Gemista auf einen Blick
- Gemista sind griechische Tomaten, Paprika oder andere Gemüse mit einer Füllung
- die klassische vegetarische Variante enthält Reis, Zwiebeln, Kräuter und Olivenöl
- eine zweite verbreitete Version wird mit Reis und Hackfleisch zubereitet
- Tomaten und Paprika werden mit ihren eigenen Deckeln im Ofen gebacken
- Kartoffelspalten zwischen dem gefüllten Gemüse sind in Griechenland weit verbreitet
- das Gemüse darf nur zu etwa zwei Dritteln gefüllt werden, weil der Reis aufquillt
- die Backzeit beträgt je nach Größe ungefähr 75 bis 100 Minuten
- Gemista schmecken warm, lauwarm und am folgenden Tag
Gemista: Griechische Tomaten und Paprika mit Reisfüllung
Gemista gehören zu den bekanntesten Ofengerichten der griechischen Küche. Tomaten, Paprika, Zucchini oder Auberginen werden ausgehöhlt, mit Reis, Kräutern und Olivenöl gefüllt und langsam im Backofen gegart. Häufig liegen Kartoffelspalten zwischen dem Gemüse und nehmen beim Backen den austretenden Tomatensaft auf.

Die vegetarische Version wird in Griechenland besonders im Sommer zubereitet, wenn reife Tomaten und Paprika erhältlich sind. Daneben gibt es Gemista mit einer Mischung aus Reis und Hackfleisch. Welche Variante bevorzugt wird, hängt weniger von einer bestimmten Region als vom Familienrezept und persönlichen Geschmack ab.
In Tavernen findet man Gemista vor allem in traditionellen Mittagrestaurants und sogenannten Mageiria. Dort stehen mehrere fertig gekochte Gerichte in einer Auslage. In reinen Grill- oder Fischrestaurants gehört Gemista dagegen nicht zwangsläufig zum täglichen Angebot.
Weitere Spezialitäten finden Sie in unserer Übersicht über typisch griechische Gerichte.
Was bedeutet Gemista?
Das griechische Wort „Gemista“ wird γεμιστά geschrieben und bedeutet wörtlich „gefüllte“. Es handelt sich um die Mehrzahl. Der Name bezeichnet also nicht ausschließlich gefüllte Tomaten und Paprika, sondern grundsätzlich verschiedene gefüllte Lebensmittel.
Ein einzelnes gefülltes Gemüse kann je nach grammatischem Geschlecht als „Gemisto“ oder „Gemisti“ bezeichnet werden. Auf deutschen Speisekarten und in Reiseführern wird fast immer die bekannte Mehrzahl Gemista verwendet.
Auch andere griechische Gerichte können das Wort im Namen tragen. „Kalamari gemisto“ ist beispielsweise ein gefüllter Tintenfisch. Wenn in einer Taverne nur „Gemista“ auf der Speisekarte steht, sind damit gewöhnlich gefüllte Tomaten und Paprika aus dem Backofen gemeint.
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Gemista in der griechischen Küche
Gemista sind ein typisches Gericht der häuslichen Küche. Das Rezept nutzt saisonales Gemüse und kann für viele Personen in einer großen Auflaufform zubereitet werden. Früher bot sich das Gericht besonders in den Sommermonaten an, wenn Gärten und Felder reichlich Tomaten, Paprika, Zucchini und Kräuter lieferten.
Die vegetarische Version zählt zu den griechischen Ladera-Gerichten. Der Begriff leitet sich von „Ladi“, dem griechischen Wort für Öl, ab. Ladera sind Gemüsegerichte, die mit Olivenöl gekocht oder geschmort werden. Dazu gehören unter anderem grüne Bohnen in Tomatensauce, Erbsen mit Gemüse und verschiedene Auberginengerichte.
Die Gerichte werden häufig nicht kochend heiß, sondern warm oder bei Zimmertemperatur gegessen. Dadurch treten das Aroma des Olivenöls und der Kräuter deutlicher hervor. Gemista eignen sich deshalb gut zur Vorbereitung.
