Orangen auf Kreta: Saison, Anbau, Sorten und Tipps

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Orangen gehören zu den wichtigsten Früchten auf Kreta. Einzelne Orangenbäume sieht man auf der ganzen Insel: in privaten Gärten, zwischen Wohnhäusern, auf kleinen Grundstücken und natürlich auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Noch häufiger begegnet man auf Kreta nach unserer Erfahrung nur Zitronenbäumen.

Wer allerdings große Orangenplantagen sehen möchte, sollte in den Westen Kretas fahren. Das wichtigste Anbaugebiet liegt im Hinterland von Chania am Fuß der Weißen Berge. Rund um Alikianos, Fournes und Meskla erstrecken sich große Flächen mit Orangen- und anderen Obstbäumen.

Besonders schön ist diese Gegend im Winter und Frühjahr. Dann hängen zahlreiche orangefarbene Früchte an den immergrünen Bäumen. Etwa im April beginnt die Orangenblüte. Im Hochsommer sieht man dagegen bereits die kleinen grünen Früchte der nächsten Ernte.

Orangen auf Kreta auf einen Blick

  • Das wichtigste Anbaugebiet liegt im Hinterland von Chania.
  • Besonders viele Plantagen gibt es rund um Alikianos, Fournes und Meskla.
  • Die Orangensaison reicht je nach Sorte ungefähr von November bis ins Frühjahr beziehungsweise bis zum Frühsommer.
  • Im Winter, besonders von Januar bis März, gibt es ein großes Angebot an frischen Orangen.
  • Navel-Orangen eignen sich besonders gut zum direkten Essen.
  • Valencia-Orangen sind sehr saftig und eignen sich hervorragend zum Auspressen.
  • Auf Wochenmärkten und direkt bei Erzeugern sind Orangen häufig besonders günstig.
  • Frisch gepresster Orangensaft ist in Cafés und beim Frühstück auf Kreta weit verbreitet.

Wo werden auf Kreta Orangen angebaut?

Orangenbäume findet man in kleinen Mengen praktisch überall auf Kreta. Viele Einheimische besitzen einen oder mehrere Bäume im eigenen Garten. Während der Erntezeit können Familien dadurch zumindest einen Teil ihres Bedarfs mit eigenen Orangen decken.

Bei größeren kommerziellen Plantagen sieht es anders aus. Ein Schwerpunkt des kretischen Orangenanbaus liegt in der Region Chania. Besonders bekannt ist das fruchtbare Hinterland südlich von Chania am Fuß der Weißen Berge.

Zu den Orten in diesem Anbaugebiet gehören unter anderem Alikianos, Fournes und Meskla. Fournes gilt als eines der bekannten Orangendörfer im Tal des Keritis. Rund um den Ort erstrecken sich große Orangenhaine.

Dass gerade hier so viele Orangen wachsen, ist kein Zufall. Die Region verfügt über ein für Zitrusfrüchte günstiges Mikroklima und über Wasser aus den Weißen Bergen. Die Plantagen werden bewässert, sodass die Bäume auch die langen trockenen Sommer Kretas überstehen können.

Das Orangental südlich von Chania

Wer die Orangenplantagen selbst sehen möchte, kann dies sehr gut mit einem Ausflug von Chania in die Berge verbinden.

Besonders geeignet sind Fahrten von Chania in Richtung Omalos und zur Samaria-Schlucht. Auch wer von Chania nach Sougia an der Südküste fährt, kommt durch diese landwirtschaftlich geprägte Region. Auch der bekannte Botanische Garten von Kreta ist in der Nähe.

Rund um Alikianos und Fournes führt die Straße durch eine vollkommen andere Landschaft als an der touristisch geprägten Küste. Statt Hotels, Stränden und Ferienanlagen sieht man Obstplantagen, kleinere Dörfer und die dahinter aufragenden Weißen Berge.

Unser Tipp: Bei den Orangenplantagen anhalten

Wer von Chania zur Samaria-Schlucht oder nach Sougia fährt, sollte für die Fahrt etwas zusätzliche Zeit einplanen. Rund um Alikianos und Fournes lohnt es sich, an einer geeigneten Stelle anzuhalten und sich die Orangenplantagen anzusehen.

Während der Erntezeit gibt es außerdem kleine Verkaufsstände am Straßenrand. Dort kann man regionale Orangen direkt kaufen und unterstützt gleichzeitig die Erzeuger.

