Der Botanische Garten von Kreta (Botanical Park & Gardens of Crete) gehört für viele Urlauber zu den größten Überraschungen der Insel. Ehrlich gesagt hätte ich auf Kreta nie einen Botanischen Garten dieser Größe erwartet. Wer an einige Blumenbeete und ein paar exotische Pflanzen denkt, wird schnell feststellen, dass die Anlage viel mehr zu bieten hat.

Der Garten erstreckt sich über rund 80 Hektar am Fuß der Weißen Berge südlich von Chania. Besucher entdecken hier Pflanzen aus aller Welt, Obstbäume, Kräuter, Heilpflanzen, Tiere und eine beeindruckende Landschaft. Für den großen Rundweg sollte man mindestens zwei bis drei Stunden einplanen.
Für mich gehört der Botanische Garten nach der Samaria-Schlucht und dem Strand von Elafonissi zu den beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten im Westen Kretas. Er wird von vielen Urlaubern unterschätzt und steht oft nicht auf den üblichen Listen der Top-Ausflugsziele.
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Viele Besucher verbinden den Botanischen Garten mit einem Ausflug nach Chania, Omalos oder zur Samaria-Schlucht.
Warum der Botanische Garten etwas Besonderes ist
Anders als viele botanische Gärten in Europa wurde die Anlage nicht auf einer flachen Fläche angelegt. Die Wege führen durch eine natürliche Berglandschaft mit Hügeln, kleinen Tälern und zahlreichen Aussichtspunkten.
Dadurch wirkt der Garten nicht künstlich, sondern ist hervorragend in die Landschaft integriert. Oft hat man eher das Gefühl, durch ein Naturgebiet zu wandern als durch einen klassischen botanischen Garten.
Besonders beeindruckend ist die enorme Artenvielfalt. Auf dem Gelände wachsen Pflanzen aus vielen Regionen der Erde. Neben mediterranen Arten findet man tropische und subtropische Gewächse, Obstbäume, Kräuter und Heilpflanzen.
Im Mai und Juni zeigt sich der Garten von seiner schönsten Seite. Viele Pflanzen stehen dann gleichzeitig in Blüte. Überall sieht man kräftige Farben und an vielen Stellen liegen die Düfte von Kräutern und Blumen in der Luft.
Auch im Spätsommer lohnt sich ein Besuch. Dann tragen viele Obstbäume Früchte und zeigen eine ganz andere Seite der Anlage.
Die Geschichte des Botanischen Gartens
Der Botanische Garten entstand nach dem verheerenden Waldbrand von 2003, der große Teile der Region zerstörte. Noch heute erinnert ein alter verbrannter Olivenbaum an dieses Ereignis.
Die Menschen aus den umliegenden Dörfern beschlossen damals, etwas Neues zu schaffen. Mit viel Engagement entstand in den folgenden Jahren einer der größten botanischen Gärten Griechenlands.
Gerade dieser Hintergrund macht die Anlage besonders sympathisch. Man merkt, dass hier nicht einfach eine Touristenattraktion gebaut wurde. Vielmehr entstand ein Projekt, das eng mit der Region verbunden ist.
Viele Besucher schätzen genau diese authentische Atmosphäre.
Der große Rundweg
Der Rundweg ist die Hauptattraktion des Botanischen Gartens. Für die komplette Runde sollte man mindestens zwei bis drei Stunden einplanen. Wer sich intensiv für Pflanzen interessiert oder gerne fotografiert, kann problemlos deutlich länger bleiben.
Der Weg führt durch verschiedene Bereiche der Anlage und zeigt immer wieder neue Pflanzenarten, kleine Wasserflächen und interessante Landschaften.

Die Strecke ist grundsätzlich gut machbar. Allerdings geht es mehrfach bergauf und bergab. Für die meisten Besucher stellt dies kein Problem dar, für Menschen mit Gehbehinderung oder Rollstuhlfahrer ist der Rundweg dagegen nur eingeschränkt geeignet.
Wer gerne spazieren geht, wird den Weg als angenehm empfinden. Eine echte Wanderung ist der Rundgang nicht, etwas Kondition schadet aber nicht.
Tiere im Botanischen Garten
Obwohl die Pflanzen klar im Mittelpunkt stehen, gibt es entlang des Rundwegs auch verschiedene Tiere zu entdecken. Besonders gefallen haben mir die frei laufenden Pfauen, die für viele Besucher die beliebtesten Fotomotive sind.
Die farbenprächtigen Vögel laufen oft ganz entspannt durch die Anlage und lassen sich meist aus nächster Nähe beobachten. Wer gerne fotografiert, wird hier viele schöne Motive finden.