Eine eindeutig belegte einzelne Entstehungsgeschichte gibt es nicht. Gefülltes Gemüse ist in vielen Küchen des östlichen Mittelmeerraums, des Balkans und des Nahen Ostens verbreitet. Die griechische Form zeichnet sich besonders durch Olivenöl, frische Kräuter und die lange Garzeit im Backofen aus.
Vegetarische Gemista oder Gemista mit Fleisch?
Beide Varianten gehören zur griechischen Küche. Die vegetarische Füllung besteht hauptsächlich aus Reis, Tomatenfleisch, Zwiebeln, Kräutern und Olivenöl. Nach traditioneller orthodoxer Auffassung kann sie während bestimmter Fastenzeiten gegessen werden, sofern keine tierischen Zutaten verwendet werden.
Bei der Fleischversion wird Hackfleisch zusammen mit Reis in das Gemüse gefüllt. Häufig wird Rinderhack oder eine Mischung aus Rind und Schwein verwendet. Lamm ist möglich, aber nicht in jedem Rezept üblich.
Gemista ohne Fleisch schmecken frischer und lassen den Geschmack der reifen Tomaten und Kräuter stärker hervortreten. Die Fleischversion ist kräftiger und eiweißreicher. Beide Varianten werden mit ähnlichen Beilagen serviert.
Feta kann neben den fertigen Gemista serviert werden. In der klassischen Reisfüllung ist Käse jedoch nicht zwingend enthalten. Dadurch bleibt die vegetarische Version zugleich vegan.
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Klassisches Gemista-Rezept ohne Fleisch
Das folgende Rezept ergibt ungefähr sechs Portionen. Benötigt wird eine ausreichend große und möglichst tiefe Auflaufform. Die Tomaten und Paprika sollten dicht nebeneinander stehen, damit sie während des Backens nicht umfallen.
Für Vorbereitung, Backen und Ruhezeit sollte man insgesamt ungefähr zweieinhalb bis drei Stunden einplanen. Ein großer Teil davon entfällt auf die Garzeit im Backofen.
Zutaten für das Gemüse
- 6 große, reife und feste Tomaten
- 4 mittelgroße Paprika, grün oder rot
- 3 bis 4 mittelgroße Kartoffeln
- etwas Salz für die ausgehöhlten Gemüse
- 1 kleine Prise Zucker für die Tomaten nach Geschmack
Zutaten für die Reisfüllung
- 200 g Mittelkornreis oder Rundkornreis
- 2 mittelgroße Zwiebeln
- 2 Knoblauchzehen
- das ausgehöhlte Fruchtfleisch der Tomaten
- 1 kleine Zucchini, grob gerieben, optional
- 1 Bund glatte Petersilie
- 1/2 Bund frische Minze
- etwas frischer Dill nach Geschmack
- 100 bis 120 ml Olivenöl
- Salz und frisch gemahlener Pfeffer
- ungefähr 200 bis 250 ml Wasser oder ungesalzene Gemüsebrühe
Die genaue Flüssigkeitsmenge hängt davon ab, wie saftig die Tomaten sind. Sehr reife Tomaten liefern viel Fruchtfleisch und Saft. Bei festeren, weniger saftigen Früchten kann zusätzlich etwas passierte Tomate verwendet werden.
Der Reis sollte Flüssigkeit gut aufnehmen, ohne vollständig zu zerfallen. Griechischer Mittelkornreis eignet sich besonders gut. Langkornreis bleibt lockerer, nimmt aber den Tomatensaft anders auf. Risottoreis kann verwendet werden, sollte jedoch nicht wie ein Risotto ständig gerührt werden.
Das richtige Gemüse auswählen
Gute Gemista beginnen mit geeignetem Gemüse. Tomaten sollten reif und aromatisch, aber noch fest genug zum Aushöhlen sein. Sehr weiche Tomaten können beim Backen zusammenfallen, bevor der Reis gar ist.
Geeignet sind große Fleischtomaten oder runde Salattomaten. Sie sollten möglichst von selbst aufrecht in der Auflaufform stehen. Stark längliche Tomaten sind schwieriger zu füllen.
Paprika sollten eine breite Unterseite besitzen. Grüne Paprika schmecken kräftiger und leicht bitter, während rote oder gelbe Paprika süßer werden. Eine Mischung verschiedener Farben sorgt für unterschiedliche Aromen.