Orangen direkt beim Bauern kaufen

Der Direktverkauf auf Kreta ist häufig wesentlich einfacher organisiert, als man es von einem deutschen Hofladen kennt. Manchmal besteht ein Verkaufsstand lediglich aus einigen Brettern, einem Tisch, ein paar Kisten mit Früchten und einem handgeschriebenen Schild.

Besonders während der Erntesaison verkaufen Einheimische ihre Orangen direkt am Straßenrand. Häufig sind es ältere Menschen aus der Umgebung, die dort einen Teil ihrer Ernte anbieten.

Orangen werden dabei gerne in größeren Mengen verkauft. Typisch sind beispielsweise Angebote mit fünf Kilogramm. Je nach Saison kann man fünf Kilogramm Orangen bereits für ungefähr fünf Euro bekommen.

Wer durch das Orangental fährt, sollte deshalb ruhig an einem solchen Stand anhalten. Frischer kann man kretische Orangen kaum kaufen.

Wenn der Orangenhändler mit Lautsprecher durchs Dorf fährt

Eine Besonderheit erlebt man gelegentlich in kleineren kretischen Dörfern. Autos oder kleine Lieferwagen fahren langsam durch die Straßen und über Lautsprecher ertönt eine Durchsage auf Griechisch.

Touristen fragen sich manchmal, was hier verkündet wird. Häufig handelt es sich gar nicht um eine öffentliche Durchsage. Händler oder Bauern bieten auf diese Weise Obst, Gemüse oder andere Lebensmittel direkt vom Fahrzeug an.

Während der Orangensaison können beispielsweise Orangen mit einer Durchsage wie „fünf Kilogramm für fünf Euro“ angeboten werden. Wer in einer Ferienwohnung oder einem Ferienhaus in einem Dorf wohnt, kann auf diese Weise Lebensmittel praktisch vor der Haustür kaufen.

Darf man Orangen vom Baum pflücken?

Auch wenn direkt neben der Straße Tausende reife Orangen an den Bäumen hängen: Die Plantagen gehören den jeweiligen Eigentümern. Ohne Erlaubnis sollte man deshalb keine Früchte pflücken.

Nach unserer Erfahrung reagieren viele Kreter ausgesprochen freundlich, wenn sich Besucher für ihre Plantagen und Früchte interessieren. Wer einen Bauern trifft, kann deshalb einfach fragen. Noch besser ist es, einige Orangen direkt bei ihm oder an einem Straßenstand zu kaufen.

Das kostet nur wenig und ist wesentlich fairer, als Früchte von fremden Bäumen zu nehmen.

Wann ist Orangensaison auf Kreta?

Die Orangensaison auf Kreta ist ungewöhnlich lang. In der Region Chania sorgen unterschiedliche Höhenlagen und verschiedene Sorten dafür, dass nicht alle Früchte gleichzeitig reif werden.

Die ersten Navel-Orangen werden ungefähr ab November geerntet. Die Hauptzeit liegt nach unserer Erfahrung im Winter, insbesondere zwischen Januar und März. Spätere Sorten verlängern die Saison anschließend weit ins Frühjahr und teilweise bis in den Frühsommer.

Die Landwirtschaftsgenossenschaft von Chania gibt für Navel-Orangen in der Region sogar eine Produktionszeit von November bis Ende Mai an. Späte Valencia-Orangen können anschließend noch später geerntet werden.

Jahreszeit Was sieht man?
November bis Dezember Beginn der neuen Orangensaison, erste reife Navel-Orangen.
Januar bis März Sehr gute Zeit für frische Orangen; viele Bäume hängen voller reifer Früchte.
April Orangenblüte und gleichzeitig weiterhin Ernte verschiedener Sorten.
Mai bis Juni Späte Sorten und zunehmend Valencia-Orangen.
Juli bis Oktober Für ganz frisch geerntete kretische Orangen die ungünstigste Reisezeit; an den Bäumen wachsen bereits die grünen Früchte der nächsten Saison.

Ausgerechnet im Sommer ist keine gute Orangenzeit

Für Urlauber ist das zunächst überraschend: Ausgerechnet während der touristischen Hauptsaison ist die schlechteste Zeit für wirklich frisch geerntete kretische Orangen.

Im Juli, August, September und häufig auch noch im Oktober wächst bereits die nächste Generation an den Bäumen. Die Früchte sind zunächst klein und grün und reifen über viele Monate.

Wer Kreta ausschließlich aus dem Sommerurlaub kennt, hat die Insel deshalb möglicherweise noch nie während ihrer eigentlichen Orangensaison erlebt.

