, Feuchtgebiete und ökologisch wertvolle Meeresregionen. Ein großer Teil dieser Landschaften steht unter nationalem oder europäischem Schutz.

Die Bezeichnung „Nationalpark“ ist in Griechenland nicht ganz einheitlich. Neben älteren Waldnationalparks gibt es größere Nationalparks, Meeresnationalparks und zahlreiche Natura-2000-Gebiete. Deshalb findet man je nach Quelle unterschiedliche Angaben zur Zahl der griechischen Nationalparks.

Für Urlauber ist die genaue juristische Kategorie meist weniger wichtig als die Frage, welche Landschaft geschützt wird, welche Wege zugänglich sind und welche Regeln gelten. Dieser Artikel stellt die wichtigsten und touristisch interessantesten Nationalparks vor. Er ist keine vollständige Aufzählung aller Schutzgebiete des Landes.

Zum griechischen Natura-2000-Netz gehören inzwischen mehr als 400 Gebiete. Sie bedecken einen erheblichen Teil der Land- und Meeresfläche. Nicht jedes Natura-2000-Gebiet ist jedoch ein Nationalpark, und nicht jedes Schutzgebiet besitzt ein Besucherzentrum oder ausgeschilderte Wanderwege.

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Die wichtigsten Nationalparks im Überblick

Nationalpark Region Besonders geeignet für
Olymp Makedonien und Thessalien Hochgebirge, Berghütten und anspruchsvolle Wanderungen
Nord-Pindos Epirus und Westmakedonien Vikos-Schlucht, Zagori-Dörfer, Wälder und Tierbeobachtung
Samaria Westkreta Schluchtenwanderung, Kretische Flora und Kri-Kri
Prespa Westmakedonien Seen, Pelikane, Dörfer und ruhige Naturerlebnisse
Parnassos Mittelgriechenland Tannenwälder, Karstlandschaften und Ausflüge ab Delphi
Oiti Mittelgriechenland Wildblumen, Waldwanderungen und ruhige Berglandschaften
Ainos Kefalonia Tannenwald, Aussichtspunkte und Inselwanderungen
Parnitha Attika Wälder und Wandern in der Umgebung Athens
Chelmos–Vouraikos Nördlicher Peloponnes Vouraikos-Schlucht, Berge und Zahnradbahn
Dadia–Lefkimi–Soufli Thrakien Greifvögel, Wälder und Naturbeobachtung
Meeresnationalpark Zakynthos Ionisches Meer Meeresschildkröten und geschützte Strände
Meeresnationalpark Nördliche Sporaden Ägäis bei Alonissos Mönchsrobben, Inseln, Bootsausflüge und Meeresnatur

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Olymp-Nationalpark: das höchste Gebirge Griechenlands

Der Olymp ist das bekannteste Gebirge Griechenlands und eng mit der griechischen Mythologie verbunden. Sein höchster Gipfel Mytikas erreicht 2.918 Meter. Der Nationalpark wurde bereits 1938 gegründet und gehört damit zu den ältesten Schutzgebieten des Landes.

Der wichtigste Ausgangsort ist Litochoro am östlichen Fuß des Gebirges. Von dort führt eine Straße in das Enipeas-Tal bis Prionia. Unterwegs liegen mehrere Einstiege in Wanderwege. Die Route durch die Enipeas-Schlucht verbindet Waldlandschaften, Felswände, Wasserläufe und kleinere Wasserfälle.

Wandern von Prionia zur Berghütte

Eine der bekanntesten Routen führt von Prionia zur Berghütte Spilios Agapitos. Der Weg steigt durch Wald und später über offeneres Gelände deutlich an. Er ist technisch zunächst nicht besonders schwierig, verlangt aber Kondition und geeignetes Schuhwerk.

Viele Bergwanderer übernachten in einer Hütte und steigen am folgenden Tag weiter auf. Schlafplätze sollten in der Hauptsaison frühzeitig reserviert werden. Im Gebirge können die Temperaturen auch im Sommer stark sinken.

Besteigung des Mytikas

Der Mytikas ist kein gewöhnlicher Wandergipfel. Der letzte Abschnitt führt durch steiles, ausgesetztes Felsgelände und erfordert Kletterbewegungen. Steinschlag, Wetterumschwünge, Nebel und Absturzgefahr machen die Route deutlich anspruchsvoller als einen normalen Bergweg.