Daneben leben im Botanischen Garten unter anderem Enten, Esel, Schildkröten und verschiedene Vogelarten. Die Tiere machen den Rundgang abwechslungsreicher und sorgen besonders bei Familien mit Kindern für zusätzliche Unterhaltung.
Natürlich darf man den Botanischen Garten nicht mit dem Amazonas Park vergleichen. Die Tiere sind hier eher eine schöne Ergänzung zu den Pflanzen und nicht die Hauptattraktion.
Ein Paradies für Fotografen
Wer gerne fotografiert oder Selfies macht, wird den Botanischen Garten lieben. Praktisch hinter jeder Kurve warten neue Motive.
Besonders beliebt sind:
- Pfauen
- Bunte Blumen
- Exotische Pflanzen
- Palmen
- Obstbäume
- Kleine Wasserflächen
- Berglandschaften
- Historische Olivenbäume
Die schönsten Fotos entstehen meist im Frühjahr und Frühsommer, wenn viele Pflanzen gleichzeitig blühen.

Die Aussicht ist zwar nicht die Hauptattraktion des Gartens, an einigen Stellen ergeben sich dennoch schöne Blicke auf die umliegenden Berge und Täler. Häufig wird die Sicht allerdings von den vielen Pflanzen und Bäumen eingeschränkt.
Für wen lohnt sich der Botanische Garten?
Der Garten richtet sich vor allem an Menschen, die sich für Pflanzen und Natur interessieren. Selbst Biologen oder Hobbygärtner können hier viele interessante Arten entdecken.
Aber auch Familien kommen auf ihre Kosten. Die Tiere, die abwechslungsreiche Landschaft und die vielen Farben sorgen dafür, dass der Besuch nicht langweilig wird.
Für ganz kleine Kinder unter sechs Jahren könnte der Rundweg allerdings etwas lang sein. Kinder ab dem Grundschulalter haben dagegen meist viel Spaß.
Wer nur Strände oder antike Ausgrabungen sehen möchte, wird den Botanischen Garten vielleicht weniger spannend finden. Naturfreunde sollten ihn dagegen unbedingt einplanen.
Ausflüge und Tickets für Kreta
Viele Urlauber kombinieren den Botanischen Garten mit weiteren Sehenswürdigkeiten im Westen Kretas.
Das Restaurant im Botanischen Garten
Zum Botanischen Garten gehört ein bekanntes Restaurant mit regionaler Küche. Viele Besucher planen ihren Rundgang so, dass sie anschließend hier essen.
Die Küche genießt einen ausgezeichneten Ruf. Verwendet werden vor allem lokale Produkte und Bio-Zutaten aus der Region. Zahlreiche Kräuter, Früchte und andere Zutaten stammen direkt aus dem Garten oder von Produzenten aus den umliegenden Dörfern.
Damit passt das Restaurant perfekt zum Konzept der gesamten Anlage.
Eintrittspreise Botanischer Garten Kreta
- Erwachsene: 8 Euro
- Kinder von 6 bis 12 Jahren: 4 Euro
- Kinder unter 6 Jahren: meist kostenlos
Angesichts der Größe des Gartens ist der Eintritt aus meiner Sicht sehr günstig. Für nur wenige Euro kann man hier problemlos mehrere Stunden verbringen.
Gemessen an der Größe der Anlage gehört der Botanische Garten zu den Sehenswürdigkeiten mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis auf Kreta.