Besonders eindrucksvoll ist das Hinterland von Chania im Winter. Während in den Weißen Bergen Schnee liegen kann, hängen weiter unten im Tal gleichzeitig Tausende leuchtend orangefarbene Früchte an den Bäumen.

Wann blühen die Orangenbäume auf Kreta?

Eine weitere schöne Reisezeit für das Orangental ist das Frühjahr. Etwa im April beginnen viele Orangenbäume zu blühen. Der genaue Zeitpunkt hängt vom Wetter, der Höhenlage und der jeweiligen Sorte ab.

Die kleinen weißen Blüten sind nicht nur hübsch anzusehen. In Gegenden mit vielen Orangenbäumen kann man ihren intensiven Duft deutlich wahrnehmen.

Im Hochsommer sieht die gleiche Landschaft vollkommen anders aus. Die Blüten sind verschwunden und an den Bäumen hängen bereits zahlreiche kleine grüne Orangen. Sie wachsen während des Sommers weiter und werden erst mit zunehmender Reife orange.

Welche Orangensorten gibt es auf Kreta?

Für Urlauber ist weniger der botanische Name als die Verwendung interessant. Vereinfacht kann man zwischen Orangen unterscheiden, die sich besonders gut zum direkten Essen eignen, und sehr saftigen Sorten, die vor allem zum Auspressen interessant sind.

Navel-Orangen: gut zum direkten Essen

Navel-Orangen gehören zu den wichtigsten Orangentypen der Region Chania. Sie sind meist kernlos oder besitzen nur wenige Kerne. Außerdem lassen sie sich vergleichsweise leicht schälen.

Damit sind sie ideal für alle, die eine Orange einfach schälen und direkt essen möchten.

Unsere Empfehlung: Merlin-Orangen

Wer auf Kreta eine besonders gute Essorange sucht, sollte nach Merlin-Orangen Ausschau halten. Sie gehören zur Gruppe der Navel-Orangen und sind in Griechenland sehr bekannt.

Nach unserer Erfahrung sind Merlin-Orangen sehr süß, schmecken ausgesprochen frisch und lassen sich leicht schälen. Während der Saison gehören sie für uns zu den besten Orangen zum direkten Essen.

Einfacher Einkaufstipp

Zum Essen: Merlin.
Zum Auspressen: Valencia.

Mit dieser einfachen Unterscheidung kommt man auf dem Wochenmarkt oder beim Direktverkauf bereits ziemlich weit.

Valencia-Orangen: hervorragend zum Auspressen

Valencia-Orangen reifen später und verlängern die kretische Orangensaison. Sie sind ausgesprochen saftig und eignen sich hervorragend für frisch gepressten Orangensaft.

Die Schale sitzt häufig etwas fester als bei typischen Essorangen. Je nach Frucht können außerdem Kerne vorhanden sein. Wer die Orange einfach schälen und essen möchte, ist deshalb mit einer guten Navel- beziehungsweise Merlin-Orange meist besser bedient.

Zum Selberpressen bevorzugen wir dagegen Valencia-Orangen. Sie liefern viel Saft und haben einen angenehm frischen Geschmack.

Essorange oder Saftorange?

Eigenschaft Merlin / Navel Valencia
Direkt essen Sehr gut geeignet Möglich, aber nicht unsere erste Wahl
Schälen Meist relativ einfach Häufig etwas schwieriger
Kerne Meist kernlos oder kernarm Je nach Frucht möglich
Saft Gut Sehr gut
Unsere Empfehlung Zum Essen Zum Auspressen

Was kosten Orangen auf Kreta?

Orangen gehören während der Saison zu den preiswerten Lebensmitteln auf Kreta. Besonders günstig sind sie dort, wo sie angebaut werden, sowie auf Wochenmärkten und beim Direktverkauf.

Nach unserer Erfahrung bekommt man kretische Orangen während der Saison häufig für ungefähr 1 bis 1,50 Euro pro Kilogramm. Auf Wochenmärkten oder direkt beim Erzeuger können größere Mengen noch günstiger sein.

Typisch für den Direktverkauf sind Angebote mit mehreren Kilogramm. Fünf Kilogramm Orangen für ungefähr fünf Euro sind während einer guten Saison durchaus möglich. Wer in einer Ferienwohnung wohnt oder täglich frisch gepressten Orangensaft trinken möchte, kann bei solchen Angeboten problemlos zugreifen.

Im Supermarkt kosten Orangen meist etwas mehr. Dafür bekommt man sie dort praktisch überall und muss nicht gezielt einen Wochenmarkt oder Straßenstand suchen.

