Wer wissen möchte, wie viele Orte auf Kreta vor einigen Jahrzehnten aussahen, sollte nach Tsoutsouros fahren. Der kleine Badeort an der Südküste hat sich viel von seinem ursprünglichen Charakter bewahrt.
Während Orte wie Matala, Agia Galini oder Plakias in den letzten Jahrzehnten deutlich touristischer geworden sind, geht es in Tsoutsouros noch immer erstaunlich ruhig zu. Der Ort zählt nur rund 100 Einwohner und wirkt selbst im Hochsommer entspannt.

Große Hotelanlagen, Reisebusse und Pauschaltouristen sucht man hier weitgehend vergeblich. Stattdessen trifft man auf Individualurlauber, Wohnmobil-Reisende, Stammgäste und Kreta-Kenner.
Genau deshalb gehört Tsoutsouros für mich zu den interessantesten kleinen Badeorten auf Kreta.
Hotel oder Ferienwohnung in Tsoutsouros suchen
Tsoutsouros eignet sich ideal für einige ruhige Tage am Meer.
Wo liegt Tsoutsouros?
Tsoutsouros liegt an der zentralen Südküste Kretas zwischen Agia Galini im Westen und Mirtos im Osten.
Der Ort befindet sich direkt am Libyschen Meer am Fuß steiler Berge. Hinter der Küste steigt das Gelände schnell an. Die Hauptstraße verläuft weit oberhalb des Ortes.
Von Heraklion benötigt man mit dem Auto etwa eineinhalb Stunden. Genau diese vergleichsweise lange Anfahrt hat wesentlich dazu beigetragen, dass Tsoutsouros nie ein großes Touristenzentrum geworden ist.
Für die großen Reiseveranstalter war die Gegend schlicht zu weit vom Flughafen entfernt.
Warum Tsoutsouros ein Geheimtipp geblieben ist
Viele Urlauber fragen sich, warum ein Ort mit schönen Stränden und angenehmem Klima so wenig bekannt ist.
Die Antwort ist einfach: Tsoutsouros liegt abseits der typischen Touristenrouten.
Während die meisten Pauschalurlauber an der Nordküste wohnen, erreicht man Tsoutsouros nur über kurvenreiche Straßen durch die Berge.
Der Ort wurde deshalb von den großen Tourismusunternehmen jahrzehntelang weitgehend ignoriert.
Für die Bewohner war das im Nachhinein vielleicht sogar ein Glücksfall. Tsoutsouros hat sich dadurch eine Ruhe bewahrt, die auf Kreta selten geworden ist.
Selbst im August findet man am Strand meist problemlos einen Platz.
Wie Plakias vor 40 Jahren
Wenn mich jemand fragt, woran mich Tsoutsouros erinnert, lautet meine Antwort meist: an Plakias vor 40 Jahren.
Natürlich sind die Orte nicht identisch. Die Atmosphäre ist jedoch ähnlich.
Kleine Pensionen statt Hotelburgen, Tavernen direkt am Meer, viele Stammgäste und viel Platz am Strand prägen das Bild.
Wer das ursprüngliche Südkreta sucht, findet in Tsoutsouros oft genau das, was an anderen Orten inzwischen verloren gegangen ist.
Die Strände von Tsoutsouros
Die größte Attraktion des Ortes sind die Strände.
Anders als in vielen bekannten Ferienorten gibt es hier große Bereiche ohne Liegenreservierungen, Strandbars oder lange Reihen von Sonnenschirmen.
Man findet sowohl Sand- als auch Kiesstrände. Die Wasserqualität ist hervorragend und das Meer meist kristallklar.
Viele Urlauber legen ihr Handtuch einfach direkt an den Strand und genießen die Ruhe.
Gerade dieser freie Charakter unterscheidet Tsoutsouros von vielen anderen Badeorten auf Kreta.
Wer Animation, Musik oder Beachclubs sucht, wird vermutlich enttäuscht sein.
Wer dagegen Ruhe und Platz schätzt, wird sich hier schnell wohlfühlen.
Ein kleiner Hafen statt einer Yachtmarina
Im Zentrum von Tsoutsouros befindet sich ein kleiner Hafen.