In Griechenland werden häufig längliche hellgrüne Paprika verwendet. Sie sind dünnwandiger als große Gemüsepaprika und garen schneller. Bei dickwandigen Paprika kann eine etwas längere Backzeit erforderlich sein.
Tomaten richtig aushöhlen
Die Tomaten gründlich waschen. Anschließend an der Oberseite einen Deckel abschneiden. Der Deckel sollte nicht zu dünn sein, damit er beim Backen seine Form behält.
Das Innere mit einem kleinen Löffel vorsichtig herauslösen. Dabei die Außenwand nicht beschädigen. Etwa ein halber bis ein Zentimeter Fruchtfleisch sollte an der Schale verbleiben.
Das entnommene Tomatenfleisch und den Saft in einer Schüssel sammeln. Harte Strunkstücke entfernen. Das Fruchtfleisch anschließend mit einem Messer fein hacken, grob pürieren oder mit einer Reibe zerkleinern.
Die ausgehöhlten Tomaten innen leicht salzen. Wer die Säure der Tomaten ausgleichen möchte, gibt eine sehr kleine Prise Zucker hinein. Zu viel Zucker würde das Gericht unnötig süß machen.
Die Tomaten mit der Öffnung nach oben in die leicht eingeölte Auflaufform stellen. Die abgeschnittenen Deckel jeweils danebenlegen oder direkt wieder locker aufsetzen, damit sie nicht verwechselt werden.
Paprika vorbereiten
Von den Paprika ebenfalls einen Deckel abschneiden. Der Stiel kann am Deckel bleiben. Samen und weiße Trennwände vorsichtig entfernen.
Die Paprika innen ausspülen und anschließend gut abtropfen lassen. Danach leicht salzen und zwischen die Tomaten in die Auflaufform stellen.
Die Paprika sollten stabil stehen. Falls eine Paprika leicht umkippt, kann sie durch Kartoffelspalten oder ein benachbartes Gemüse gestützt werden.
Reisfüllung zubereiten
Zwiebeln und Knoblauch fein hacken. Petersilie, Minze und nach Wunsch Dill waschen, trocken schütteln und ebenfalls fein schneiden. Grobe Stiele werden nicht verwendet.
Etwa vier Esslöffel Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen. Die Zwiebeln bei mittlerer Temperatur mehrere Minuten glasig dünsten. Der Knoblauch wird erst gegen Ende hinzugegeben, damit er nicht verbrennt.
Falls eine Zucchini verwendet wird, diese grob reiben und zusammen mit den Zwiebeln kurz anbraten. Die Zucchini vergrößert das Volumen der Füllung und sorgt für zusätzliche Feuchtigkeit, ohne geschmacklich stark hervorzutreten.
Den ungekochten Reis in die Pfanne geben und ungefähr zwei Minuten unter Rühren mitdünsten. Anschließend das zerkleinerte Tomatenfleisch hinzufügen.
Die Mischung mit Salz und Pfeffer würzen und etwa fünf bis sieben Minuten leicht köcheln lassen. Der Reis soll dabei nur beginnen, Flüssigkeit aufzunehmen. Er darf noch nicht vollständig gar werden, da er später im Gemüse weiterquillt.
Die Pfanne vom Herd nehmen und die gehackten Kräuter einrühren. Die Füllung abschmecken. Sie darf etwas kräftiger gewürzt sein, weil Reis und Gemüse während des Backens einen Teil des Geschmacks aufnehmen.
Ist die Mischung bereits sehr trocken, etwas Wasser hinzufügen. Sie sollte feucht, aber nicht suppig sein. Zu viel Flüssigkeit erschwert das Befüllen und kann aus den Gemüsen herauslaufen.
Tomaten und Paprika richtig füllen
Die vorbereitete Reismischung mit einem Esslöffel in die Gemüse geben. Entscheidend ist, die Tomaten und Paprika nicht vollständig zu füllen.