Wo kaufen wir Orangen am liebsten?

  1. Direkt beim Bauern oder Straßenstand: sehr frisch, regional und häufig besonders günstig.
  2. Auf dem Wochenmarkt: große Auswahl und während der Saison meist sehr gute Preise.
  3. Im Supermarkt: bequem und überall erhältlich, allerdings häufiger standardisierte Handelsware.

Wie viel bekommt der Orangenbauer?

Interessant ist der große Unterschied zwischen dem Preis beim Erzeuger und dem späteren Verkaufspreis. Kretische Orangenbauern erhalten für ihre Früchte teilweise nur ungefähr 40 Cent pro Kilogramm. Der genaue Betrag schwankt allerdings erheblich nach Saison, Qualität, Größe, Sorte und Nachfrage.

Für große Speiseorangen wurden in der Region Chania beispielsweise Erzeugerpreise im Bereich von etwa 40 bis 45 Cent pro Kilogramm gemeldet. Kleinere Früchte können deutlich weniger einbringen.

Bis die Orange im Supermarkt oder auf dem Teller eines Urlaubers landet, kommen natürlich Transport, Sortierung, Lagerung, Handel und weitere Kosten hinzu. Trotzdem zeigt der Vergleich, wie gering der Anteil sein kann, der beim eigentlichen Erzeuger ankommt.

Wochenmarkt oder Supermarkt?

Wer während der Orangensaison auf Kreta ist, sollte zumindest einmal einen Wochenmarkt besuchen. Dort findet man häufig große Mengen saisonaler Früchte aus der Region.

Nach unserer Erfahrung sind Orangen auf Wochenmärkten oft besonders günstig. Preise um 1 bis 1,50 Euro pro Kilogramm sind während der Saison keine Seltenheit. Bei größeren Mengen kann der Preis noch niedriger liegen.

Supermärkte sind natürlich bequemer. Besonders in den Urlaubsorten findet man praktisch überall Orangen. Allerdings handelt es sich dort häufiger um standardisierte Handelsware. Wer Wert auf möglichst regionale und frische Früchte legt, sollte deshalb beim Bauern oder auf dem Wochenmarkt kaufen.

Frisch gepresster Orangensaft auf Kreta

Orangensaft gehört auf Kreta zum Alltag. In Cafés, Bars, Frühstückslokalen und Hotels bekommt man sehr häufig frisch gepressten Orangensaft.

Auf Griechisch heißt Orangensaft chymós portokáli (χυμός πορτοκάλι). Wer einen frisch gepressten Saft bestellen möchte, kommt allerdings meistens auch mit Englisch problemlos zurecht.

Nach unserer Erfahrung schmeckt frisch gepresster Orangensaft auf Kreta besonders aromatisch und frisch. Vor allem während der heimischen Orangensaison im Winter und Frühjahr ist er für uns deutlich besser als vieles, was man aus Deutschland gewohnt ist.

Frisch gepresst bedeutet nicht immer frisch geerntet

Hier gibt es allerdings einen wichtigen Unterschied. „Frisch gepresst“ bedeutet lediglich, dass die Orange unmittelbar vor dem Servieren ausgepresst wurde. Es bedeutet nicht automatisch, dass die Früchte gerade frisch auf Kreta geerntet wurden.

Das ist vor allem im Hochsommer wichtig. Juli bis Oktober sind gerade die Monate, in denen die meisten Touristen nach Kreta kommen, aber gleichzeitig die ungünstigste Zeit für frisch geerntete kretische Orangen.

Wer dagegen im Januar, Februar oder März auf Kreta unterwegs ist, erlebt die heimische Orangensaison auf ihrem Höhepunkt.

Was kostet frisch gepresster Orangensaft?

Frisch gepresster Orangensaft war auf Kreta lange ausgesprochen günstig. Inzwischen sind die Preise besonders in den touristischen Zentren deutlich gestiegen.

In guter Lage kann ein kleines Glas mittlerweile ähnlich viel kosten wie in Deutschland. Am venezianischen Hafen von Chania werden beispielsweise teilweise rund 3,50 Euro für etwa 0,2 Liter frisch gepressten Orangensaft verlangt.

Das wirkt zunächst überraschend, wenn man bedenkt, dass ein Orangenbauer für ein Kilogramm Früchte teilweise nur etwa 40 Cent erhält. Der Preis im Café besteht allerdings nicht nur aus den Kosten für die Orangen. Personal, Miete, Steuern, Kühlung, Ausstattung, Service und die Lage des Lokals spielen ebenfalls eine große Rolle.