Anders als in vielen Ferienorten dominieren hier keine Yachten oder Ausflugsboote.
Stattdessen liegen überwiegend Fischerboote im Hafenbecken.
Der Hafen trägt wesentlich zum authentischen Charakter des Ortes bei und erinnert daran, dass Tsoutsouros lange Zeit eher Fischerdorf als Urlaubsort war.
Am Abend sitzen viele Besucher an den Tavernen entlang der Uferpromenade und beobachten die Fischerboote im Hafen.
Gewächshäuser prägen die Landschaft
Wer die Umgebung erkundet, bemerkt schnell die vielen Gewächshäuser.
Wie in anderen Regionen der Südküste spielt die Landwirtschaft eine wichtige Rolle.
Tomaten, Gurken und andere Gemüsearten werden in großen Mengen angebaut und in viele europäische Länder exportiert.
Die Gewächshäuser gehören inzwischen ebenso zum Landschaftsbild wie die Berge und die Strände.
Tourismus ist zwar wichtig geworden, die Landwirtschaft bleibt jedoch weiterhin ein bedeutender Wirtschaftszweig.
Unterkünfte in Tsoutsouros
Obwohl Tsoutsouros nur rund 100 Einwohner hat, gibt es inzwischen eine überraschend große Auswahl an Unterkünften.
Die meisten Urlauber wohnen in kleinen Pensionen, Apartments oder Ferienwohnungen. Große Hotelkomplexe sucht man weiterhin vergeblich.
Gerade das macht den Reiz des Ortes aus. Viele Unterkünfte werden von Familien betrieben und vermitteln eine deutlich persönlichere Atmosphäre als große Ferienanlagen.
In den letzten Jahren wurden oberhalb des Ortes zwei modernere und etwas teurere Hotels gebaut. Sie haben das Ortsbild jedoch kaum verändert.
Tsoutsouros wirkt weiterhin wie ein kleiner Badeort und nicht wie ein Touristenzentrum.
Über Booking.com findet man inzwischen zahlreiche Ferienwohnungen und Apartments. Für Paare und Individualurlauber ist Tsoutsouros ideal, wenn man einige ruhige Tage am Meer verbringen möchte.
Ein echter Preis-Tipp auf Kreta
Besonders überrascht hat mich das Preis-Leistungs-Verhältnis vieler Unterkünfte.
Ein gutes Beispiel ist das San Georgio Hotel direkt im Ort.
Selbst im Sommer findet man dort oft Doppelzimmer inklusive Frühstück für rund 38 Euro pro Nacht.
Für Kreta ist das inzwischen außergewöhnlich günstig.
Das Hotel bietet Parkplätze, WLAN, Klimaanlage, Fernseher und einen schönen Garten. Vor allem das Frühstück ist für diesen Preis bemerkenswert.
In vielen anderen Ferienorten kostet allein das Frühstück fast so viel wie hier die gesamte Übernachtung.
Wohnmobile gehören zum Ortsbild
Auffällig sind die vielen Wohnmobile und Campingbusse.
Vor allem Individualreisende schätzen die ruhige Atmosphäre von Tsoutsouros.
Man sieht Wohnmobile an verschiedenen Stellen rund um den Ort und entlang der Küste.
Einen großen Campingplatz gibt es meines Wissens nicht. Trotzdem gehört Tsoutsouros seit vielen Jahren zu den beliebten Zielen von Wohnmobil-Reisenden auf Kreta.
Die Kombination aus Ruhe, Meer und viel Platz zieht diese Urlaubergruppe geradezu an.
Restaurant-Tipp: Zorbas
Wenn ich in Tsoutsouros bin, ist das Restaurant Zorbas meist meine erste Anlaufstelle.
Die Taverne liegt direkt am Meer und gehört zu den bekanntesten Lokalen des Ortes.
Besonders hervorzuheben ist der außergewöhnlich freundliche Besitzer.
Wer Fragen zu Tsoutsouros, den Stränden oder Ausflügen hat, bekommt hier oft bessere Informationen als in manchen Reiseführern.
Auch Vegetarier finden im Zorbas eine gute Auswahl an Gerichten.
Die entspannte Atmosphäre passt perfekt zum Charakter des Ortes.