Wer keine Erfahrung in ausgesetztem Gelände besitzt, sollte den Gipfel nicht ohne qualifizierte Führung besteigen. Mit Skala gibt es einen etwas leichter erreichbaren hohen Aussichtspunkt, doch auch dort sind Wetter, Höhe und Gelände ernst zu nehmen.

Die beste Zeit für hoch gelegene Routen liegt gewöhnlich zwischen Juni und September. Schneefelder können im Frühsommer noch vorhanden sein. Gewitter entstehen im Gebirge teilweise schnell, weshalb ein früher Start sinnvoll ist.

Nord-Pindos-Nationalpark: Zagori und Vikos-Schlucht

Der Nord-Pindos-Nationalpark liegt im Nordwesten Griechenlands und ist der größte Landnationalpark des Landes. Er umfasst unter anderem Zagori, Teile der Regionen Konitsa und Metsovo sowie große Berg- und Waldlandschaften in Richtung Grevena.

Der Park schließt den früheren Nationalpark Vikos–Aoos ein. Zu seinen bekanntesten Landschaften gehören die Vikos-Schlucht, die Aoos-Schlucht, das Tymfi-Massiv und die traditionellen Zagori-Dörfer mit ihren steinernen Häusern und Brücken.

Vikos-Schlucht

Die Vikos-Schlucht ist für ihr großes Verhältnis zwischen Tiefe und Breite bekannt. Häufig wird sie stark vereinfacht als „tiefste Schlucht der Welt“ bezeichnet. Solche Rekordangaben hängen jedoch von der verwendeten Messmethode ab. Unabhängig davon gehört sie zu den eindrucksvollsten Schluchten Europas.

Die klassische Durchquerung führt zwischen Monodendri und Vikos. Der Weg ist lang, steinig und besitzt größere Höhenunterschiede. Wasserstellen können saisonabhängig trockenfallen. Die Tour sollte nicht ohne ausreichend Wasser, feste Schuhe und zuverlässige Wegplanung begonnen werden.

Zagori-Dörfer und Steinbrücken

Wer keine lange Schluchtenwanderung unternehmen möchte, kann die Landschaft von Aussichtspunkten und kurzen Wegen erleben. Beliebte Ausgangsorte sind Monodendri, Vikos, Papingo und Mikro Papingo. Die historischen Steinbrücken sind über verschiedene Straßen und Wanderwege erreichbar.

In der Region leben Braunbären, Wölfe, Gämsen, Greifvögel und zahlreiche weitere Tierarten. Begegnungen mit großen Säugetieren sind selten. Wanderer sollten Abstand halten, keine Lebensmittelreste hinterlassen und Hunde in sensiblen Gebieten kontrollieren.

Samaria-Nationalpark auf Kreta

Der Samaria-Nationalpark liegt in den Weißen Bergen Westkretas. Seine bekannteste Attraktion ist die Samaria-Schlucht. Die klassische Wanderung beginnt bei Xyloskalo auf der Omalos-Hochebene und endet in Agia Roumeli am Libyschen Meer.

Die gesamte Strecke vom oberen Eingang bis zum Küstenort beträgt ungefähr 16 Kilometer. Der eigentliche Nationalparkweg ist etwas kürzer. Gleich zu Beginn führt ein langer, steiler Abstieg in die Schlucht. Danach verläuft der Weg über Steine, durch das Bachbett und vorbei an der verlassenen Siedlung Samaria.

Die Portes: engste Stelle der Schlucht

Die bekannteste Engstelle wird Portes, auf Deutsch häufig „Eisernes Tor“, genannt. Die Felswände rücken dort sehr dicht zusammen. Die Portes liegen nicht unmittelbar am Ausgang nach Agia Roumeli, sondern noch mehrere Kilometer vor dem Küstenort.

Vom Ende des Nationalparkwegs führt die Route weiter nach Agia Roumeli. Der Ort besitzt keine Straßenverbindung zum übrigen Kreta. Die Weiterreise erfolgt normalerweise per Fähre in Richtung Chora Sfakion, Sougia oder Paleochora.

Öffnungszeiten und Eintritt

Die Hauptschlucht ist gewöhnlich vom Frühjahr bis zum Herbst zugänglich. Ein festes jährliches Eröffnungsdatum kann nicht garantiert werden. Schneeschmelze, Steinschlag, Hochwasser, Hitze, Waldbrandgefahr oder Unwetter können zu einer späteren Öffnung oder kurzfristigen Sperrung führen.

