Rhodos Schmetterlinge und das Schmetterlingstal

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Schmetterlingstal auf Rhodos auf einen Blick

  • bekanntes Naturschutzgebiet im Norden der Insel Rhodos
  • etwa 26 Kilometer von Rhodos-Stadt und 10 Kilometer vom Flughafen entfernt
  • größte Zahl an Faltern gewöhnlich zwischen Ende Juni und September
  • zu sehen ist vor allem der Russische Bär, eine auffällig gefärbte Nachtfalterart
  • schattige Wege führen an Bächen, kleinen Wasserfällen und Holzbrücken entlang
  • für den gesamten Rundgang sollte man ungefähr 1,5 bis 2,5 Stunden einplanen
  • einige Abschnitte besitzen steile Stufen und können rutschig sein
  • die Falter dürfen nicht berührt, aufgeschreckt oder durch laute Geräusche gestört werden

Das Schmetterlingstal auf Rhodos, auf Griechisch „Koilada ton Petaloudon“ oder kurz „Petaloudes“ genannt, gehört zu den bekanntesten Natursehenswürdigkeiten der Insel. Das grüne Tal überrascht mit dichtem Wald, schattigen Wegen, kleinen Wasserläufen und zahlreichen Holzbrücken. Während der Sommermonate sammeln sich hier Tausende Falter an den Baumstämmen und Felsen.

Das Tal ist kein botanischer Garten und auch kein künstlich angelegtes Schmetterlingshaus. Es handelt sich um einen natürlichen Lebensraum, der wegen seines besonderen Mikroklimas von großer Bedeutung ist. Besucher sollten deshalb nicht nur wegen der Tiere kommen. Auch außerhalb der Hauptzeit ist der Spaziergang durch die üppige Vegetation reizvoll.

Wer weitere Ziele auf der Insel sucht, findet sie in unserem großen Rhodos-Reiseführer und auf der Seite über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Rhodos.

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Russischer Bär im Schmetterlingstal auf Rhodos, Euplagia quadripunctaria
Russischer Bär im Schmetterlingstal auf Rhodos

Welche Schmetterlinge leben im Tal?

Die berühmten Bewohner des Tals gehören zur Art Euplagia quadripunctaria. Ältere wissenschaftliche Bezeichnungen sind unter anderem Callimorpha quadripunctaria und Panaxia quadripunctaria. Im Deutschen wird die Art meist Russischer Bär oder „Spanische Flagge“ genannt.

Genau genommen handelt es sich nicht um einen typischen Tagfalter, sondern um einen überwiegend nachtaktiven Falter aus der Familie der Bärenspinner. In Ruhestellung sind vor allem die dunkel gefärbten Vorderflügel mit hellen Streifen zu sehen. Werden die Flügel geöffnet, erscheinen die auffällig orange-roten Hinterflügel.

Viele Besucher sind zunächst überrascht, weil die Falter an den Baumstämmen gut getarnt sind. Teilweise sitzen Hunderte Tiere dicht beieinander. Erst bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass große Teile eines Stammes oder Felsens mit ruhenden Faltern bedeckt sind.

Ausflüge und Touren auf Rhodos

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Warum kommen die Falter in das Schmetterlingstal?

Das Tal bietet den Tieren während des heißen rhodischen Sommers günstige Bedingungen. Dichte Vegetation, Wasserläufe und Schatten sorgen für ein vergleichsweise feuchtes und kühles Mikroklima. Eine besondere Rolle spielen die Orientalischen Amberbäume, die auf Griechisch „Zitia“ genannt werden.

Häufig wird angenommen, dass die Falter vom aromatischen Duft des Harzes dieser Bäume angezogen werden. Vermutlich ist jedoch eine Kombination aus Feuchtigkeit, Temperatur, Vegetation und Duftstoffen entscheidend. Die genauen Zusammenhänge sind komplex und werden teilweise unterschiedlich beschrieben.

Während ihres Aufenthalts ruhen die erwachsenen Falter über längere Zeit und sparen Energie. Werden sie durch Klatschen, Pfeifen, Rufen oder Berühren zum Auffliegen gebracht, verbrauchen sie unnötig Kraft. Wiederholte Störungen können ihre Überlebens- und Fortpflanzungschancen beeinträchtigen.

Wichtige Regeln im Schmetterlingstal

  • leise sprechen und unnötigen Lärm vermeiden
  • nicht klatschen, pfeifen oder gegen Baumstämme schlagen
  • Falter niemals berühren oder absichtlich aufscheuchen
  • auf den ausgeschilderten Wegen bleiben
  • keine Pflanzen, Tiere oder Steine mitnehmen
  • Abfälle vollständig wieder mitnehmen oder in Behältern entsorgen
  • Kinder frühzeitig auf die Schutzregeln hinweisen

Wann sieht man die meisten Schmetterlinge?

Die Falter halten sich ungefähr von Mai bis September im Tal auf. Die beste Zeit für möglichst viele Tiere liegt normalerweise zwischen Ende Juni und Ende August. Auch im September können noch zahlreiche Falter vorhanden sein. Die tatsächliche Zahl hängt jedoch vom Wetter und vom Verlauf des jeweiligen Jahres ab.