Sarakina Fish Tavern
Ebenfalls direkt am Meer liegt die Sarakina Fish Tavern.
Das Restaurant ist vor allem für frischen Fisch bekannt und gehört zu meinen Lieblingsrestaurants in Tsoutsouros.
Neben Fischgerichten werden viele klassische Speisen der griechischen Küche angeboten.
Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Sardinen.
In der Sarakina Fish Tavern habe ich wahrscheinlich die besten Sardinen gegessen, die ich jemals auf Kreta bekommen habe.
Frisch, perfekt gegrillt und zu fairen Preisen – allein dafür lohnt sich bereits ein Besuch.
Wanderung nach Maridaki
Eine der schönsten Wanderungen der Region führt von Tsoutsouros entlang der Küste nach Westen in das kleine Dorf Maridaki.
Der Weg ist einfach zu gehen und dauert ungefähr 30 Minuten.
Besonders angenehm sind die schattigen Abschnitte entlang des Pfades.
Maridaki gehört zu den ursprünglichsten Orten an der Südküste Kretas.
Der winzige Ort besteht nur aus wenigen Häusern, einem kleinen Café und einigen Tavernen.
Überall laufen Ziegen umher und große Platanen sorgen für angenehmen Schatten.
Zu Fuß schneller als mit dem Auto
Eine Besonderheit von Maridaki ist seine abgeschiedene Lage.
Zwischen Tsoutsouros und Maridaki erhebt sich ein hoher Berg. Eine direkte Straße entlang der Küste gibt es nicht.
Wer mit dem Auto nach Maridaki möchte, muss von der Hauptstraße weit oben in den Bergen über eine lange Piste hinunterfahren.
Dadurch erreicht man Maridaki von Tsoutsouros tatsächlich schneller zu Fuß als mit dem Auto.
Genau diese Isolation hat dazu beigetragen, dass der kleine Ort bis heute seinen ursprünglichen Charakter bewahren konnte.
Agios Nikitas
Viele Wanderer kehren in Maridaki um.
Wer noch etwas weitergeht, erreicht nach wenigen Kilometern den abgelegenen Strand von Agios Nikitas.
Für Kenner der Region gehört dieser Strand zu den schönsten und ursprünglichsten Küstenabschnitten an der zentralen Südküste Kretas.
Selbst im Sommer trifft man hier oft nur wenige Menschen an.
Die Drachenhöhle
Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region gehört die sogenannte Drachenhöhle.
Sie liegt auf dem Wanderweg zwischen Tsoutsouros und Maridaki und ist seit vielen Jahren Ziel neugieriger Besucher.
Der Name geht auf alte Geschichten und Legenden der Einheimischen zurück. Früher erzählte man sich, dass in der Höhle ein Drache oder ein anderes gefährliches Wesen leben würde.
Solche Geschichten gehörten auf Kreta lange zur Tradition und wurden oft genutzt, um Kinder von gefährlichen Orten fernzuhalten.
Heute ist die Höhle vor allem ein interessantes Ziel für Wanderer und Naturfreunde.
Die Eileithyia-Höhle
Weniger bekannt, historisch aber deutlich bedeutender, ist die Eileithyia-Höhle in der Nähe von Tsoutsouros.
Bereits in minoischer Zeit spielte sie eine wichtige Rolle.
Die Höhle war der Göttin Eileithyia geweiht, die in der griechischen Mythologie als Göttin der Geburt und Fruchtbarkeit verehrt wurde.
Archäologen fanden hier zahlreiche Opfergaben und andere Funde aus verschiedenen Epochen.
Die Höhle zählt zu den bedeutendsten antiken Kultstätten der Region.
Wer sich für Geschichte und Archäologie interessiert, findet rund um Tsoutsouros deutlich mehr als nur schöne Strände.
Tsoutsouros im Winter
Während der Sommermonate wirkt Tsoutsouros lebendig und freundlich. Im Winter verändert sich das Bild deutlich.
Viele Tavernen, Unterkünfte und touristische Angebote schließen für mehrere Monate.
Dann gehört der Ort fast ausschließlich den Einheimischen.