Spartipp

Wer frisch gepressten Orangensaft günstig trinken möchte, sollte ihn nicht unbedingt direkt an den touristischen Hotspots bestellen. In Dörfern und weniger touristischen Gegenden sind die Preise häufig niedriger.

Noch günstiger ist natürlich das Selberpressen: Während der Saison ein paar Kilogramm Valencia-Orangen auf dem Wochenmarkt oder direkt beim Bauern kaufen und den Saft in der Ferienwohnung selbst zubereiten.

Portokalada: Orangenlimonade aus Griechenland

Nicht nur frisch gepresster Orangensaft ist auf Kreta beliebt. Probieren sollte man auch Portokalada (πορτοκαλάδα), die griechische Orangenlimonade.

Besonders an heißen Sommertagen ist eine kalte Portokalada eine gute Alternative zu den international bekannten Softdrinks. Man bekommt sie in Supermärkten, Minimärkten, Cafés und vielen Tavernen.

Es gibt verschiedene griechische und regionale Marken. Nach unserer Erfahrung schmecken einige Portokalades deutlich fruchtiger als die bekannten internationalen Orangenlimonaden. Getränke in Kreta

Portokalopita: griechischer Orangenkuchen

Wer Orangen lieber als Dessert probieren möchte, sollte nach Portokalopita Ausschau halten. Der griechische Orangenkuchen ist ausgesprochen saftig und wird typischerweise mit Orangensirup zubereitet.

Portokalopita findet man auf Kreta in Bäckereien, Konditoreien und gelegentlich als Dessert in Tavernen und Restaurants. Besonders gut schmeckt der Kuchen zu einem griechischen Kaffee.

Wer süße und sehr saftige Kuchen mag, sollte Portokalopita zumindest einmal probieren.

Kretische Orangenmarmelade

Ein weiteres interessantes Produkt ist Orangenmarmelade. Besonders gut schmecken nach unserer Erfahrung die etwas bittereren Varianten, wie sie auf Kreta angeboten werden.

Für Marmeladen und eingekochte Süßigkeiten können auch Bitterorangen verwendet werden. Diese Früchte sind wesentlich herber als normale Essorangen und eignen sich nicht dazu, sie wie eine Merlin-Orange einfach zu schälen und zu essen.

Gerade diese leichte Bitterkeit macht eine gute Orangenmarmelade aber interessant.

Unser Souvenir-Tipp

Kretische Orangenmarmelade ist ein schönes und relativ preiswertes Mitbringsel. Wir würden sie eher im Supermarkt, auf einem Wochenmarkt oder direkt bei einem kleinen Produzenten kaufen als in einem klassischen Souvenirgeschäft.

Dort findet man häufig regionale Produkte zu günstigeren Preisen.

Bitterorangen auf Kreta

Neben den bekannten süßen Orangen gibt es auf Kreta auch Bitterorangen. Auf Griechisch wird die Bitterorange häufig Nerantzi (νεράντζι) genannt.

Die Früchte sehen auf den ersten Blick normalen Orangen ähnlich, schmecken roh allerdings ausgesprochen bitter und sauer. Zum direkten Essen sind sie deshalb kaum geeignet.

In der Küche sind Bitterorangen dagegen interessant. Sie können unter anderem für Marmeladen, Sirup und traditionelle Süßigkeiten verwendet werden.

Touristen sollten deshalb nicht davon ausgehen, dass jede orangefarbene Frucht an einem Baum automatisch eine süße Essorange ist.

Orangen in der kretischen Küche

Auf Kreta werden Orangen nicht nur gegessen oder ausgepresst. Saft, Fruchtfleisch und Schale lassen sich sowohl für süße als auch für herzhafte Gerichte verwenden.

Besonders bekannt sind natürlich Kuchen, Marmeladen und andere Süßspeisen. Orangen passen aber auch überraschend gut zu Fleisch und Salaten.

Schweinefleisch mit Orangensauce

Sehr gut schmeckt beispielsweise Schweinefleisch mit Orangensauce. Die leichte Süße und Säure der Orange harmoniert hervorragend mit Schweinefleisch.

Leider findet man solche Gerichte nach unserer Erfahrung nicht besonders häufig auf den normalen Speisekarten der touristischen Restaurants. Wer sie entdeckt, sollte sie ruhig einmal probieren.

Salat mit Orange und Fenchel

Auch in frischen Salaten werden gelegentlich Orangen verwendet. Besonders gut passen sie zu Fenchel. Die Süße und Säure der Orange ergänzt den leicht anisartigen Geschmack des Fenchels sehr gut.