Im April, Mai oder Oktober kann sich ein Besuch wegen der Landschaft lohnen, große Ansammlungen sollte man dann aber nicht erwarten. Wer ausdrücklich wegen der Schmetterlinge kommt, sollte möglichst den Hochsommer wählen.

Am angenehmsten ist ein Besuch kurz nach der morgendlichen Öffnung. Dann sind die Wege meist noch ruhiger und die Temperaturen niedriger. Zwischen dem späten Vormittag und frühen Nachmittag treffen häufig Reisegruppen und Ausflugsbusse ein. Im Juli und August kann es deshalb zeitweise voll werden.

Der Weg durch das Schmetterlingstal

Der Spazierweg führt durch einen schmalen, dicht bewachsenen Taleinschnitt. Unterwegs überquert man kleine Holzbrücken, steigt über Naturstein- und Holzstufen und folgt dem Wasserlauf. Kleine Teiche, Felsen, Wurzeln und Wasserfälle bilden eine für Rhodos ungewöhnlich grüne Landschaft.

Es gibt mehrere Zugänge und Parkmöglichkeiten. Dadurch muss nicht jeder Besucher die vollständige Strecke zurücklegen. Wer nur einen kurzen Eindruck gewinnen möchte, kann einen Teil des Tals besuchen und anschließend zum Ausgangspunkt zurückgehen.

Für den vollständigen Weg sollte man je nach Kondition und Zahl der Pausen etwa 1,5 bis 2,5 Stunden einplanen. Fotografen und Naturfreunde bleiben häufig länger. Der Weg ist insgesamt nicht extrem schwierig, enthält aber zahlreiche Stufen und Steigungen.

Am oberen Ende des Tals liegt die kleine Kalopetra-Kapelle. Von dort hat man einen schönen Blick über Teile des nördlichen Rhodos. Der zusätzliche Aufstieg ist vor allem bei großer Sommerhitze anstrengender, als es zunächst erscheint.

Ist das Schmetterlingstal barrierefrei?

Der eigentliche Naturweg ist wegen der Stufen, Steigungen, schmalen Abschnitte und unebenen Oberflächen nicht vollständig barrierefrei. Für Rollstühle und Kinderwagen ist die komplette Strecke ungeeignet. Menschen mit eingeschränkter Mobilität sollten sich auf die leichter erreichbaren Bereiche in der Nähe der Eingänge beschränken.

Nach Regen oder durch Feuchtigkeit können Steine und Holzstege rutschig sein. Feste Schuhe mit gutem Profil sind daher sinnvoll. Flip-Flops eignen sich für den Rundgang weniger.

Eintrittspreise und Öffnungszeiten

Nach den veröffentlichten Angaben des Schmetterlingstals gelten derzeit folgende Öffnungszeiten und Eintrittspreise:

  • Öffnungszeiten: täglich von 8 bis 18 Uhr
  • 22. Juni bis 30. September: 6 Euro für Erwachsene
  • 12. April bis 21. Juni: 3 Euro für Erwachsene
  • 1. Oktober bis 31. Oktober: 3 Euro für Erwachsene
  • Kinder unter 12 Jahren: nach den veröffentlichten Angaben kostenlos

Öffnungszeiten, Saisonbeginn und Preise können sich kurzfristig ändern. Vor allem außerhalb der Hauptsaison empfiehlt sich deshalb eine Kontrolle auf der offiziellen Internetseite oder ein kurzer Anruf beim Besucherzentrum.

Anreise zum Schmetterlingstal

Das Schmetterlingstal liegt im nördlichen Inselinneren bei Epano Kalamonas. Von Rhodos-Stadt sind es ungefähr 26 Kilometer, vom Flughafen rund 10 Kilometer. Mit dem Mietwagen benötigt man von Rhodos-Stadt je nach Verkehr etwa 35 bis 45 Minuten.

Anreise mit dem Mietwagen

Mit einem Mietwagen ist das Tal einfach zu erreichen. Von der Westküste führen ausgeschilderte Straßen in das Inselinnere. In der Umgebung der Eingänge stehen Parkmöglichkeiten zur Verfügung. Im Juli und August können die näher gelegenen Plätze zwischen dem späten Vormittag und frühen Nachmittag belegt sein.

Wer mit dem Auto unterwegs ist, kann das Schmetterlingstal gut mit weiteren Zielen kombinieren. Dazu gehören die antike Stadt Kamiros, die Westküste oder ein Abstecher zu traditionellen Dörfern im Inselinneren.

Anreise mit dem Bus

Während der Urlaubssaison verkehren gewöhnlich Busse zwischen Rhodos-Stadt und Petaloudes. Die Fahrpläne können sich abhängig von Saison und Wochentag ändern. Kontrollieren Sie deshalb vor der Fahrt die aktuellen Abfahrts- und Rückfahrzeiten. Weitere Hinweise gibt es auf unserer Seite über die Busse auf Rhodos.

Besonders wichtig ist die letzte Rückfahrt. Außerhalb der Hauptsaison verkehren deutlich weniger Busse, teilweise bestehen keine für einen Tagesausflug geeigneten Verbindungen.