Wer die absolute Ruhe sucht, wird auch im Winter Gefallen an Tsoutsouros finden. Viele Urlauber bevorzugen jedoch die Zeit zwischen Mai und Oktober.
Tsoutsouros oder Agia Galini?
Diese Frage stellen sich viele Urlauber.
Agia Galini bietet deutlich mehr Infrastruktur, mehr Restaurants, mehr Geschäfte und mehr Unterkünfte.
Auch die Promenade ist größer und belebter.
Tsoutsouros punktet dagegen mit Ruhe, freien Stränden und einer entspannteren Atmosphäre.
Wer gerne abends bummelt und Auswahl möchte, wird eher Agia Galini bevorzugen.
Wer Ruhe sucht, findet in Tsoutsouros meist die bessere Wahl.
Tsoutsouros oder Matala?
Auch Matala ist wesentlich touristischer.
Der berühmte Höhlenstrand zieht jedes Jahr Tausende Besucher an.
Dazu kommen zahlreiche Geschäfte, Bars und Restaurants.
Tsoutsouros wirkt dagegen fast wie eine andere Welt.
Viele Besucher schätzen genau diesen Unterschied.
Hier gibt es keine Menschenmassen, keine Reisegruppen und keine überfüllten Parkplätze.
Tsoutsouros oder Plakias?
Plakias gehört heute zu den bekanntesten Urlaubsorten an der Südküste Kretas.
Der Ort bietet viele Hotels, Restaurants und Freizeitmöglichkeiten.
Tsoutsouros ist deutlich kleiner und ruhiger.
Wenn mich jemand nach einem Vergleich fragt, sage ich oft:
Tsoutsouros erinnert mich an Plakias vor etwa 40 Jahren.
Genau das macht den besonderen Reiz des kleinen Badeortes aus.
Ausflüge auf Kreta buchen
Für wen lohnt sich Tsoutsouros?
Tsoutsouros ist nicht für jeden Urlauber die richtige Wahl.
Wer Luxusresorts, Einkaufszentren, Nachtleben oder organisierte Unterhaltung sucht, wird vermutlich enttäuscht sein.
Der Ort eignet sich vor allem für:
- Individualurlauber
- Kreta-Kenner
- Wohnmobil-Reisende
- Naturliebhaber
- Wanderer
- Menschen, die Ruhe suchen
Wer einfach einige entspannte Tage am Meer verbringen möchte, findet hier ideale Bedingungen.
Mein Fazit zu Tsoutsouros
Tsoutsouros gehört zu meinen Lieblingsorten an der Südküste Kretas.
Nicht weil es spektakuläre Sehenswürdigkeiten oder luxuriöse Hotels gibt.
Sondern weil der Ort etwas bewahrt hat, das auf Kreta immer seltener wird: Ruhe.
Selbst im Hochsommer findet man hier oft freie Plätze am Strand. Die Tavernen sind entspannt, die Preise fair und die Atmosphäre angenehm unaufgeregt.
Wer das ursprüngliche Kreta kennenlernen möchte, sollte Tsoutsouros unbedingt besuchen.
Für mich ist der kleine Badeort einer der letzten echten Geheimtipps an der Südküste der Insel.
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FAQ zu Tsoutsouros
Lohnt sich Tsoutsouros?
Ja. Besonders für Urlauber, die Ruhe, freie Strände und das ursprüngliche Kreta suchen.
Gibt es Hotels in Tsoutsouros?
Ja. Neben einigen kleineren Hotels gibt es viele Ferienwohnungen und Pensionen.
Wie weit ist Tsoutsouros von Heraklion entfernt?
Mit dem Auto benötigt man etwa 1,5 Stunden.
Gibt es Busse nach Tsoutsouros?
Regelmäßige und für Urlauber praktische Busverbindungen gibt es kaum. Ein Mietwagen ist sehr empfehlenswert.
Ist Tsoutsouros touristisch?
Im Vergleich zu Matala, Agia Galini oder Plakias deutlich weniger. Große Reiseveranstalter spielen praktisch keine Rolle.
Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten?
Die Strände, die Wanderung nach Maridaki, die Drachenhöhle, die Eileithyia-Höhle und die ruhige Atmosphäre des Ortes.