Zusammen mit Blattsalat, Olivenöl und weiteren regionalen Zutaten entsteht daraus ein leichter mediterraner Salat, der besonders an warmen Tagen gut schmeckt.

Was wird aus kretischen Orangen gemacht?

  • Frisch gepresster Orangensaft
  • Portokalada – Orangenlimonade
  • Portokalopita – saftiger Orangenkuchen
  • Orangenmarmelade
  • Sirup und Süßspeisen
  • Kuchen und Gebäck
  • Salate mit Orange
  • Saucen zu Fleischgerichten
  • Produkte aus Orangenschale

Orangen sind damit auf Kreta wesentlich mehr als einfach nur Obst. Während der Saison gehören sie zum Alltag und werden in vielen unterschiedlichen Formen verwendet.

Wie werden Orangen auf Kreta geerntet?

Orangen werden auf Kreta überwiegend von Hand geerntet. Das ist schon deshalb sinnvoll, weil die Früchte möglichst unbeschädigt vom Baum kommen sollen. Auf größeren Plantagen werden Leitern und Erntebehälter verwendet, anschließend werden die Früchte gesammelt, sortiert und für den Verkauf vorbereitet.

Nicht jede Orange landet anschließend als Speiseorange im Supermarkt. Größe, Aussehen und Qualität spielen bei der Sortierung eine wichtige Rolle. Besonders schöne Früchte lassen sich als Essorangen verkaufen. Kleinere oder optisch weniger perfekte Orangen können dagegen unter anderem für die Herstellung von Saft verwendet werden.

Für den Geschmack bedeutet eine kleine optische Macke übrigens nicht automatisch einen Nachteil. Wer auf einem Wochenmarkt oder direkt beim Erzeuger kauft, findet häufig Früchte, die nicht vollkommen gleichmäßig aussehen, aber hervorragend schmecken.

Warum müssen die Orangenplantagen bewässert werden?

Kreta hat lange, heiße und ausgesprochen trockene Sommer. Gerade in den Monaten, in denen die jungen grünen Orangen an den Bäumen wachsen, fällt nur sehr wenig Regen. Große Orangenplantagen sind deshalb auf eine zuverlässige Wasserversorgung angewiesen.

Einer der Gründe für die Bedeutung des Orangenanbaus im Hinterland von Chania ist die Nähe zu den Weißen Bergen, den Lefka Ori. Das Wasser aus dem Gebirge versorgt die fruchtbaren Gebiete am Fuß der Berge und ermöglicht dort den intensiven Anbau von Zitrusfrüchten.

Besonders rund um das Keritis-Tal mit Orten wie Alikianos und Fournes sind diese Bedingungen günstig. Die Kombination aus Wasser, fruchtbaren Böden und dem milden Klima erklärt, warum sich gerade hier eines der wichtigsten Orangenanbaugebiete Kretas entwickelt hat.

Orangenblüte auf Kreta

Wer Kreta nur im Hochsommer kennt, hat die Orangenblüte wahrscheinlich noch nie gesehen. Besonders im Frühjahr, ungefähr im April, beginnen viele Orangenbäume zu blühen. Der genaue Zeitpunkt unterscheidet sich je nach Wetter, Höhenlage und Sorte.

Die kleinen weißen Blüten sehen nicht nur schön aus. Sie verströmen einen intensiven Duft, der in Gebieten mit vielen Orangenbäumen deutlich wahrnehmbar ist.

Für einen Ausflug durch das Orangental südlich von Chania ist das Frühjahr deshalb eine besonders interessante Jahreszeit. Während einige Bäume noch Früchte tragen, beginnt gleichzeitig bereits der neue Vegetationszyklus.

Orangenblütenhonig

Aus dem Nektar der Zitrusblüten entsteht auch Orangenblütenhonig beziehungsweise Zitrushonig. Er unterscheidet sich geschmacklich deutlich von den kräftigen kretischen Honigsorten auf Basis von Thymian oder anderen Bergkräutern.

Wer gerne Honig als Mitbringsel kauft, sollte auf Märkten und bei Produzenten nach verschiedenen regionalen Sorten Ausschau halten. Gerade kleinere Imker bieten häufig Honig an, den man in normalen Touristengeschäften nicht findet.

Orangenbäume in privaten Gärten

Für Orangen muss man nicht unbedingt in das große Anbaugebiet bei Chania fahren. Einzelne Orangenbäume sieht man auf fast ganz Kreta.