Etwa zwei Drittel bis höchstens drei Viertel des Innenraums reichen aus. Der Reis vergrößert sein Volumen beim Backen deutlich. Wird das Gemüse bis zum Rand gefüllt, bleibt der Reis hart, drückt die Deckel hoch oder tritt aus.
Nach dem Befüllen die vorbereiteten Gemüsedeckel wieder aufsetzen. Sie schützen die Füllung vor dem Austrocknen und gehören zur typischen Optik des Gerichts.
Falls Reisfüllung übrig bleibt, kann sie zwischen dem Gemüse verteilt oder in einer kleinen ofenfesten Form separat gegart werden. Sie sollte nicht fest in die Tomaten gepresst werden.
Kartoffeln zwischen dem Gemüse verteilen
Die Kartoffeln schälen oder gründlich waschen und mit Schale verwenden. Anschließend in mittelgroße Spalten schneiden. Zu große Stücke werden möglicherweise nicht gleichzeitig mit dem Gemüse gar.
Die Kartoffelspalten zwischen den gefüllten Tomaten und Paprika verteilen. Sie stabilisieren das Gemüse und nehmen beim Backen Tomatensaft, Olivenöl und Kräuteraromen auf.
Die Kartoffeln leicht salzen und pfeffern. Einen Teil des restlichen Olivenöls darübergeben. Optional können wenige Löffel zerkleinertes Tomatenfleisch zwischen den Kartoffeln verteilt werden.
Flüssigkeit und Olivenöl hinzufügen
Das restliche Olivenöl über das Gemüse und die Kartoffeln verteilen. Gemista gehören zu den Ladera-Gerichten und werden traditionell nicht mit nur wenigen Tropfen Öl zubereitet. Das Olivenöl trägt wesentlich zum Geschmack und zur weichen Konsistenz bei.
Etwa 200 Milliliter Wasser oder Gemüsebrühe seitlich in die Form gießen. Die Flüssigkeit darf nicht direkt in großen Mengen über die Gemüsedeckel gegeben werden.
Die Form sollte am Boden Flüssigkeit enthalten, das Gemüse aber nicht darin schwimmen. Während des Backens tritt zusätzlicher Saft aus den Tomaten aus.
Gemista im Backofen garen
Den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Auflaufform zunächst locker mit Alufolie oder einem passenden Deckel abdecken.
Die Gemista ungefähr 50 bis 60 Minuten abgedeckt backen. Anschließend die Abdeckung entfernen und weitere 30 bis 40 Minuten garen. Die Gesamtzeit beträgt damit je nach Gemüsegröße etwa 80 bis 100 Minuten.
Während der letzten Backphase darf die Oberfläche leicht bräunen. Die Tomaten sollen weich und stellenweise etwas eingefallen sein. Die Paprika dürfen dunklere geröstete Stellen bekommen.
Falls der Boden der Form vollständig austrocknet, vorsichtig etwas heißes Wasser nachgießen. Kaltes Wasser kann die Temperatur in der Form stark senken und die Garzeit verlängern.
Vor dem Herausnehmen eine kleine Menge Reis aus einem Gemüse probieren. Der Reis muss vollständig weich sein. Ist er im Kern noch hart, benötigt das Gericht zusätzliche Flüssigkeit und weitere Backzeit.
Die fertigen Gemista mindestens 20 bis 30 Minuten ruhen lassen. Direkt aus dem Backofen sind Tomaten und Füllung sehr heiß und weich. Nach der Ruhezeit verbinden sich die Aromen, und das Gemüse lässt sich leichter servieren.
Häufige Fehler bei der Zubereitung
Gemista sehen einfach aus, doch die richtige Menge an Reis, Flüssigkeit und Backzeit ist entscheidend. Viele Probleme entstehen, weil das Gemüse zu stark gefüllt oder zu früh aus dem Backofen genommen wird.
Das Gemüse wird vollständig gefüllt
Ungekochter Reis benötigt Platz zum Quellen. Tomaten und Paprika sollten daher nur zu etwa zwei Dritteln oder höchstens drei Vierteln gefüllt werden. Andernfalls kann der Reis hart bleiben oder die Füllung aus dem Gemüse drücken.