Für den Eintritt ist ein Ticket erforderlich. Seit 2025 wurde der reguläre Eintrittspreis auf 10 Euro angehoben. Preis und Öffnung sollten vor der Anreise nochmals geprüft werden.

Die Wanderung ist körperlich anstrengender, als die überwiegend bergab führende Strecke vermuten lässt. Der steile Abstieg belastet Knie und Gelenke. Der steinige Untergrund erfordert über viele Stunden Aufmerksamkeit. Ausführliche Informationen bietet unser Reiseführer zur Samaria-Schlucht.

Weitere Naturthemen finden Sie auf unseren Seiten über die Berge auf Kreta, die Tiere auf Kreta und den Kri-Kri auf Kreta.

Prespa-Nationalpark: Seen und Pelikane

Der Prespa-Nationalpark liegt im äußersten Nordwesten Griechenlands an den Grenzen zu Albanien und Nordmazedonien. Die Landschaft wird vom Großen und Kleinen Prespasee, Feuchtgebieten, Bergen und kleinen Dörfern geprägt.

Der Kleine Prespasee ist besonders bedeutend für Wasservögel. Hier leben und brüten unter anderem Krauskopf- und Rosapelikane. Außerdem kommen Kormorane, Reiher und zahlreiche Zugvögel vor. Die Beobachtungsbedingungen sind im Frühjahr und während der Zugzeiten besonders interessant.

Agios Germanos und Psarades

Agios Germanos ist ein guter Ausgangsort für Wanderungen und Fahrten durch die Region. Das Dorf besitzt traditionelle Steinhäuser und liegt etwas oberhalb der Seen. Psarades befindet sich am Großen Prespasee und ist für Fischgerichte und Bootsfahrten bekannt.

Bei Bootsfahrten können Felsenkirchen und Einsiedeleien am Ufer besucht werden. Angebote und Fahrzeiten hängen von Saison und Wetter ab. Die Boote dürfen sensible Vogelgebiete nicht beliebig befahren.

Insel Agios Achillios

Die kleine Insel Agios Achillios im Kleinen Prespasee ist über eine schwimmende Fußgängerbrücke erreichbar. Auf der Insel befinden sich die Ruinen einer frühchristlichen Basilika und ein kleines Dorf. Der Weg ist einfach, bietet aber nur wenig Schatten.

Prespa eignet sich für Reisende, die Naturbeobachtung und ruhige Dörfer suchen. Das touristische Angebot ist wesentlich kleiner als in bekannten griechischen Ferienregionen. Ein Mietwagen ist für die Erkundung der Umgebung praktisch.

Weitere Informationen zur Vogelwelt enthält unser Artikel über Vögel in Griechenland. Einen eigenen Überblick bietet die Seite über Flamingos in Griechenland.

Parnassos-Nationalpark bei Delphi

Der Parnassos erhebt sich nördlich des Golfs von Korinth und erreicht eine Höhe von mehr als 2.400 Metern. Der Nationalpark schützt unter anderem Tannenwälder, Kalksteinlandschaften und Lebensräume seltener Pflanzen.

Bekannte Ausgangsorte sind Delphi, Arachova und Amfikleia. Dadurch lässt sich ein Naturausflug gut mit dem Besuch der archäologischen Stätte von Delphi verbinden. Im Winter ist der Parnassos außerdem eines der wichtigsten Skigebiete Griechenlands.

Korykische Grotte

Die Korykische Grotte liegt in einer Karstlandschaft oberhalb von Delphi. Sie war bereits in der Antike ein Kultort. Die Höhle lässt sich über Wanderwege erreichen, doch die genaue Route sollte vorab geplant werden.

In der Höhle ist der Boden uneben und rutschig. Eine Taschenlampe ist erforderlich. Besucher sollten nicht ohne geeignete Ausrüstung tief in unbekannte Höhlenbereiche vordringen.

Wandern am Parnassos

Im Frühjahr und Herbst bieten sich Waldwege und Touren in mittleren Höhenlagen an. Im Hochsommer sollte früh gestartet werden. Im Winter erfordern Schnee und Eis eine entsprechende alpine Ausrüstung.

Die Nähe zu Delphi macht den Parnassos auch für einen kürzeren Naturausflug interessant. Wer eine längere Bergwanderung plant, sollte sich jedoch nicht allein auf allgemeine Touristenkarten verlassen.