Besonders häufig stehen sie in privaten Gärten und auf kleineren Grundstücken. Viele kretische Familien besitzen eigene Obstbäume und können während der Saison einen Teil ihres Bedarfs selbst ernten.

Noch häufiger als Orangenbäume sieht man nach unserer Erfahrung allerdings Zitronenbäume. Sie gehören in vielen Dörfern und Gärten fast selbstverständlich zum Landschaftsbild.

Wer im Winter durch ein kretisches Dorf läuft, sieht deshalb immer wieder Gärten, in denen gleichzeitig Zitronen und Orangen an den Bäumen hängen.

Warum hängen manchmal so viele Orangen am Baum?

Urlauber wundern sich gelegentlich darüber, dass an privaten Bäumen sehr viele reife Früchte hängen und offenbar nicht sofort geerntet werden.

Dafür kann es unterschiedliche Gründe geben. Eine Familie benötigt möglicherweise schlicht nicht alle Früchte gleichzeitig. Außerdem können bestimmte Orangensorten längere Zeit am Baum bleiben und nach Bedarf geerntet werden.

Das bedeutet allerdings nicht, dass die Früchte niemandem gehören. Auch ein Baum direkt neben einer Straße steht normalerweise auf privatem oder landwirtschaftlich genutztem Grund.

Kann man Orangen aus Kreta nach Deutschland mitnehmen?

Wer während der Saison besonders gute Orangen entdeckt, möchte vielleicht einige Früchte mit nach Hause nehmen. Innerhalb der Europäischen Union ist die private Mitnahme von in der EU angebauten Früchten grundsätzlich möglich, sofern sie für den persönlichen Gebrauch bestimmt und frei von Schädlingen beziehungsweise Krankheiten sind.

Ein paar kretische Orangen im Reisegepäck sind daher grundsätzlich kein Problem. Bei einer Flugreise sollte man allerdings auf Gewicht und Gepäckbestimmungen der jeweiligen Fluggesellschaft achten.

Praktischer sind für den Rückflug häufig haltbarere Orangenprodukte. Marmelade, Honig oder andere verarbeitete Spezialitäten eignen sich besser als Souvenir und überstehen die Reise normalerweise problemlos. Bei Flüssigkeiten im Handgepäck müssen natürlich die geltenden Sicherheitsbestimmungen beachtet werden.

Orange auf Griechisch

Ein paar griechische Wörter sind beim Einkauf auf dem Wochenmarkt oder an einem Straßenstand praktisch.

Deutsch Griechisch
Orange Portokáli – πορτοκάλι
Orangen Portokália – πορτοκάλια
Orangensaft Chymós portokáli – χυμός πορτοκάλι
Orangenlimonade Portokalada – πορτοκαλάδα
Bitterorange Nerantzi – νεράντζι

Für den normalen Einkauf sind Griechischkenntnisse allerdings nicht erforderlich. Auf Wochenmärkten funktioniert vieles mit einfachen Zahlen, Gesten und etwas Englisch. Gerade an kleinen Straßenständen gehört die Verständigung manchmal einfach zum Erlebnis dazu.

Unser Tipp für einen Ausflug ins Orangental

Wer zwischen November und Mai mit einem Mietwagen im Westen Kretas unterwegs ist, sollte das Hinterland von Chania nicht einfach nur durchfahren.

Besonders gut lässt sich ein Besuch der Orangenregion mit einer Fahrt zur Samaria-Schlucht, nach Omalos oder weiter in Richtung Sougia verbinden. Rund um Alikianos und Fournes lohnt sich ein Zwischenstopp.

Man muss dafür keine spezielle Orangenplantage besuchen. Schon von den normalen Straßen aus sieht man große Anbauflächen. Während der Saison stehen außerdem immer wieder einfache Verkaufsstände am Straßenrand. Es giibt auch Busse.

Unsere Empfehlung

Halten Sie an einem der kleinen Verkaufsstände und kaufen Sie ein paar Kilo Orangen direkt aus der Region. Besonders zum Essen empfehlen wir Merlin-Orangen. Wer selbst Orangensaft pressen möchte, sollte nach Valencia-Orangen fragen.

Die Plantagen darf man natürlich ansehen und fotografieren. Früchte sollte man jedoch nicht ohne Erlaubnis von den Bäumen pflücken.

Häufige Fragen zu Orangen auf Kreta

Wann ist die beste Zeit für Orangen auf Kreta?