Die Füllung enthält zu viel Reis
Gemista sollen nicht nur nach Reis schmecken. Tomatenfleisch, Zwiebeln und Kräuter bilden einen wichtigen Teil der Füllung. Eine zu große Reismenge ergibt eine trockene und schwere Konsistenz.
Es fehlt Flüssigkeit
Reis nimmt beim Garen viel Flüssigkeit auf. Reichen Tomatensaft und das Wasser am Boden der Form nicht aus, bleibt der Reis hart. Während des Backens sollte deshalb kontrolliert werden, ob noch etwas Flüssigkeit vorhanden ist.
Zu viel Flüssigkeit wird verwendet
Steht das Gemüse tief im Wasser, wird es eher gekocht als langsam geröstet. Die Füllung kann matschig werden und die Kartoffeln entwickeln keine gebräunte Oberfläche. Flüssigkeit sollte deshalb nur bei Bedarf und in kleinen Mengen nachgegossen werden.
Die Backzeit ist zu kurz
Gemista brauchen Zeit. Die Tomaten sollen weich werden und stellenweise zusammenfallen. Paprika und Kartoffeln müssen vollständig gar sein. Je nach Größe können dafür deutlich mehr als 60 Minuten notwendig sein.
Die Kräuter werden zu sparsam verwendet
Minze und Petersilie bestimmen den typischen Geschmack der vegetarischen Füllung. Getrocknete Kräuter können frische Kräuter nur teilweise ersetzen. Besonders Minze sollte jedoch nicht so stark dosiert werden, dass sie alle anderen Aromen überdeckt.
Die Gemista werden sofort serviert
Direkt aus dem Backofen ist das Gemüse sehr weich und extrem heiß. Eine Ruhezeit von mindestens 20 Minuten verbessert Konsistenz und Geschmack. In Griechenland wird das Gericht häufig lauwarm gegessen.
Gemista mit Hackfleisch
Für Gemista mit Fleisch wird die Reisfüllung durch Hackfleisch ergänzt. Geeignet sind Rinderhack oder eine Mischung aus Rind und Schwein. Lammhack kann ebenfalls verwendet werden, besitzt aber einen stärkeren Eigengeschmack.
Für sechs Tomaten und vier Paprika reichen ungefähr 350 bis 400 Gramm Hackfleisch und 120 bis 150 Gramm Reis. Durch das Fleisch wird weniger Reis benötigt als bei der vegetarischen Variante.
Zwiebeln in Olivenöl glasig dünsten, das Hackfleisch hinzufügen und krümelig anbraten. Anschließend Reis, Tomatenfleisch und Gewürze einrühren. Die Mischung nur kurz vorgaren und nach dem Abkühlen in das Gemüse füllen.
Zur Fleischfüllung passen Petersilie, Minze, Pfeffer und eine kleine Menge Zimt oder Piment. Diese Gewürze sind möglich, aber nicht in jedem Familienrezept enthalten.
Gemista mit Fleisch müssen vollständig durchgegart werden. Die Füllung darf im Inneren nicht mehr roh sein. Bei sehr großen Gemüsen kann eine längere Backzeit notwendig werden.
| Variante | Hauptzutaten | Geschmack und Konsistenz |
|---|---|---|
| Vegetarisch | Reis, Tomatenfleisch, Zwiebeln, Kräuter und Olivenöl | saftig, kräuterbetont und auch lauwarm sehr gut |
| Mit Hackfleisch | Reis, Hackfleisch, Tomaten, Zwiebeln und Gewürze | kräftiger, gehaltvoller und meist warm serviert |
Welches Gemüse kann gefüllt werden?
Tomaten und Paprika sind die bekannteste Kombination. Der Begriff Gemista ist jedoch nicht auf diese beiden Gemüsearten beschränkt.
Zucchini
Runde Zucchini lassen sich besonders leicht füllen. Längliche Exemplare können quer in größere Stücke geschnitten und ausgehöhlt werden. Das entfernte Fruchtfleisch wird fein gehackt und unter die Füllung gemischt.
Auberginen
Auberginen benötigen eine längere Garzeit und sollten nicht zu dickwandig bleiben. Das ausgehöhlte Fruchtfleisch kann angebraten und in die Reisfüllung gegeben werden. Eine verwandte griechische Spezialität sind mit Zwiebeln und Tomaten gefüllte Auberginen, die als Imam Bayildi bekannt sind.