Organisierter Ausflug

Organisierte Touren sind praktisch, wenn man keinen Mietwagen nutzen möchte. Je nach Angebot wird das Schmetterlingstal mit anderen Sehenswürdigkeiten, traditionellen Dörfern oder einer Inselrundfahrt verbunden. Vor der Buchung sollte man prüfen, ob der Eintritt bereits enthalten ist und wie viel freie Zeit im Tal vorgesehen ist.

Ausflüge und Touren auf Rhodos

Auf Rhodos werden Inselrundfahrten, Bootsausflüge und geführte Touren angeboten. Einige Ausflüge lassen sich mit einem Besuch des Schmetterlingstals oder weiteren Sehenswürdigkeiten der Insel verbinden.

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Was sollte man mitnehmen?

  • Feste Schuhe: Die Wege besitzen Stufen, Wurzeln und stellenweise glatte Steine.
  • Trinkwasser: Trotz des Schattens kann es im Sommer sehr warm werden.
  • Sonnenschutz: Besonders am Parkplatz und im oberen Bereich gibt es sonnige Abschnitte.
  • Mückenschutz: In der feuchten Umgebung können Mücken vorkommen.
  • Kamera oder Smartphone: Fotografieren ist möglich, die Tiere dürfen dabei nicht gestört werden.
  • Etwas Bargeld: Für Eintritt und kleinere Ausgaben ist Bargeld vorsichtshalber sinnvoll.

Ist das Schmetterlingstal für Kinder geeignet?

Für Kinder ist das Tal grundsätzlich ein spannendes Ausflugsziel. Brücken, Bachläufe und die vielen Falter machen den Spaziergang abwechslungsreich. Eltern sollten jedoch bedenken, dass es steile Stufen und ungesicherte Naturabschnitte gibt.

Kleine Kinder müssen auf den Treppen beaufsichtigt werden. Ein Kinderwagen ist für den vollständigen Weg nicht geeignet. Wichtig ist außerdem, den Kindern vor dem Rundgang zu erklären, dass die Tiere nicht berührt oder aufgeschreckt werden dürfen.

Bei großer Hitze sollte der Besuch möglichst auf den frühen Morgen gelegt werden. Regelmäßige Trinkpausen sind insbesondere beim Aufstieg zur Kalopetra-Kapelle wichtig.

Weitere Sehenswürdigkeiten auf Rhodos

Übernachten auf Rhodos

Für einen Besuch des Schmetterlingstals eignen sich Unterkünfte an der Westküste, in Rhodos-Stadt oder im nördlichen Inselinneren. Von Ialyssos und Kremasti ist die Anfahrt besonders kurz. Wer zusätzlich die Altstadt, den Hafen und das Nachtleben erleben möchte, kann eine Unterkunft in Rhodos-Stadt wählen.

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Häufige Fragen zum Schmetterlingstal

Wann sind die meisten Schmetterlinge zu sehen?

Die größten Ansammlungen gibt es gewöhnlich von Ende Juni bis Ende August. Auch im September können noch viele Falter vorhanden sein. Die genaue Zahl hängt vom Wetter und vom jeweiligen Jahr ab.

Wie viel Zeit benötigt man für den Besuch?

Für einen kürzeren Rundgang reichen ungefähr 60 bis 90 Minuten. Wer das gesamte Tal erkunden und bis zur Kalopetra-Kapelle aufsteigen möchte, sollte etwa zwei bis zweieinhalb Stunden einplanen.

Kann man das Tal ohne Schmetterlinge besuchen?

Ja. Die schattige Landschaft mit Wald, Bachläufen, Brücken und kleinen Wasserfällen ist auch außerhalb der Hauptzeit sehenswert. Im Frühjahr oder späten Herbst darf man allerdings keine großen Falteransammlungen erwarten.

Ist der Weg anstrengend?

Der untere Bereich ist für Menschen mit normaler Kondition gut zu bewältigen. Der vollständige Weg enthält jedoch zahlreiche Stufen und Steigungen. Bei Hitze kann insbesondere der obere Abschnitt anstrengend sein.

Darf man die Schmetterlinge fotografieren?

Fotografieren ist grundsätzlich möglich. Die Falter dürfen dafür nicht berührt, angepustet oder durch Geräusche zum Auffliegen gebracht werden. Am besten fotografiert man ruhig und mit ausreichendem Abstand.

Kann man mit einem Kinderwagen durch das Tal gehen?

Für die komplette Strecke ist ein Kinderwagen wegen der Stufen und unebenen Wege nicht geeignet. Familien mit kleinen Kindern sollten eine Kindertrage verwenden oder sich auf die leichter zugänglichen Abschnitte beschränken.

Fazit: Lohnt sich das Schmetterlingstal?

Das Schmetterlingstal gehört zu den außergewöhnlichsten Naturzielen auf Rhodos. Besonders im Hochsommer ist der Anblick der zahlreichen Falter an Bäumen und Felsen beeindruckend. Gleichzeitig bietet das schattige Tal eine willkommene Abwechslung zu Stränden, Badeorten und archäologischen Sehenswürdigkeiten.