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Oiti-Nationalpark: Wälder, Wildblumen und Wasserfälle

Das Oiti-Gebirge liegt südwestlich von Lamia in Mittelgriechenland. Der Name wird auch Oeta geschrieben. Der Nationalpark schützt Wälder, Bergwiesen, Quellen, Schluchten und Lebensräume zahlreicher Pflanzenarten.

Oiti ist wesentlich weniger bekannt als Olymp oder Parnassos. Entsprechend ruhig sind viele Wege. Gerade deshalb ist eine gute Vorbereitung wichtig: Markierungen können lückenhaft sein, Mobilfunkempfang ist nicht überall vorhanden, und unterwegs gibt es nur wenige touristische Einrichtungen.

Beste Zeit für Wanderungen

Der Frühling und Frühsommer sind für Pflanzenfreunde besonders interessant. Auf den Wiesen wachsen Wildblumen und verschiedene Orchideenarten. Im Herbst bieten sich die Wälder für Wanderungen an, während im Winter in höheren Lagen Schnee liegt.

Bekannte Ziele sind die Umgebung von Ypati, das Dorf Pavliani und verschiedene Wege zu Quellen, Wäldern und Hochflächen. Pavliani besitzt außerdem einen gestalteten Freizeitpark entlang eines Baches. Dieser Bereich ist leichter zugänglich als die abgelegenen Wege des eigentlichen Nationalparks.

Mythologische Bedeutung

Das Oiti-Gebirge ist eng mit Herakles verbunden. Der Überlieferung zufolge endete hier sein irdisches Leben. In der Nähe des Dorfes Pavliani befinden sich Überreste eines antiken Heiligtums und eines Scheiterhaufens, der mit dieser Sage verbunden wird.

Ainos-Nationalpark auf Kefalonia

Der Ainos ist das höchste Gebirge von Kefalonia. Sein höchster Gipfel Megas Soros erreicht 1.628 Meter. Der Nationalpark wurde 1962 gegründet und schützt vor allem den charakteristischen Tannenwald.

Die auf Kefalonia verbreitete Griechische Tanne trägt den wissenschaftlichen Namen Abies cephalonica. Sie ist nicht ausschließlich auf der Insel heimisch, wurde aber nach Kefalonia benannt und bildet am Ainos ausgedehnte Bestände. Die dunklen Tannenwälder haben dem Gebirge früher die venezianische Bezeichnung „Monte Nero“, schwarzer Berg, eingebracht.

Wandern und Aussicht

Mehrere Wege führen durch den Wald und in die höheren Regionen. Vom Gipfelbereich reicht der Blick bei klarer Luft über große Teile Kefalonias und zu benachbarten Inseln. Wetter und Wolken können sich am Berg schnell verändern.

Im Nationalpark leben Gruppen frei umherziehender Pferde. Sie werden häufig als Wildpferde bezeichnet, stammen aber wahrscheinlich von früher gehaltenen Tieren ab. Sichtungen sind nicht garantiert. Die Tiere sollten weder gefüttert noch verfolgt werden.

Im Sommer kann die Zufahrt wegen extremer Waldbrandgefahr vorübergehend gesperrt werden. Vor der Fahrt sollten Besucher aktuelle Hinweise prüfen. Nach Schnee oder starkem Regen können Straßen und Wege ebenfalls schwierig befahrbar sein.

Parnitha-Nationalpark bei Athen

Der Parnitha liegt nördlich von Athen und ist das höchste Gebirge Attikas. Der Nationalpark schützt Tannen- und Kiefernwälder, felsige Berghänge, Höhlen und zahlreiche Tierarten. Für Besucher der griechischen Hauptstadt ist Parnitha eines der am besten erreichbaren größeren Naturgebiete.

Im Park lebt eine Population von Rothirschen. Begegnungen sind möglich, besonders in ruhigeren Bereichen und zu Tageszeiten mit wenig Betrieb. Die Tiere dürfen nicht gefüttert werden. Lebensmittelreste und Müll ziehen außerdem Füchse und andere Wildtiere an.

Wandern auf dem Parnitha

Im Gebirge gibt es Wanderwege, Forststraßen, Quellen und Berghütten. Einige Routen beginnen in der Umgebung von Bafi und Flambouri. Für eine Tour sollten aktuelle Wegzustände geprüft werden, da Waldbrände und Unwetter in der Vergangenheit größere Gebiete beschädigt haben.