Zwiebeln
Größere Zwiebeln können kurz vorgekocht, in einzelne Schichten getrennt und anschließend gefüllt werden. Diese Variante erfordert etwas mehr Arbeit und wird häufig in einem Topf statt in einer offenen Auflaufform gegart.
Weinblätter und Kohlblätter
Auch Dolmadakia und gefüllte Kohlblätter gehören zur großen Familie gefüllter Speisen, werden im gewöhnlichen Sprachgebrauch aber nicht einfach als Gemista bezeichnet. Sie besitzen eigene Namen und Zubereitungsarten.
Weitere Zutaten für die Füllung
Familienrezepte unterscheiden sich teilweise erheblich. Neben Reis, Tomate und Kräutern können weitere Zutaten verwendet werden.
- Pinienkerne: sorgen für etwas Biss und ein mild-nussiges Aroma.
- Rosinen: geben der Füllung eine leicht süße Note und werden nur in manchen Rezepten verwendet.
- Geriebene Zucchini: macht die Füllung saftiger und erhöht den Gemüseanteil.
- Semmelbrösel: können auf die Oberfläche gestreut werden und nehmen überschüssige Feuchtigkeit auf.
- Tomatenmark: verstärkt den Tomatengeschmack, sollte aber sparsam verwendet werden.
- Zimt oder Piment: passen vor allem zur Fleischversion.
Feta kann zerbröselt über das fertige Gericht gegeben oder als Beilage serviert werden. In einer traditionellen vegetarischen Reisfüllung ist er nicht zwingend vorgesehen.
Welche Kräuter gehören in Gemista?
Petersilie und Minze gehören zu den häufigsten Kräutern. Dill wird ebenfalls verwendet, ist aber Geschmackssache. Die Kräuter sollten möglichst frisch sein.
Minze
Frische Minze verleiht der Reisfüllung das charakteristische sommerliche Aroma. Gemeint ist normalerweise grüne Minze beziehungsweise Spearmint und nicht die sehr intensive Pfefferminze.
Petersilie
Glatte Petersilie bringt Würze und Frische. Sie kann großzügig verwendet werden. Dicke Stiele sollten entfernt oder sehr fein gehackt werden.
Dill
Dill passt zu Reis und Gemüse, ist aber nicht in allen Gemista-Rezepten enthalten. Wer seinen Geschmack nicht kennt, sollte zunächst eine kleinere Menge verwenden.
Oregano
Oregano ist in der griechischen Küche weit verbreitet, für die Reisfüllung von Gemista aber weniger wichtig als Minze und Petersilie. Eine kleine Menge kann zu den Kartoffeln gegeben werden.
Weitere Informationen bietet unser Artikel über Kräuter und Gewürze in Griechenland.
Gemista in griechischen Tavernen
Gemista findet man besonders häufig in traditionellen Restaurants mit fertig gekochten Tagesgerichten. Diese Lokale werden in Griechenland als Mageiria bezeichnet. Die Speisen stehen oft in großen Formen hinter einer Glastheke.
In vielen Tavernen werden Gemista nicht jeden Tag zubereitet. Auf der Speisekarte kann das Gericht zwar aufgeführt sein, aber aktuell ausverkauft sein. Eine kurze Nachfrage nach den Tagesgerichten lohnt sich.
Die vegetarische Variante wird häufig als Portion mit einer gefüllten Tomate und einer gefüllten Paprika serviert. Dazu kommen Kartoffeln aus der gleichen Auflaufform. Je nach Restaurant wird ein Stück Feta daneben gelegt oder gesondert bestellt.
Gemista können warm oder lauwarm auf den Tisch kommen. Das ist kein Zeichen dafür, dass das Essen schlecht aufgewärmt wurde. Viele griechische Gemüsegerichte werden bewusst nicht sehr heiß serviert.
So erkennt man gute Gemista
- Tomaten und Paprika sind vollständig weich und leicht gebräunt.
- Der Reis ist gar, bleibt aber noch als einzelne Körner erkennbar.