Die Saison beginnt ungefähr im November und reicht je nach Sorte weit ins Frühjahr. Besonders groß ist das Angebot im Winter. Januar bis März sind nach unserer Erfahrung sehr gute Monate für frische kretische Orangen.

Gibt es im Sommer frische kretische Orangen?

Der Hochsommer ist die ungünstigste Zeit für frisch geerntete Orangen. Im Juli, August und September wachsen bereits die grünen Früchte der nächsten Saison an den Bäumen. Späte Sorten können zwar bis in den Frühsommer reichen, die klassische Sommerreisezeit liegt aber außerhalb der Haupternte.

Wo gibt es die meisten Orangenplantagen auf Kreta?

Ein wichtiges Anbaugebiet liegt im Hinterland von Chania. Besonders rund um Alikianos, Fournes und das Keritis-Tal sieht man große Orangenplantagen.

Wo kann man kretische Orangen günstig kaufen?

Wir kaufen sie am liebsten direkt beim Erzeuger oder auf einem Wochenmarkt. Während der Saison sind Preise um 1 bis 1,50 Euro pro Kilogramm häufig möglich. Beim Direktverkauf werden manchmal größere Mengen angeboten, beispielsweise fünf Kilogramm für ungefähr fünf Euro.

Welche Orange eignet sich am besten zum Essen?

Unsere Empfehlung ist die Merlin-Orange. Sie ist süß, frisch im Geschmack und lässt sich vergleichsweise leicht schälen.

Welche Orange eignet sich zum Auspressen?

Zum Selberpressen bevorzugen wir Valencia-Orangen. Sie enthalten viel Saft und eignen sich hervorragend für frisch gepressten Orangensaft.

Was heißt frisch gepresster Orangensaft auf Griechisch?

Orangensaft heißt auf Griechisch „Chymós portokáli“. In den touristischen Regionen kann man allerdings problemlos auf Englisch bestellen.

Was ist Portokalada?

Portokalada ist griechische Orangenlimonade. Sie wird kalt getrunken und ist besonders im Sommer eine gute Alternative zu internationalen Softdrinks.

Was ist Portokalopita?

Portokalopita ist ein sehr saftiger griechischer Orangenkuchen, der typischerweise mit Orangensirup zubereitet wird. Man findet ihn unter anderem in Bäckereien, Konditoreien und teilweise als Dessert in Restaurants.

Darf man Orangen von den Bäumen am Straßenrand pflücken?

Nein. Die Bäume und Plantagen gehören ihren Eigentümern. Auch wenn viele Kreter freundlich reagieren, wenn Besucher Interesse zeigen, sollte man vor dem Pflücken immer um Erlaubnis fragen. Besser ist es, die Früchte direkt bei einem Bauern oder Straßenhändler zu kaufen.

Fazit: Orangen gehören zu Kreta

Orangen sind auf Kreta weit mehr als ein gewöhnliches Obst aus dem Supermarkt. Einzelne Orangenbäume stehen in vielen privaten Gärten, während sich im Hinterland von Chania große kommerzielle Plantagen befinden.

Besonders interessant ist die Region rund um Alikianos und Fournes. Wer von Chania zur Samaria-Schlucht oder nach Sougia fährt, kommt durch eines der wichtigsten Orangenanbaugebiete der Insel. Während der Saison lohnt sich ein Zwischenstopp an einem der einfachen Straßenstände.

Die beste Reisezeit für Freunde frischer Orangen ist nicht der Hochsommer, sondern der Winter und das Frühjahr. Besonders zwischen Januar und März hängen viele Bäume voller reifer Früchte. Etwa im April kommt die duftende Orangenblüte hinzu, während man im Hochsommer bereits die kleinen grünen Früchte der nächsten Ernte sehen kann.

Zum direkten Essen empfehlen wir die süßen und leicht zu schälenden Merlin-Orangen. Wer in seiner Ferienwohnung selbst Saft pressen möchte, sollte Valencia-Orangen ausprobieren.

Und Orangen begegnen einem auf Kreta nicht nur als Obst: frisch gepresster Orangensaft, Portokalada, Portokalopita, leicht bittere Orangenmarmelade sowie gelegentlich herzhafte Gerichte zeigen, wie vielseitig die Frucht verwendet wird.

Unser wichtigster Tipp lautet deshalb: Kaufen Sie kretische Orangen während der Saison möglichst auf einem Wochenmarkt oder direkt beim Erzeuger. Sie sind preiswert, frisch und gehören für uns zu den Lebensmitteln, die man auf Kreta unbedingt probieren sollte.