Im Winter kann Schnee fallen. Im Sommer besteht dagegen eine hohe Waldbrandgefahr. Zugänge und Straßen können kurzfristig geschlossen werden. Weitere Hinweise enthält unser Artikel über Waldbrände in Griechenland.

Chelmos–Vouraikos-Nationalpark auf dem Peloponnes

Der Nationalpark Chelmos–Vouraikos liegt im Norden des Peloponnes rund um das Chelmos-Gebirge und die Vouraikos-Schlucht. Er verbindet Hochgebirge, Wälder, Flüsse, Höhlen und felsige Schluchten.

Ein bekanntes Naturziel ist die Vouraikos-Schlucht zwischen Diakopto und Kalavryta. Durch sie führt die Strecke der historischen Zahnradbahn Odontotos. Die Bahn überwindet auf kurzer Distanz einen großen Höhenunterschied und passiert Tunnel, Brücken und enge Felspassagen.

Wandern in der Vouraikos-Schlucht

Teile der Bahnstrecke werden auch zu Fuß begangen. Das Wandern unmittelbar auf oder neben den Gleisen ist jedoch problematisch und kann gefährlich sein. Tunnel, enge Abschnitte und Zugverkehr lassen nur begrenzten Platz. Besucher sollten aktuelle lokale Regeln beachten und ausgewiesene Wanderwege bevorzugen.

Höhle der Seen

In der Nähe von Kastria liegt die Höhle der Seen. Im Inneren befinden sich mehrere übereinanderliegende Wasserbecken und Tropfsteinformationen. Ein erschlossener Abschnitt kann im Rahmen der Öffnungszeiten besucht werden.

Ein weiteres Ziel ist der Wasserfall Styx in einer hoch gelegenen Felslandschaft. Der Zugang erfordert eine längere Wanderung und ist nicht mit einem kurzen Spaziergang vergleichbar. Wetter, Wasserstand und Wegzustand sollten vorab geprüft werden.

Dadia–Lefkimi–Soufli-Nationalpark

Der Nationalpark liegt im Nordosten Griechenlands in der Region Evros. Er ist besonders für seine Greifvögel bekannt. Wälder, offene Flächen und Felsen bilden Lebensräume für Geier, Adler und zahlreiche weitere Vogelarten.

Die Region wurde 2023 von sehr großen Waldbränden schwer getroffen. Teile des Ökosystems und wichtige Brutgebiete wurden beschädigt. Der Nationalpark bleibt dennoch ein bedeutendes Schutzgebiet. Wiederbewaldung, natürliche Regeneration und der Schutz verbliebener Lebensräume werden viele Jahre beanspruchen.

Besucherzentrum und Vogelbeobachtung

Das Informationszentrum befindet sich in Dadia. Von dort wurden traditionell Fahrten zu einem Beobachtungspunkt für Greifvögel angeboten. Welche Wege, Aussichtspunkte und Angebote zugänglich sind, sollte wegen der Brandschäden und möglicher Schutzmaßnahmen aktuell erfragt werden.

Zur Vogelbeobachtung sind Fernglas und Teleobjektiv sinnvoll. Nester und Horste dürfen nicht aufgesucht oder gestört werden. Weitere Informationen bietet unser Artikel über Greifvögel in Griechenland.

Meeresnationalpark Zakynthos

Der Meeresnationalpark Zakynthos wurde zum Schutz wichtiger Küsten- und Meereslebensräume eingerichtet. Im Mittelpunkt stehen die Niststrände der Unechten Karettschildkröte Caretta caretta in der Bucht von Laganas.

Zu den bekannten Niststränden gehören Gerakas, Dafni, Sekania, Kalamaki und weitere Strandabschnitte. Die Regeln unterscheiden sich je nach Schutzzone. An einigen Stränden ist der Zugang nachts verboten oder zeitlich eingeschränkt. Sonnenschirme und Liegen dürfen nur in bestimmten Bereichen aufgestellt werden.

Richtiges Verhalten an Schildkrötenstränden

  • Abgesperrte Nester nicht betreten oder berühren.
  • Keine Gegenstände tief in den Sand stecken.
  • Strandmöbel nur in den erlaubten Bereichen verwenden.
  • Nachts keine Niststrände betreten, wenn der Zugang untersagt ist.
  • Keine hellen Lampen oder Blitzlichtaufnahmen verwenden.
  • Ausreichenden Abstand zu Schildkröten halten.
  • Boote nur in erlaubten Zonen und mit vorgeschriebener Geschwindigkeit führen.