Öffnungszeiten
Der Botanische Garten ist normalerweise von Ende März bis Ende November geöffnet.
- Täglich ab 9:00 Uhr
- Im Hochsommer oft bis etwa 20:30 Uhr
- Im Frühjahr und Herbst entsprechend kürzere Öffnungszeiten
Da sich die Schließzeiten nach Tageslicht und Jahreszeit richten können, lohnt sich vor einem Besuch ein Blick auf die aktuelle Webseite des Parks.
Anfahrt zum Botanischen Garten
Der Botanische Garten liegt südlich von Chania an der wichtigsten Straße in die Weißen Berge. Die Lage ist ideal, da viele Urlauber auf dem Weg nach Omalos, zur Samaria-Schlucht oder nach Sougia praktisch direkt vorbeifahren.
Von Chania sind es etwa 20 Kilometer, die Fahrzeit beträgt je nach Verkehr ungefähr 25 bis 30 Minuten. Auch das Bergdorf Lakki befindet sich ganz in der Nähe.
Auf der Schnellstraße von Rethymno über Chania Richtung Kissamos nimmt man die Ausfahrt nach Omalos. Anschließend folgt man einfach der Straße in Richtung Omalos.
Der Botanische Garten liegt fast direkt an dieser Straße zwischen den Dörfern Fournes und Lakki. Die Einfahrt ist gut ausgeschildert und kaum zu übersehen. Bereits von weitem fallen die vielen Flaggen verschiedener Länder entlang der Straße auf.
Parken
Direkt am Eingang befindet sich ein großer Besucherparkplatz. Bei meinen Besuchen gab es keine Probleme, einen freien Stellplatz zu finden.
Im Gegensatz zu vielen anderen Sehenswürdigkeiten auf Kreta ist die Parkplatzsituation hier angenehm entspannt. Die meisten Besucher reisen mit dem Mietwagen an.
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Für den Besuch des Botanischen Gartens ist ein Mietwagen die bequemste Lösung.
Mit dem Bus zum Botanischen Garten?
Theoretisch kann man den Botanischen Garten auch mit öffentlichen Bussen erreichen. Die Busse von Chania nach Omalos fahren auf der Straße direkt am Garten vorbei.
In der Praxis ist diese Möglichkeit jedoch nur eingeschränkt sinnvoll. Auf der Strecke verkehren meist lediglich drei bis vier Busse pro Tag. Viele davon sind auf Wanderer abgestimmt, die früh morgens zur Samaria-Schlucht fahren.
Für die meisten Urlauber sind Mietwagen oder organisierte Ausflüge deutlich praktischer.
Perfekter Zwischenstopp auf dem Weg nach Omalos oder Sougia
Eine der größten Stärken des Botanischen Gartens ist seine Lage. Viele Besucher kombinieren den Garten mit anderen Sehenswürdigkeiten im Westen Kretas.
Besonders gut eignet sich ein Besuch zusammen mit:
Wer ohnehin in die Bergregion südlich von Chania fährt, sollte den Botanischen Garten unbedingt einplanen.
FAQ Botanischer Garten Kreta
Wie viel Zeit sollte man einplanen?
Für den großen Rundweg sind mindestens zwei bis drei Stunden sinnvoll. Pflanzenfreunde verbringen oft deutlich mehr Zeit in der Anlage.
Ist der Botanische Garten für Kinder geeignet?
Ja. Besonders Kinder ab etwa sechs Jahren haben meist viel Spaß. Für Kleinkinder kann der Rundweg etwas lang werden.
Kann man dort gut fotografieren?
Ja. Der Garten gehört zu den besten Fotospots auf Kreta. Besonders beliebt sind die Pfauen, die bunten Blumen und die exotischen Pflanzen.
Wann ist die beste Reisezeit?
Mai, Juni und der frühe Juli gelten als besonders attraktiv, da viele Pflanzen gleichzeitig blühen. Im Spätsommer sind dagegen zahlreiche Obstbäume interessant.
Ist der Garten rollstuhlgerecht?
Nur eingeschränkt. Der Rundweg enthält mehrere Steigungen und Gefälle und ist daher für Rollstuhlfahrer oder Menschen mit starken Gehproblemen schwierig.
Fazit: Lohnt sich der Botanische Garten Kreta?
Aus meiner Sicht eindeutig ja. Der Botanische Garten gehört zu den größten Überraschungen auf Kreta und wird von vielen Urlaubern unterschätzt.
Die riesige Anlage verbindet Pflanzen aus aller Welt, Tiere, schöne Wanderwege, lokale Gastronomie und die Landschaft der Weißen Berge zu einem außergewöhnlichen Ausflugsziel.
Besonders beeindruckt haben mich die hohe Artenvielfalt, die vielen Farben und Düfte sowie die hervorragende Einbindung des Gartens in die natürliche Landschaft.
Für nur 8 Euro Eintritt bekommt man hier erstaunlich viel geboten. Für mich gehört der Botanische Garten nach der Samaria-Schlucht und Elafonissi zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten im Westen Kretas.