- Die Füllung schmeckt deutlich nach frischen Kräutern.
- Am Boden der Form befindet sich aromatischer Tomaten-Olivenöl-Saft.
- Die Kartoffeln sind weich und an den Rändern leicht gebräunt.
Beilagen zu Gemista
Gemista sind durch Reis, Gemüse und Kartoffeln bereits ein vollständiges Hauptgericht. Große zusätzliche Beilagen sind nicht erforderlich.
- Feta oder ein anderer würziger Schafskäse
- griechisches Brot zum Aufnehmen des Tomatensafts
- ein kleiner grüner Salat
- griechischer Joghurt
- Tzatziki als kühle Beilage
Ein zusätzlicher griechischer Bauernsalat ist möglich, enthält jedoch erneut Tomaten und Paprika. Ein einfacher Blattsalat bietet mehr Abwechslung.
Welche Getränke passen zu Gemista?
Zur vegetarischen Version passen trockener Weißwein und Rosé. Ein leichter Rotwein kann die Variante mit Hackfleisch begleiten. Hinweise zu Sorten und Anbaugebieten stehen in unserem Artikel über griechischen Wein.
Als alkoholfreie Getränke eignen sich Wasser, Mineralwasser oder Wasser mit Zitrone. Stark süße Getränke überdecken leicht das Aroma der Kräuter und Tomaten.
Gemista und mediterrane Ernährung
Vegetarische Gemista kombinieren Tomaten, Paprika, Zwiebeln, Kräuter, Reis und Olivenöl. Das Gericht liefert Gemüse, Kohlenhydrate und je nach Zutaten unterschiedliche Mengen an Ballaststoffen.
Es sollte dennoch nicht pauschal als kalorienarm bezeichnet werden. Traditionelle Rezepte enthalten häufig eine großzügige Menge Olivenöl. Olivenöl liefert überwiegend ungesättigte Fettsäuren, besitzt aber wie jedes Fett einen hohen Energiegehalt.
Die Nährwerte hängen von Portionsgröße, Ölmenge, Kartoffeln und Füllung ab. Gemista mit Hackfleisch enthalten mehr Eiweiß, je nach Fleischsorte aber auch mehr gesättigte Fette.
Wer weniger Öl verwenden möchte, kann die Menge etwas reduzieren. Zu wenig Öl verändert jedoch die typische Konsistenz und den Geschmack. Sinnvoller ist häufig eine moderate Portion mit einem einfachen Salat.
Gemista vorbereiten und aufbewahren
Das Gericht lässt sich gut am Vormittag oder am Vortag zubereiten. Nach einer Ruhezeit nimmt der Reis den Tomatensaft und die Kräuteraromen weiter auf.
Reste sollten nach dem Abkühlen in einen verschlossenen Behälter gegeben und im Kühlschrank aufbewahrt werden. Dort halten sie sich ungefähr zwei bis drei Tage.
Gemista aufwärmen
Zum Aufwärmen die Gemista in eine ofenfeste Form stellen und bei etwa 160 Grad erhitzen. Etwas Wasser oder Tomatensaft am Boden verhindert das Austrocknen. Einzelne Portionen können auch vorsichtig in der Mikrowelle erwärmt werden.
Vegetarische Gemista schmecken zudem bei Zimmertemperatur. Sie sollten trotzdem nicht stundenlang in großer Sommerhitze stehen.
Kann man Gemista einfrieren?
Das Einfrieren ist möglich, verändert aber die Konsistenz. Tomaten und Paprika werden nach dem Auftauen weicher und können Wasser abgeben. Geschmacklich bleiben sie meist gut.
Die Stücke sollten vollständig abgekühlt und einzeln verpackt werden. Zum Auftauen stellt man sie am besten über Nacht in den Kühlschrank und erhitzt sie anschließend vollständig.
Kochkurse und kulinarische Touren
In Athen, Thessaloniki, auf Kreta und auf mehreren griechischen Inseln werden Kochkurse angeboten. Welche Gerichte zubereitet werden, hängt vom Kurs und von der Jahreszeit ab.