Die bloße Bezeichnung eines Bootsanbieters als „Schildkrötentour“ garantiert noch kein besonders tierfreundliches Verhalten. Reisende sollten Anbieter wählen, die Abstand halten, Tiere nicht einkreisen und die Geschwindigkeitsbegrenzungen beachten.

Ausführliche Informationen finden Sie auf unseren Seiten über Zakynthos, die Schildkröten auf Zakynthos und Meeresschildkröten in Griechenland.

Meeresnationalpark Nördliche Sporaden

Der Meeresnationalpark der Nördlichen Sporaden liegt rund um Alonissos und mehrere kleinere Inseln. Er gehört zu den größten geschützten Meeresgebieten Europas. Besonders wichtig ist der Park für die seltene Mittelmeer-Mönchsrobbe.

Zum Schutzgebiet gehören bewohnte und unbewohnte Inseln, Felsküsten, Höhlen und große Meeresflächen. Die einzelnen Zonen besitzen unterschiedliche Schutzbestimmungen. Manche Bereiche dürfen mit Ausflugsbooten besucht werden, andere sind nur eingeschränkt oder gar nicht zugänglich.

Bootsausflüge ab Alonissos

Von Alonissos werden Bootsausflüge in zugängliche Bereiche des Parks angeboten. Mögliche Ziele sind kleinere Inseln, Buchten und das Schiffswrackmuseum bei Peristera. Route und Durchführung hängen von Wind, Seegang und Schutzbestimmungen ab.

Eine Sichtung von Mönchsrobben kann nicht versprochen werden. Die Tiere leben zurückgezogen und benötigen ungestörte Ruheplätze. Anbieter, die eine Begegnung garantieren oder Höhlen der Robben anfahren, sollten kritisch betrachtet werden.

Weitere Meeresbewohner stellt unser Artikel über Tiere im Wasser Griechenlands vor.

Sounion-Nationalpark: mehr als der Poseidontempel

Der Sounion-Nationalpark liegt im Südosten Attikas in der Region Lavreotiki. Er schützt Kiefernwälder, Buschlandschaften, geologische Formationen und Spuren des historischen Bergbaus. Der bekannte Poseidontempel am Kap Sounion liegt in derselben weiteren Region, ist aber nicht der eigentliche Mittelpunkt des Nationalparks.

Die frühere Darstellung als einfacher Küstenpark rund um den Poseidontempel greift deshalb zu kurz. Charakteristisch sind auch alte Bergwerksstollen, Mineralvorkommen und die Landschaft um Lavrio und Agios Konstantinos.

Alte Stollen und Schächte dürfen nicht ohne fachkundige Führung betreten werden. Es bestehen Absturz-, Einsturz- und Orientierungsgefahren. Für einen gewöhnlichen Tagesausflug ist die Kombination aus Lavrio, ausgewählten Naturwegen und dem Poseidontempel sinnvoller.

Weitere bedeutende Nationalparks und Schutzgebiete

Neben den ausführlich vorgestellten Parks gibt es weitere Landschaften, die für Natururlauber interessant sind:

Kerkini-See

Der Kerkini-See in Nordgriechenland ist eines der wichtigsten Feuchtgebiete des Landes. Pelikane, Kormorane, Reiher und zahlreiche Zugvögel können dort beobachtet werden. Bootsfahrten und Beobachtungspunkte ermöglichen gute Einblicke, ohne die Tiere aus unmittelbarer Nähe zu stören.

Evros-Delta

Das Evros-Delta an der Grenze zur Türkei ist ein bedeutender Rast- und Überwinterungsplatz für Vögel. Teile des Gebiets dürfen nur im Rahmen geregelter Besuche betreten werden. Informationen und Führungen bietet das örtliche Besucherzentrum.

Schinias-Marathon

Der Nationalpark Schinias-Marathon liegt nordöstlich von Athen. Er umfasst Feuchtgebiete, einen Küstenwald und Strandbereiche. Das Gebiet verbindet Naturbeobachtung mit einem Badeausflug, ist im Sommer aber stark besucht.

Messolonghi-Lagune

Die Lagunenlandschaft bei Messolonghi gehört zu den wichtigsten Feuchtgebieten Westgriechenlands. Flache Gewässer, Salinen und Schilfflächen bieten Lebensraum für Flamingos, Pelikane und andere Wasservögel.

Strofylia-Kotychi

Im Westen des Peloponnes schützt der Nationalpark Feuchtgebiete, Dünen, Lagunen und den Küstenwald von Strofylia. Wander- und Radwege führen durch Teile des Gebiets. Während der Brutzeit müssen empfindliche Zonen besonders respektiert werden.

Beste Reisezeit für Griechenlands Nationalparks

Die beste Zeit hängt stark von Höhenlage und Landschaftstyp ab. Während im April an der Küste bereits warme Temperaturen herrschen, können die Gipfel von Olymp und Pindos noch tief verschneit sein.

Frühling

April bis Juni eignen sich für niedrigere und mittlere Höhenlagen. Wildblumen blühen, Bäche führen Wasser und die Temperaturen sind meist angenehmer als im Hochsommer. Im Hochgebirge können Schnee und winterliche Verhältnisse fortbestehen.

Sommer

Juli und August sind für Schluchten, offene Landschaften und niedrige Berge häufig sehr heiß. Touren sollten früh beginnen. Zwei bis drei Liter Wasser können je nach Länge, Temperatur und Person erforderlich sein, sind aber keine allgemeingültige Menge für jede Wanderung.

Bei sehr hoher oder extremer Waldbrandgefahr können Nationalparks und Wälder geschlossen werden. Sperrungen gelten auch dann, wenn in der Umgebung kein aktiver Brand sichtbar ist.

Herbst

September und Oktober bieten oft gute Bedingungen für Wanderungen. Das Meer ist noch warm, und beliebte Gebiete werden ruhiger. Die Waldbrandgefahr kann nach einem trockenen Sommer jedoch bis zu den ersten ergiebigen Regenfällen hoch bleiben.

Winter

In den Hochgebirgen herrschen winterliche Bedingungen mit Schnee, Eis, Nebel und Lawinengefahr. Viele Touren erfordern alpine Erfahrung und Spezialausrüstung. Tiefer gelegene Feuchtgebiete sind dagegen gute Ziele für die Vogelbeobachtung.

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Ausrüstung für Wanderungen

  • feste Schuhe mit geeignetem Profil,
  • ausreichend Wasser und Verpflegung,
  • Sonnencreme und Kopfbedeckung,
  • warme oder winddichte Schicht für höhere Lagen,
  • Regen- und Wetterschutz,
  • geladenes Mobiltelefon und Powerbank,
  • Offline-Karte oder gedruckte Wanderkarte,
  • kleines Erste-Hilfe-Set,
  • Taschenlampe bei längeren Touren,
  • persönlich benötigte Medikamente.

Eine Smartphone-Karte ersetzt im abgelegenen Gebirge keine sorgfältige Tourenplanung. Wegmarkierungen können verblassen, durch Schnee verdeckt oder nach Unwettern beschädigt sein.

Naturausflüge und Wanderungen in Griechenland

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Regeln in griechischen Nationalparks

Die konkreten Regeln unterscheiden sich je nach Schutzgebiet und Schutzzone. Hinweise an Eingängen, Besucherzentren, Häfen und Stränden haben Vorrang vor allgemeinen Empfehlungen.

  • Auf markierten und freigegebenen Wegen bleiben.
  • Pflanzen nicht pflücken oder ausgraben.
  • Tiere weder füttern noch verfolgen.
  • Abfall vollständig wieder mitnehmen.
  • Kein Feuer entzünden und Grillverbote beachten.
  • Nicht in gesperrte Wald-, Brut- oder Meereszonen eindringen.
  • Hunde nur dort mitführen, wo dies erlaubt ist.
  • Drohnen nicht ohne geklärte Genehmigung starten.
  • Keine Steine, Fossilien, Mineralien oder archäologischen Gegenstände mitnehmen.
  • Bootsgeschwindigkeit und Ankerverbote in Meeresparks beachten.

Sicherheit beim Wandern

Entfernung allein sagt wenig über die Schwierigkeit einer Tour aus. Höhenunterschiede, Hitze, Untergrund, fehlender Schatten und ausgesetzte Passagen können eine kurze Strecke anspruchsvoll machen.

Vor einer Wanderung sollten Wetter, Wegzustand, Öffnung des Schutzgebiets und Rückkehrmöglichkeiten geprüft werden. In Schluchten können Starkregen und Steinschlag gefährlich sein. Im Hochgebirge sind Gewitter, Nebel und schneller Temperaturabfall möglich.