Gemista eignen sich wegen ihrer langen Garzeit nicht für jeden kurzen Kochkurs. Vor der Buchung sollte deshalb kontrolliert werden, ob gefülltes Gemüse ausdrücklich im Programm genannt wird.
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Unterkünfte für eine kulinarische Griechenlandreise
Traditionelle griechische Küche findet man sowohl auf dem Festland als auch auf den Inseln. Besonders interessant sind familiengeführte Tavernen und Mageiria außerhalb großer Hotelanlagen.
Ein Apartment mit eigener Küche bietet die Möglichkeit, frisches Gemüse auf einem Wochenmarkt einzukaufen und Gemista selbst zuzubereiten. Bei der Buchung sollte darauf geachtet werden, ob tatsächlich ein Backofen vorhanden ist. Eine einfache Küchenzeile besitzt häufig nur Kochplatten.
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Häufige Fragen zu Gemista
Was heißt Gemista auf Deutsch?
Gemista bedeutet „gefüllte“. Gemeint sind meist mit Reis und Kräutern gefüllte Tomaten und Paprika, die im Backofen gegart werden.
Sind Gemista vegetarisch?
Viele Gemista werden ohne Fleisch zubereitet und sind dann vegetarisch. Enthält die Füllung auch keinen Käse oder andere tierische Zutaten, ist das Gericht vegan. Es gibt außerdem eine verbreitete Variante mit Hackfleisch.
Welcher Reis eignet sich für Gemista?
Mittelkorn- oder Rundkornreis nimmt Tomatensaft und Aromen gut auf. Langkornreis kann ebenfalls verwendet werden, ergibt aber eine lockerere Füllung.
Muss der Reis vorher gekocht werden?
Der Reis wird je nach Rezept roh verwendet oder wenige Minuten mit Tomaten und Zwiebeln vorgegart. Vollständig gekocht sollte er nicht sein, da er im Gemüse weitergart.
Warum bleibt der Reis hart?
Meist fehlen Flüssigkeit oder Garzeit. Auch ein vollständig gefülltes Gemüse verhindert, dass der Reis ausreichend quellen kann. Tomaten und Paprika sollten nur zu etwa zwei Dritteln gefüllt werden.
Warum kommen Kartoffeln in die Auflaufform?
Kartoffeln nehmen Tomatensaft und Olivenöl auf, stabilisieren das gefüllte Gemüse und werden zusammen mit den Gemista zur Beilage. Diese Zubereitung ist in vielen Teilen Griechenlands verbreitet.
Werden Gemista heiß oder kalt gegessen?
Sie können warm, lauwarm oder bei Zimmertemperatur serviert werden. Direkt aus dem Backofen sind Gemüse und Füllung sehr heiß und noch wenig stabil.
Kann man Gemista am Vortag vorbereiten?
Ja. Gemista schmecken am folgenden Tag häufig besonders aromatisch. Sie sollten nach dem Abkühlen im Kühlschrank aufbewahrt werden.
Kann man statt Tomaten und Paprika anderes Gemüse verwenden?
Ja. Zucchini, Auberginen und Zwiebeln lassen sich ebenfalls füllen. Garzeit und Vorbereitung müssen an die jeweilige Gemüseart angepasst werden.
Gehört Feta in die Füllung?
Feta kann verwendet werden, gehört aber nicht zwingend in eine klassische Reisfüllung. Häufig wird er separat als Beilage serviert.
Fazit: Klassisches griechisches Ofengericht
Gemista verbinden reifes Sommergemüse mit Reis, frischen Kräutern und Olivenöl. Entscheidend sind aromatische Tomaten, ausreichend Flüssigkeit und eine lange Garzeit. Das Gemüse darf nicht vollständig gefüllt werden, damit der Reis quellen kann.
Die vegetarische Variante gehört zu den klassischen griechischen Gemüsegerichten. Gemista mit Hackfleisch sind kräftiger und ebenfalls weit verbreitet. Kartoffelspalten zwischen den gefüllten Tomaten und Paprika vervollständigen das Gericht.
Gemista lassen sich gut vorbereiten und schmecken warm oder lauwarm. Damit eignen sie sich sowohl für ein sommerliches Familienessen als auch als vorbereitetes Hauptgericht für den folgenden Tag.
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