Wer allein wandert, sollte Route und geplante Rückkehrzeit in der Unterkunft hinterlassen. Bei einem Notfall ist die europaweite Nummer 112 erreichbar. Weitere Telefonnummern enthält unser Artikel über Notrufnummern in Griechenland.

Häufige Fragen zu Nationalparks in Griechenland

Wie viele Nationalparks gibt es in Griechenland?

Die Zahl hängt von der verwendeten Schutzkategorie ab. Griechenland unterscheidet unter anderem ältere Waldnationalparks, größere Nationalparks und Meeresnationalparks. Hinzu kommen mehr als 400 Natura-2000-Gebiete. Eine einfache Gesamtzahl ohne Erläuterung ist daher missverständlich.

Welcher ist der bekannteste Nationalpark Griechenlands?

International sind vor allem der Olymp-Nationalpark und der Samaria-Nationalpark bekannt. Olymp steht für Hochgebirge und Mythologie, Samaria für die bekannte Schluchtenwanderung auf Kreta.

Welcher ist der größte Nationalpark Griechenlands?

Nord-Pindos ist der größte Landnationalpark Griechenlands. Er umfasst rund 197.000 Hektar und schließt Zagori, die Vikos-Schlucht, das Tymfi-Massiv und weitere Berglandschaften ein.

Muss man für Nationalparks Eintritt bezahlen?

Viele Parks können kostenlos betreten werden. Für einzelne Schluchten, Museen, Höhlen, Besucherangebote oder archäologische Stätten wird Eintritt verlangt. Für die Samaria-Schlucht ist beispielsweise ein Ticket erforderlich.

Darf man in griechischen Nationalparks campen?

Freies Campen ist in Schutzgebieten normalerweise nicht erlaubt. Übernachtungen sollten auf offiziellen Campingplätzen, in Berghütten oder zugelassenen Unterkünften erfolgen. Im Gebirge gelten zusätzlich die Regeln des jeweiligen Schutzgebiets.

Darf man im Nationalpark eine Drohne fliegen?

Nicht ohne vorherige Prüfung. In Schutzgebieten, archäologischen Zonen und in der Nähe von Wildtieren können Drohnen verboten oder genehmigungspflichtig sein. Zusätzlich gelten die allgemeinen griechischen und europäischen Flugregeln.

Welche Nationalparks eignen sich für Familien?

Gut zugängliche Bereiche am Kerkini-See, Prespasee, Schinias oder einzelne kurze Wege im Parnitha können für Familien geeignet sein. Die vollständige Samaria-Schlucht, der Mytikas und lange Touren in der Vikos-Schlucht sind dagegen anspruchsvoll.

Kann man in Nationalparks Wildtiere sehen?

Ja, Sichtungen lassen sich aber nicht garantieren. Besonders gut eignen sich Feuchtgebiete für Vögel. Große Säugetiere wie Bären, Wölfe oder Mönchsrobben leben zurückgezogen und sollten nicht gezielt bedrängt werden.

Wann werden Nationalparks geschlossen?

Zugänge können wegen Schnee, Sturm, Starkregen, Steinschlag, extremer Hitze oder hoher Waldbrandgefahr geschlossen werden. Auch der Schutz brütender Tiere kann zeitweise Einschränkungen erforderlich machen.

Fazit: Griechenlands Natur abseits der Strände

Die Nationalparks Griechenlands zeigen, wie vielfältig das Land außerhalb der bekannten Ferienorte ist. Olymp und Pindos bieten Hochgebirge, Samaria und Vouraikos eindrucksvolle Schluchten, während Prespa, Kerkini und Messolonghi zu den wichtigsten Gebieten für Wasservögel gehören.

Die Meeresnationalparks von Zakynthos und den Nördlichen Sporaden schützen Schildkröten, Mönchsrobben und empfindliche Lebensräume. Besucher können diese Regionen erleben, müssen dabei aber Abstände, Sperrzonen und örtliche Regeln beachten.

Für viele Naturreisen sind Frühling und Herbst die besten Jahreszeiten. Im Sommer erfordern Hitze und Waldbrandgefahr eine besonders sorgfältige Planung. Wer aktuelle Hinweise prüft und Schutzregeln respektiert, findet in Griechenlands Nationalparks zahlreiche Möglichkeiten zum Wandern und zur Naturbeobachtung.

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